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Wie lieblich ist der Maien

Nr. 501 • Evangelisches Gesangbuch

Mit seiner heiteren Melodie und den lebensnahen Bildern bringt dieses Lied die ganze Frische eines Maienmorgens in den Gottesdienst. Ob als fröhlicher Auftakt im Mai oder als geistliches Morgenlied für Werktage – es lädt zum Mitsingen ein und schenkt sofort gute Laune.

Text:

Martin Behm, 1604 und 1606

Melodie:

Johann Steuerlein, 1575 geistlich Nürnberg 1581

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Wissenswertes zu "Wie lieblich ist der Maien"

Martin Behms „Kirchenkalender“ erschien 1606 (Vorwort 1604) und enthält dreizehn Predigten – eine für das gesamte Jahr sowie zwölf für die einzelnen Monate. Jede Predigt wird durch ein gereimtes Gebet abgeschlossen. Das bekannte Lied „Wie lieblich ist der Maien“ entstammt der Mai-Predigt. Mit der Melodie von Johann Steurlein sekundär verbunden, ist es zu einem beliebten Kirchenlied geworden.

Im Lied erklingt das vom erhebenden Eindruck eines Maienmorgens inspirierte Frühgebet eines Einzelnen. Menschen, Landtiere und Vögel freuen sich und loben Gott, „weil alles grünt und blüht“ (Strophe 1). Das Gotteslob geht über in die Bitte, Gott möge die aufgegangene Saat zu einer guten Ernte gedeihen lassen (Strophe 2). Wie „Mehltau, Frost, Reif und Schloß‘ (Schloßen = Hagel; 2,8) die Ernte gefährden, so bedrohen die Finsternis des Herzens (vgl. 3,1) und die Erfahrung von Leid (vgl. 3,7) den Glauben. Deshalb soll die Freude des Maienmorgens den Beter auch geistlich erfassen: „die größte Lust zu haben allein an deinem Wort“ (Strophe 3). Das Lied schließt – morgengebetstypisch – mit einer Bitte für das bevorstehende Tagwerk, die wiederum von der Anschauung des Maientages inspiriert ist: „Die Blümlein lass aufgehen von Tugend mancherlei“ (Strophe 4).

Zunächst erklingt eine aufwärts schwingende, durch Punktierungen hüpfend-bewegte Melodie, die sich am Ende des Bogens auf dem Grundton sammelt. Dieser erste Melodieteil wird Stollen genannt und anschließend wiederholt. Darauf folgt eine neue Melodieidee, der Abgesang: Er setzt frisch bewegt ein, ebenfalls mit punktierten Rhythmen, und entfaltet sich in einer abwärts fließenden Achtelkette, bevor zum Schluss der Schluss des Stollens wieder aufgegriffen wird. Diese sogenannte Reprisen-Barform (A–A–B–A) war eine beliebte und weit verbreitete Form vieler Volks- und Liebesliedmelodien, besonders im Minnesang. Die klare und einfache tonale Gestalt macht die Melodie besonders eingängig.

Dass das Lied eigentlich ein Werktagslied ist, wie die 4. Strophe zeigt („Mein Arbeit hilf vollbringen“), hindert nicht daran, es im Sonntagsgottesdienst im Mai als fröhlich stimmendes Eingangslied zu singen und in der Predigt auszulegen. Mit Blick auf die bevorstehende Arbeitswoche kann die letzte Strophe zudem im Sendungsteil vor dem Segen ihren Platz finden. Darüber hinaus eignet sich das Lied in besonderer Weise für Morgenandachten im Mai, wie sie in kirchlichen Kreisen, Gruppen und Gremien vielfach gehalten werden.

Aufnahmen von "Wie lieblich ist der Maien"

Wie lieblich ist der Maien
mit Chor und Instrumentalbegleitung

Projektchor mit allen Generationen der Lutherkantorei Bad Harzburg, Rainer Buhl (Gitarre), Bogdan Izdebski (Kontrabass), Musikalische Leitung: Karsten Krüger

Wie lieblich ist der Maien
mit Vokalensemble

Vocal Concert Dresden, Leitung: Peter Kopp

aus: CD "Lob, Ehr und Preis sei Gott" ℗ Edel Germany GmbH

Wie lieblich ist der Maien
mit Chor

Rundfunkchor Berlin, Leitung: Simon Halsey

aus: CD "Morgenlicht - Kirchenlieder & Choräle" ℗ 2013 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin