Der Entstehungsprozess
Hier erfahrt ihr, wie der Prozess zum neuen Evangelischen Gesangbuch abläuft.
Der Entstehungsprozess
Hier erfahrt ihr, wie der Prozess zum neuen Evangelischen Gesangbuch abläuft.
Warum entsteht ein neues Gesangbuch?
Seit der Reformation gibt es immer dann neue Gesangbücher, wenn sich im kirchlichen Leben einschneidende Veränderungen zeigen, entweder in Fragen der Theologie oder in gesellschaftlichen Entwicklungen. So hat sich herauskristallisiert, dass im deutschsprachigen Raum alle 30 bis 50 Jahre ein dickes neues Gesangbuch entstand, daneben viele weitere Liederbücher und Begleithefte in den verschiedenen Regionen.
Aktueller Anlass für ein neues Gesangbuch sind liturgische Veränderungen, die vielen neuen Gottesdienstformen und technischen Möglichkeiten, an die in den 1990-er Jahren noch niemand denken konnte, – und natürlich die zahlreichen beliebten neuen Lieder.
Der Weg bis 2028
- 2017: Beschluss von Rat und Kirchenkonferenz der EKD zur Revision des Evangelischen Gesangbuches
- 2019: Im Kirchenamt der EKD wird ein Projektbüro eingerichtet sowie eine Steuerungsgruppe und eine Gesangbuchkommission berufen, die 2020 ihre Arbeit aufnimmt.
- 2024: Nach vier großen Tagungen in ganz Deutschland, zahlreichen digitalen Sitzungen, über 20 Treffen der Steuerungsgruppe (sowohl präsentisch als auch per Videokonferenz), der Sichtung von mehreren tausend durch den Liederausschuss und vielen Stunden Überlegungen zum Aufbau des Gesangbuches läuft aktuell der Prozess der Rubrikenkomposition. Aus den Vorüberlegungen und Ergebnissen der zurückliegenden Jahre entstehen hier die ersten konkreten Seiten des neuen Evangelischen Gesangbuches.
Zwischen November 2025 und Palmsonntag 2026 geht ein Probedruck mit etwa einem Drittel des späteren Umfangs in die Gemeinden. Ebenfalls mit dem Ziel eines intensiven Feedbacks soll auch das digitale Gesangbuch erprobt werden.
- Ab dem 1. Advent 2028 schließlich soll das neue Evangelische Gesangbuch – in gedruckter sowie digitaler Fassung – zur Einführung durch die Landeskirchen bereit stehen.
„Singen gehört fraglos zur Natur des Menschen, so dass es gleichsam keine menschliche Kultur gibt, in der nicht gesungen würde.“ Yehudi Menuhin
Leitlinien
Als Grundlage für die Arbeit im Gesangbuchprozess sind in den „Leitlinien für ein neues Gesangbuch in der evangelischen Kirche – gedruckt und digital“ die zentralen Gedanken zur praktischen Kriteriologie zusammengefasst. Ausgehend von Überlegungen zu Theologie, Frömmigkeit und Spiritualität sowie zu Sprache, Bildern und Vorstellungen sind hier vor allem Aspekte zu einer repräsentativen und profilierten Vielfalt in der Liedauswahl zusammenfasst. Auch Qualitätsfragen sowie die ästhetische und funktionale Gestaltung werden bedacht.
Wer macht's?
Referententeam: Lukas Bauer, OKR Susanne Hasselhoff, Pastor Christian Verwold
Sachbearbeitung: Vanessa Schwill
Kontakt:
Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) | Kirchenamt
Projekt 4.01-04 „Evangelisches Gesangbuch“
Herrenhäuser Str. 12 | 30419 Hannover
Vorsitzender: LKMD Kord Michaelis (Karlsruhe)
weitere Mitglieder: Prof. Dr. Jochen Arnold (Bielefeld), Dr. Johannes Goldenstein (Hannover), Martina Hergt (Dresden), Prof. Dr. Gunter Kennel (Berlin), OKR‘in Gudrun Mawick (Oldenburg), OKR Dr. Karl Friedrich Ulrichs (Hannover)
70 Fachleute (Theolog:innen und Kirchenmusiker:innen aus allen Landeskirchen der EKD und aus der Ev. Kirche in Österreich sowie aus den musikalischen Verbänden plus Expert:innen zu bestimmten Themen).
Die Kommission kommt zu jährlichen Plenartagungen zusammen und ist ansonsten in fünf Arbeitsausschüssen organisiert:
A1 Liedauswahl
A2 Textauswahl
A3 Digitale Fragen
A4 Konzeption und Gestaltung
A5 Begleitpublikationen und Singvermittlung
Zu einzelnen Fachfragen gibt es darüber hinaus AGs oder Expertengruppen.