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Strahlen brechen viele

Nr. 268 • Evangelisches Gesangbuch

  • freiTöne

Der ökumenische Gedanke „Einheit in Vielfalt“ spiegelt sich im Inhalt und in der Verbreitungsgeschichte des schwedischen Liedes »Lågorna är många, ljuset är ett« in besonderer Weise wider. Bekannt wurde es durch den Gesang auf einer Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen.

Text:

Dieter Trautwein (*1928–†2002), 1976

deutsche Übertragung nach der schwedischen Liedvorlage »Lågorna är många, ljuset är ett« von Andres Frostenson von 1974

Melodie:

Olle Widestrand (*1932–†2018), 1974

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Wissenswertes zu "Strahlen brechen viele"

Anders Frostenson (1906–2006), schwedischer Journalist, Pfarrer in Stockholm und Schlossprediger in Drottningholm ist als Dichter, Kinderbuchautor und Übersetzer zahlreicher Lieder in Schweden sehr bekannt. Er besuchte im Kontext seiner Arbeit für das schwedische Gesangbuch „Den Svenska Psalmboken“ von 1986 die Genfer Zentrale des Ökumenischen Weltkirchenrates. Hier findet sich im Eingangsbereich das Zitat von Cyprian: „Lampades sunt multae, una lux“ (Es sind viele Lichtstrahlen, aber nur ein Licht). Dieses Zitat inspirierte Anders Frostenson 1972 zum Lied „Lågorna är många“. Dieter Trautwein und Andres Frostenson standen durch die Arbeit im Gottesdienst-Ausschuss zur 6. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in engem Austausch. 1976 übertrug Trautwein den schwedischen Text ins Deutsche. Diese Liedfassung wurde 1993 in das Evangelische Gesangbuch (EG) aufgenommen.

Der ökumenische Gedanke der „Einheit in Vielfalt“ wird in fünf Strophen mit direkten Bibelbezügen variiert: 

Strophe 1: Licht (Joh 8,12)

Strophe 2: Zweige/Stamm (Jes 11,1)

Strophe 3: Gaben (1 Kor 12,4–6)

Strophe 4: Dienste (1 Petr 4,10)

Strophe 5: Glieder (1 Kor 12,12)

Die gleichbleibende Textstruktur mit jeweils zwei Hälften (ohne Reime) erzeugt eine klare Gliederung, Wiederholungen vertiefen den Inhalt und als zentraler Begriff wird das Wort „Christus“ hervorgehoben. Die Ton-Wort-Betonungen harmonieren auf natürliche Weise – mit Ausnahme einer kleinen Irritation in der deutschen Textübertragung bei der Silbenbetonung von „durch“ im letzten Takt.

Die Melodie in Moll lehnt sich rhythmisch und im Aufbau natürlich an die Textvorgabe an. Sie fließt in einer schwungvollen Bewegung den zwei Ruhepolen bei den Worten „Christus“ und „durch ihn“ entgegen. So entstehen Tonketten in einem Tonraum von nur neun Tönen – mit einem ernsten, zugleich aber bewegt-ermutigenden Charakter.

Das Wochenlied zum Pfingstmontag fügt sich passgenau in das Proprium des Feiertags ein. Es eignet sich für Andachten oder Feiern, bei denen die in den Strophen hinterlegten biblischen Bezüge – z. B. in Wochensprüchen oder Lesungen – aufgegriffen werden. Das Lied spielt durch seine Entstehungsgeschichte und seinen Inhalt eine zentrale Rolle in der Vernetzung der weltweiten Kirche und im ökumenischen Prozess. Es ist in Form und Inhalt auch für Kinder gut verständlich und lässt sich durch Vor- und Nachsingen leicht auswendig lernen.

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Eine Einladung zum Mitsingen

Singen können Eltern und Kinder so Strophe für Strophe entdecken und das Lied gleichsam „singend durchblättern“. Die Zeichnung ist bewusst schlicht und kindgerecht gehalten. Ihre offene Gestaltung lädt dazu ein, eigene Assoziationen einzubringen, die Motive weiterzudenken und die Bilder vielleicht sogar selbst kreativ zu ergänzen oder eigene Bilder zu gestalten.

 

Die Vorlagen lassen sich ausdrucken und bunt gestalten: So entstehen kleine Leporellos oder sogar Lied-Memorys. Wer mit den Bildern und den entsprechenden Liedstrophen spielen möchte, kann auf mitsingen.de Lieder erraten oder seine Textsicherheit bei einem Bildermemory testen.

 

 

Viel Spaß beim Blättern!

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State: read, orientation: landscape

Quelle: Ein Projekt der Arbeitsstelle Kirchenmusik in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens (EVLKS), Fachbeauftragte für Chor- und Singarbeit Martina Hergt www.kirchenmusik-sachsen.de