Näher, mein Gott, zu dir
Nr. 691 • EG-Regionalteil Baden-Pfalz-Elsass-Lothr.
- Kommt atmet auf /
- Gotteslob
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Hintergrund des Liedtextes ist die biblische Erzählung von Jakobs Traum von der Himmelsleiter. Die deutsche Übertragung basiert auf einem Gedicht einer englischen Dichterin und wurde mit verschiedenen Melodien vertont. Die bekannteste ist die hier vorliegende Version.
Text:
Melodie:
bei Ernst Gebhardt 1875
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Wissenswertes zu "Näher, mein Gott, zu dir"
Biblischer Hintergrund des Textes ist die Erzählung von Jakobs Traum von der Himmelsleiter im 1. Buch Mose. Die erste Fassung ihres Gedichtes soll Flower Adams im 21. Lebensjahr geschrieben haben. Zuerst gedruckt wurde es in „Hymns and Anthems“, herausgegeben von William Johnson Fox, Leiter der unitarischen Gemeinde, London 1841. Die Wiederholung der Worte „nearer, my God, to Thee“ im Refrain trat erst mit der Verwendung der Melodie BETHANY (1856), die auch dem jetzigen deutschen Text zugeordnet ist, hinzu. Das Lied wurde bei vielen Gelegenheiten mit einer erhebend-pathetischen Wirkung gesungen. Es soll beim Untergang der „Titanic“ erklungen sein und erreichte durch Filme über den „Titanic“-Stoff eine riesige crossmediale Rezeption. Es existieren sehr viele verschiedene Übertragungen ins Deutsche. Verbreitet ist diejenige von Erhardt Friedrich Wunderlich, die Ernst Gebhardt (1830-1895), ein wichtiger Gesangbuchherausgeber und transnationaler Vermittler für Liedgut der Erweckungs- und Heiligungsbewegung, in die Sammlung „Frohe Botschaft in Liedern“ 1875 aufgenommen hat. Eine andere textliche Tradition bietet der österreichische Eigenteil des Gotteslob 2013.
„Nearer, my God, to Thee” bildet aus der Erzählung von Jakobs Traum von der Himmelsleiter (1. Mose 28,10-22) ausdrücklich ein Lied (siehe „my song“ in Strophe 1 und 5). Gottes Nähe wird am Anfang und am Ende jeder Strophe aufgerufen. Diese sehnsuchtsvolle Vergewisserung könnte gerade in schwierigen Situationen, in Kombination mit dem Bild des Kreuzes, den Singenden hinaufbringen oder näherbringen zu Gott. Im Traum ist die Verbindung zu Gott möglich, erlebbar durch einladende Engel. Dass das Beth-El, das Haus Gottes, aus Steinen der Sorgen errichtet wird, bleibt unübersetzt. Die Bitte, Gottes Weg erscheinen zu lassen (siehe 3. Strophe des englischen Originaltextes), wird in der Übertragung in der letzten Strophe zurückgestellt – zugunsten des Wunsches, Gott fraglos und jenseitig näher zu sein. Ungewöhnlich kühne Bilder prägt Flower: den Himmel teilen, die Gestirne vergessen, singend aufwärts fliegen – ‚näher zu dir‘.“
Die Melodie baut sich aus wenigen wiederholten oder minimal abgewandelten Figuren auf, die Innigkeit erzeugen. Vier Langzeilen, die sich in zwei je zweitaktige Halbzeilen teilen, werden aus den Melodiephrasen a, b, a, b‘, c, c‘, a, b‘ gebildet. Auch rhythmisch sind die ersten Langzeilenhälften identisch, die zweiten untereinander nur wenig abgewandelt. Ein wiegender Effekt entsteht. Der große Tonraum der Dur-Melodie (Ambitus) trägt das wirkmächtige Pathos des Liedes. Auffallend erhebt sich die dritte und vierte Langzeilenhälfte der Melodie in eine wesentlich höhere Tonlage bevor diese dramaturgische Steigerung wieder zur Ruhe kommt.
Das Lied eignet sich thematisch für Situationen, in denen Sorgen, Leid und Krisen – sowohl im persönlichen als auch im gesellschaftlichen Kontext – die Frage nach Gottes Gegenwart aufwerfen und seine Nähe suchen lassen. Das Lied wird gern in deutschen Übertragungen bei Beerdigungen und Trauerfeiern ausgewählt. Das Lied überspannt und verbindet (teilweise in Varianten) einen weiten konfessionellen Raum.
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