Kreuz, auf das ich schaue
Nr. 598 • EG-Regionalteil Niedersachsen-Bremen
- Durch Hohes und Tiefes /
- Himmel, Erde, Luft und Meer /
- Gotteslob /
- Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder /
- EG.E Evangelisches Gesangbuch - Ergänzungsheft /
- EG-Regionalteil Württemberg
Eine karge und gefasste Kreuzmeditation als Passionslied. Entstanden ist dieser Gesang über die Grenzen des geteilten Deutschlands hinweg.
Text:
Melodie:
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Wissenswertes zu "Kreuz, auf das ich schaue"
Das Lied entstand 1982. Beachtenswert ist die Zusammenarbeit eines westdeutschen Texters mit einem ostdeutschen Komponisten in der Zeit der deutschen Teilung. Es wurde in mehreren evangelischen Anhängen und Begleitheften abgedruckt, ebenso in das katholische Gotteslob sowie in das Gesangbuch der Evangelisch-methodistischen Kirche aufgenommen. 2018 erhielt es den Status des Wochenliedes für den 3. Sonntag in der Passionszeit (Okuli).
Die drei Strophen des Liedes bestehen aus vier Zeilen zu 6.5.6.5 Silben, die mit Kreuzreim versehen sind. Es ist ein komprimierter Text der Kreuzmeditation. Einen Auftakt gibt es nicht: Das einsilbige Wort „Kreuz“ eröffnet jede Strophe. Das Lied beschreibt den Weg vom Schauen über das Hin-Fliehen zum Weiter-Gehen. Im Hintergrund mag die Bibelstelle stehen: „Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft“ (1. Korinther 1,18). Der Text sieht das Kreuz nicht als Zeichen des Leidens, sondern als Zeichen des Vertrauens und der Nähe zu Gott. Die zweite Strophe mündet in die „Hoffnungszeit“. Die dritte Strophe spricht vom Aufbruch „in den neuen Tag“ und greift den Gedanken des Gott-nahe-Seins aus der ersten Strophe erneut auf.
Die Melodie ist karg wie der Text. Sie wirkt ruhig und verinnerlichend und bietet pro Silbe jeweils nur einen Ton. Die Schaukelbewegung des ersten Taktes begegnet im dritten Takt erneut – beide Takte sind identisch. Während der zweite Takt nach unten weist, deutet der vierte nach oben und bereitet so den höchsten Ton der Melodie vor, der am Beginn des fünften Taktes erreicht wird. Von dort führt die Melodie schrittweise über eine zweimal auftauchende f–g-Schaukel und einen C-Dur-Dreiklang wieder hinab zum Grundton. Auffällig ist, dass die Töne 3, 4 und 5 des Liedes identisch mit dem Beginn des vorletzten Taktes sind. Dieser vorletzte Takt ist auf drei Halbe verlängert, wodurch die Melodie im D-Moll organisch zur Ruhe kommt.
Der Bezug zum Sonntag Okuli ergibt sich aus Psalm 34: „Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten.“ Auch der Wochenspruch spricht vom Sehen: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes“ (Lukas 9,62). Im Lied geht es um das Schauen auf das Kreuz und darum, was aus diesem Zeichen Positives erwachsen kann. Gemeint ist wohl weniger ein Kruzifix, das das Leiden betont, sondern vielmehr das leere Kreuz – das Zeichen des Auferstandenen. Deshalb eignet sich das Lied nicht nur für die Passionszeit, für Passionsgottesdienste und -andachten sowie Kreuzwegmeditationen. Vor allem durch die letzte Strophe passt es auch als Morgenmeditation, vor dem Aufbruch in einen neuen Tag – und damit für das ganze Jahr.
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Impulse aus der Reihe KIRCHE IM SWR
"Kreuze hängen in Kirchen und Wohnzimmern, stehen an Wanderwegen und auf Berggipfeln. Es ist Erkennungszeichen der Christen und zugleich irritiert es. Denn eigentlich ist das Kreuz ein Folter- und Hinrichtungsinstrument, steht für Leid und Tod. Und doch ist es für Christen ein hoffnungsvolles Zeichen." Gedanken zum Lied von Judith Schmitt-Helfferich.
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Quelle: www.kirche-im-swr.de
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