Sage, wo ist Bethlehem
Nr. 26 •
Durch Hohes und Tiefes
Nr. 62 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
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Dieser fröhliche Gesang ist ein dialogisch angelegtes Weihnachtslied für Groß und Klein. Es verbindet den biblischen Bezug zur Krippe in Bethlehem mit dem Gedanken, dass Weihnachten sich immer wieder neu ereignet – hier und heute.
Text:
Melodie:
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Wissenswertes zu "Sage, wo ist Bethlehem"
Rudolf Otto Wiemer verfasste zahlreiche Spiele für das Laien- und Puppentheater. In diesem Zusammenhang steht auch der dialogische Text, der erstmals in „Sage, wo ist Bethlehem? Kleine Weihnachtslitanei für drei Frager und drei Sprechgruppen2 (Weinheim 1975) veröffentlicht wurde. Die Vertonung von Schneider entstand wenig später und erschien in „Jetzt ist die Zeit zum Freuen2 (Freiburg i. Br. / Lahr 1980). Weitere Vertonungen folgten; durchgesetzt hat sich jedoch diese Text-Melodie-Verbindung.
Die Strophen sind als Frage-Antwort-Dialog gestaltet. Ausgangspunkt ist die Weihnachtsgeschichte, insbesondere der Ort Bethlehem mit der Krippe. Zu Beginn der vier Strophen – wobei die vierte Strophe die erste wieder aufgreift – werden Fragen gestellt. Die erste Zeile bleibt in allen Strophen gleich: „Sage, wo ist Bethlehem?“. Davon abgeleitet folgen weitere Fragen wie „Wo die Krippe?“ oder „Liegt es … weit?“. Gleich einem Refrain antworten darauf die beiden wiederkehrenden Zeilen: zunächst mit dem gleichbleibenden Hinweis „Musst nur gehen, musst nur sehen“, dann mit der jeweils variierten, abschließenden Aussage: „Bethlehem ist überall / jetzt und hier / jederzeit.“ Damit wird das Kernthema des Textes deutlich: Bethlehem ist nicht allein ein historischer Ort, sondern ein Geschehen, das sich immer wieder neu und überall vollzieht – bei uns und in uns.
Die Melodie bewegt sich im Umfang einer Oktave. Ihr Rhythmus ergibt sich unmittelbar aus dem Sprachduktus des Textes: Die Punktierung und Dehnung der ersten Note bei „Sa-ge“ betonen die einleitende Frage. Demgegenüber sorgen die Sechzehntelnoten in Wendungen wie „Wo die“ oder „musst nur“ für eine Beschleunigung hin zu den inhaltlich tragenden Wörtern „Krippe“, „gehen“ und „sehen“. Das längere Verweilen auf dem Spitzenton der Melodie sowie die rhythmische Akzentverschiebung bei „Bethlehem“ heben den Ortsnamen hervor und unterstreichen seine theologische Bedeutung: Bethlehem wird hier nicht nur benannt, sondern musikalisch ins Zentrum gerückt.
Das Lied gehört in die Weihnachtszeit. Sein besonderes Merkmal liegt im Frage-Antwort-Dialog, in der spielerischen Gestaltung und der kleinen Dramaturgie des Textes. Die Strophen lassen sich gut auf mehrere Personen oder Gruppen verteilen – vergleichbar dem volkstümlichen Krippenspiellied „Wer klopfet an?“. Dabei eignet sich das Lied nicht nur für weihnachtliche Familiengottesdienste und Krippenspiele. Der Gedanke, dass Weihnachten sich heute, mit uns und in uns ereignet, begegnet in mehreren Weihnachtsliedern. In der Kombination mit Liedern wie „Zu Bethlehem geboren“ (Strophe 1), „Nun singet und seid froh“ (Strophe 1 und 4), „Ihr Kinderlein, kommet“ (Strophe 1), „Kommet, ihr Hirten“ oder „O Bethlehem, du kleine Stadt“ können sich interessante thematische Perspektiven und dialogische Bezüge eröffnen.
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