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Wir sagen euch an den lieben Advent

Nr. 17 • Evangelisches Gesangbuch
Nr. 35 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)

  • Gotteslob /
  • Kinderkirchenlieder "Immer und überall" (ELKB)

Wie ein Adventskalender öffnet dieses Lied an jedem Adventssonntag eine neue „Tür“. Es nimmt Große und Kleine fröhlich singend mit hinein in die Botschaft: „Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr! Schon ist nahe der Herr!“

Text:

Maria Ferschl (*1895–†1982), 1954

Melodie:

Heinrich Rohr (*1902–†1997), 1954

Satz:

Burkhard Rüger (*1975), 2025

Landkarte der Liedschöpfer:innen

Spannende Hintergründe zu den beteiligten Personen und ihren Lebenswegen entdecken.

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Wissenswertes zu "Wir sagen euch an den lieben Advent"

Die Hauptschullehrerin und Schriftstellerin Maria Ferschl engagierte sich in der katholisch-liturgischen Bewegung in Klosterneuburg bei Wien und später in Württemberg. Ihr Liedtext zum alten Volksbrauch des „Adventsansagen“ der Kinder entstand 1954 und wurde im gleichen Jahr vom Mainzer Diözesankirchenmusikdirektor Heinrich Rohr vertont, der sich für den muttersprachlichen liturgischen Gemeindegesang einsetzte. Erstmals wurde das Lied in der Heiligen Nacht 1954 in Riedhausen zum Anzünden der Kerzen am Adventskranz gesungen, ein Kinderchor sang den ersten Teil der Strophe, die Gemeinde den Refrain. Als ökumenisches Kinderlied zum Advent verbreitete sich das Lied durch Religionsunterricht und Kinderchorarbeit rasch und war so beliebt, dass es 1975 in das katholische Gesangbuch „Gotteslob“ und 1993 in den Stammteil des Evangelischen Gesangbuchs aufgenommen wurde.

Dem Text liegt ein ruhig schwingender Dreier-Rhythmus (Daktylus) zugrunde, der jeweils aus einer betonten Silbe, gefolgt von zwei unbetonten Silben, besteht. Die vierzeilige Strophe ist in zwei Zweiergruppen mit Endreim gegliedert. Die jeweils erste Zeile beginnt auftaktig, die zweite volltaktig. Jede Strophe beginnt textgleich und endet stets mit dem gleichlautenden Kehrvers. Anhand biblischer Verse wandert der Text durch die Adventssonntage. Jeder Strophe liegt ein Bibelvers aus der damaligen katholischen Leseordnung zugrunde: 1. Advent: Mt 3,3; 2. Advent: Röm 15,7; 3. Advent: Phil 4,5; 4. Advent: Jes 60,1. Der Kehrvers, der sich auf Phil 4,4.5b bezieht, wiederholt die Aufforderung zur Freude und nennt als Grund die nahende Ankunft des Gotteskindes: „Freuet euch im Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!“

Die Melodie erinnert an weihnachtliche Pastoralen. Sie ist leicht zu erfassen und besitzt einen fröhlichen Charakter. Der Tonumfang umfasst einen Fünftonraum (Quinte), der nur zweimal durch den unteren Leitton erweitert wird. Die Melodie der Strophe bewegt sich auf den betonten Taktzeiten überwiegend innerhalb des Grundakkords; ungewöhnlich ist, dass die Terz im Zentrum steht. Die Melodie des Kehrverses beginnt in einer hohen Lage. Durch die Tonwiederholung und die fallende Quarte wirkt dieser Melodieteil wie ein Trompetensignal, das unmittelbar wiederholt wird. Erst die Schlusszeile bekräftigt den Grundton, mit dem sie beginnt und endet. In ihrer Tonfolge erinnert diese Zeile an die Schlusszeile der Strophe und schafft so eine Verbindung zwischen Strophe und Kehrvers.

Das Lied führt durch die Adventszeit. Die aktuelle evangelische Leseordnung (Perikopenordnung) bietet zwar andere Texte, die biblischen Bezüge des Liedes finden sich jedoch quer durch die Adventszeit und lassen sich gut mit ihrem Verlauf verbinden. An jedem Sonntag kann die entsprechende Strophe – oder können die bisherigen Strophen bis zur aktuellen – gesungen werden. Dabei können die Kerzen am Adventskranz entzündet werden. Das Lied hat seinen Platz in Gottesdiensten mit Familien ebenso wie in adventlichen Feiern in Kita, Schule und Gruppenarbeit sowie beim Adventsliedersingen.

Noch mehr entdecken!

Hintergrundwissen

Radioserie und Podcast zum Lied

Kalenderblatt mit Wissenswertem zum Lied von Lea Roller. Es singt der Kinderchor SingsalaSing.

 

In der Radioserie und im Podcast von SWR Kultur geben die Autorinnen und Autoren spannende Einblicke in die Entstehungsgeschichte bekannter Weihnachtslieder. Sie beleuchten, wie die Lieder entstanden sind, welche historischen und kulturellen Hintergründe sich mit ihnen verbinden und weshalb sie bis heute eine besondere Bedeutung im Weihnachtsbrauchtum haben.

 

Ein Beitrag aus der Reihe "SWR2-Weihnachtslieder"

Bilderbuch zum Lied

Eine Einladung zum Mitsingen

Wie in einem Bilderbuch führen die Bildkarten Schritt für Schritt durch das Lied. Beim gemeinsamen Singen können Eltern und Kinder so Strophe für Strophe entdecken und das Lied gleichsam „singend durchblättern“. Die Zeichnung ist bewusst schlicht und kindgerecht gehalten. Ihre offene Gestaltung lädt dazu ein, eigene Assoziationen einzubringen, die Motive weiterzudenken und die Bilder vielleicht sogar selbst kreativ zu ergänzen oder eigene Bilder zu gestalten.

Die Vorlagen lassen sich ausdrucken und bunt gestalten: So entstehen kleine Leporellos oder sogar Lied-Memorys. Wer mit den Bildern und den entsprechenden Liedstrophen spielen möchte, kann auf mitsingen.de Lieder erraten oder seine Textsicherheit bei einem Bildermemory testen.

 

 

Viel Spaß beim Blättern!

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State: read, orientation: landscape

Quelle: Ein Projekt der Arbeitsstelle Kirchenmusik in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens (EVLKS), Fachbeauftragte für Chor- und Singarbeit Martina Hergt www.kirchenmusik-sachsen.de