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Mögen Engel dich begleiten

Nr. 362 • Kinderkirchenlieder "Immer und überall" (ELKB)
Nr. 341 RT Bayern-Sachsen • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)

Für viele Menschen sind Engel ein Sinnbild für Schutz, Trost und Nähe Gottes – auch über kirchliche oder konfessionelle Grenzen hinweg: Du gehst nicht allein auf deinen Lebenswegen. Vielleicht ist es gerade dieser Wunsch, der das Lied so beliebt macht, und weshalb es besonders gern bei Tauffeiern oder anderen Lebensübergängen angestimmt wird.

Text:

Jürgen Grote (*1959)

Melodie:

Jürgen Grote (*1959)

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Wissenswertes zu "Mögen Engel dich begleiten"

Anlass für das 2006 entstandene Lied war die Taufe des Kindes einer Freundin. Jürgen Grote verfasste im Zusammenhang mit Kindergottesdiensten, Amtshandlungen, Gottesdiensten und Andachten mehrere solcher anlassbezogenen Lieder. Die Erstveröffentlichung erfolgte im Liederbuch „Du bist da“, Elbe 2009 (Eigenverlag). Später schrieb Grote noch eine Hochzeits- und eine Beerdigungsversion. Die im Internet zu findende Fassung für verwaiste Eltern stammt von Thomas Zenglein. Das Lied verbreitete sich rasch und liegt heute in zahlreichen Einspielungen auf YouTube vor.

Ausgangspunkt für den Text ist der Taufspruch „Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen“ (Psalm 91,11). Als würde auf Gottes Befehl allein nicht recht Verlass sein, formuliert der Kehrvers einen Wunsch nach Behütung und Begleitung durch Engel und verstärkt diesen durch Wiederholung – das Wort „Mögen“ erklingt im doppelten Refrain gleich viermal. In den Strophen wird hingegen die Gewissheit vom Wirken der Engel beschrieben. Grote sieht Engel als Wesen auch ohne Flügel, aber mit freundlichem Gesicht. Sie begleiten, erhellen, halten, tragen – und beten sogar. In der letzten Strophe (Strophe 5) heißt es pointiert, dass „wir“ selbst die Engel sind: Im Vertrauen auf Gottes Macht und Liebe spüren und erkennen wir Geborgenheit und Gemeinschaft.

Aufgrund der sich ähnelnden Melodiezeilen – sowohl in den melodischen Bausteinen als auch in der Rhythmik – ist die Melodie sehr eingängig. Sie bewegt sich innerhalb einer Oktave und nutzt überwiegend einfache Sekund- und Terzschritte. In der Kadenz am Ende der ersten Zeile („vor dir liegt“), im ersten Teil der zweiten Zeile („Immer zeigen“), zu Beginn der dritten Zeile („Mögen Engel“) sowie am Ende des Refrains („unendlich liebt“) treten auch Quart- und Sextintervalle auf. Rhythmisch auffällig ist die nahezu durchgängige Aufteilung eines Takts in zweimal drei Achtel (d. h. Viertel plus Achtel bzw. punktierte Viertel) und eine abschließende Viertelnote auf der vierten Zählzeit. Dieser Rhythmus findet sich bei Tänzen und wird im popularmusikalischen Bereich häufig verwendet.

Das ursprünglich als Tauflied entstandene Lied lässt sich ebenso in allen Segenssituationen einsetzen. Mit den parallelen Textfassungen für Hochzeiten, Beerdigungen und Trauerfeiern sind Lieder entstanden, die für biografische Lebensschwellen geeignet sind und sich auch für weitere Kasualien und Andachtsformate anpassen lassen. Die Aufnahme von „Mögen Engel dich begleiten“ in das Gesangbuch „Kinderkirchenlieder – Immer und überall“ zeigt zudem, dass es auch für das gemeinsame Singen mit Kindern, für Kinder- und Familiengottesdienste sowie für das Singen zu Hause geschätzt wird.

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