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Seht, die gute Zeit ist nah (Kanon)

Nr. 18 • Evangelisches Gesangbuch
Nr. 33 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)

  • Kinderkirchenlieder "Immer und überall" (ELKB)

Ein volksliedhafter Kanon? Ein Hirtenlied? Eine schwingende Pastorale? Die Melodie nach einem mährisch-tschechischen Weihnachtslied, in einem Adventskanon mit variablem Ostinato gestaltet, überzeugt durch ihre eingängige Singidee und erfreut sich großer Beliebtheit.

Text:

Friedrich Walz (*1932–†1984), 1972

Melodie:

Friedrich Walz (*1932–†1984), 1972

Kanon für 2 Stimmen nach dem mährischen/tschechischen Weihnachtslied „Svatou dobu již tu máme“

Satz:

Richard Rudolf Klein (*1921–†2011), vor 1993

Begleitstimmen

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Wissenswertes zu "Seht, die gute Zeit ist nah (Kanon)"

Als Pfarrer in Erlangen-Neustadt war Friedrich Walz für die Studierendenseelsorge zuständig. Gemeinsam mit den Mitgliedern seiner Studentenkurrende sammelte er Advents- und Weihnachtslieder aus unterschiedlichen Kulturen und Ländern. 1980 veröffentlichte er unter dem Titel „Die ganze Welt hat sich gefreut“ eine Sammlung von 24 internationalen Liedern mit deutschen Texten als Kassette mit Begleitbuch für Andachten. Darunter befindet sich auch „Seht, die gute Zeit ist nah“, das er 1972 nach dem tschechischen bzw. mährischen Weihnachtslied „Svatou dobu již tu máme“ bearbeitet hatte. Seit 1979 wurde dieses Lied in zahlreiche Liederbücher aufgenommen und 1993 in den Stammteil des Evangelischen Gesangbuchs aufgenommen.

Der Text besteht aus zwei Strophen zu je vier Zeilen im Kreuzreim (abab). Jeder Strophe ist eine fünfte Zeile als Wiederholung und Verstärkung der vierten Zeile angefügt. Die Ankündigung der Ankunft Gottes auf Erden und die damit verbundene Friedensverheißung in der ersten Strophe wird in der zweiten Strophe konkretisiert. Sie benennt die Menschen, für die diese Verheißung gilt und die zur Vorfreude eingeladen sind. Diese werden in Gegensatzpaaren nach Beruf und Status, Generation und Lebenssituation beschrieben. Das ergänzende Halleluja der beiden Begleitstimmen bedeutet „Lasst uns Gott loben“. Dieser Ausruf ist aus vielen Lobpsalmen vertraut und als Antwortgesang auf eine gottesdienstliche Lesung gebräuchlich.

Die Melodie ist als Pastorale im wiegenden 6/8-Takt gestaltet. In den ersten beiden Takten schwingt sie sich über die zentralen Akkordtöne nach oben, in den Takten drei und vier vom höchsten Melodieton zurück zum Grundton. Die letzte Zeile wird durch den in Achteln gebrochenen Dreiklang belebt und verstärkt die Aussage der finalen Textzeile. Alles wirkt leicht, tänzerisch und volkstümlich schlicht. Der fröhliche Charakter unterstreicht dabei die frohmachende Botschaft des Textes.

 

Die Melodie kann im zweistimmigen Kanon mit gemeinsamem Ende auf den Schlusstönen der fünften und vierten Zeile, aber auch mit auslaufendem Schluss gesungen werden. Friedrich Walz hat die originale Melodie verkürzt: Dort beginnt die fünfte Melodiezeile mit einem neuen Text und endet mit einer Binnenkadenz zur Terz hinauf; sie wird in einer sechsten Zeile mit denselben Tönen und Text wiederholt und anschließend – wie bei Walz – auf dem Grundton abgeschlossen.

 

Die Tonfolgen der beiden Hallelujas setzen sanfte rhythmische Akzente auf die betonten Zeiten – wie Glockenklänge – und umspielen die Haupttöne der Melodie. Das tiefere Halleluja klingt besonders gut in der unteren Oktave.

Das Lied eignet sich für Gottesdienste und adventliche Feiern mit allen Generationen. Es kann als Gemeindelied oder als liturgischer Gesang an vielen Stellen des Gottesdienstes eingesetzt werden. Die mehrstimmigen Möglichkeiten mit Kanon und Hallelujas entfalten eine Klangfülle, die von der Einstimmigkeit bis zur Vierstimmigkeit reicht und sich durch weitere Oktavierungen noch erweitern lässt.

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Bilderbuch zum Lied

Eine Einladung zum Mitsingen

Wie in einem Bilderbuch führen die Bildkarten Schritt für Schritt durch das Lied. Beim gemeinsamen Singen können Eltern und Kinder so Strophe für Strophe entdecken und das Lied gleichsam „singend durchblättern“. Die Zeichnung ist bewusst schlicht und kindgerecht gehalten. Ihre offene Gestaltung lädt dazu ein, eigene Assoziationen einzubringen, die Motive weiterzudenken und die Bilder vielleicht sogar selbst kreativ zu ergänzen oder eigene Bilder zu gestalten.

Die Vorlagen lassen sich ausdrucken und bunt gestalten: So entstehen kleine Leporellos oder sogar Lied-Memorys. Wer mit den Bildern und den entsprechenden Liedstrophen spielen möchte, kann auf mitsingen.de Lieder erraten oder seine Textsicherheit bei einem Bildermemory testen.

 

Viel Spaß beim Blättern!

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State: read, orientation: landscape

Quelle: Ein Projekt der Arbeitsstelle Kirchenmusik in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens (EVLKS), Fachbeauftragte für Chor- und Singarbeit Martina Hergt www.kirchenmusik-sachsen.de