Kommt und lasst uns Christus ehren
Nr. 39 •
Evangelisches Gesangbuch
Nr. 68 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
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Ein schwungvolles, fröhliches Weihnachtslied, das ganz unterschiedliche Bibelbezüge vor dem Hintergrund der Weihnachtsgeschichte in den Mittelpunkt unserer Betrachtung rückt. Wer die Melodie erfunden hat, bleibt im Verborgenen. Den Text verfasste Paul Gerhardt im Jahr 1667. Bereits in der ersten Zeile teilt er sein Anliegen mit: „Kommt und lasst uns Christus ehren“ – natürlich singend.
Text:
Melodie:
15 Jh., bei Valentin Triller 1555
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Wissenswertes zu "Kommt und lasst uns Christus ehren"
Der Text wurde 1667 als Weihnachtsgesang in den von Johann Georg Ebeling herausgegebenen Geistlichen Andachten veröffentlicht und später in Johann Crügers Gesangbuch Praxis Pietatis Melica übernommen.
Die Melodie ist identisch mit dem ersten Teil von „Den die Hirten lobeten sehre“ (Quempas). Sie ist nachweisbar um 1450 im Zisterzienserkloster Hohenfurt in Böhmen (heute Kloster Vyšší Brod, Tschechien) sowie 1541 in Prag belegt. Valentin Triller (*um 1493 in Guhrau, Schlesien; † vermutlich 1573 in Nimptsch, Schlesien) veröffentlichte sie in seiner Sammlung Schlesich Singebüchlein, Breslau 1555.
Vor dem Hintergrund der Weihnachtsgeschichte hat jede Strophe eigene biblische Bezüge. Was die Hirten in Lukas 2,15 sich gegenseitig zusprechen, wird in Strophe 1 auf die gesamte Christenheit bezogen. Strophe 2 erinnert an Psalm 40,15: „Schämen sollen sich …“. Strophe 3 bezieht sich auf Johannes 3,16: „Also hat Gott die Welt geliebt …“. Strophe 4 schöpft aus dem Lobgesang des Zacharias (Lukas 1,78). Strophe 5 verknüpft das Bild vom Stern Jakobs (4. Mose 24,17) mit 1. Johannes 3,8b: „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“ Strophe 6 zitiert Römer 9,10. Die Schlussstrophe bezieht sich auf den Gesang der Engel in Lukas 2,14 und schließt damit den Kreis zur Weihnachtsgeschichte. Die Strophen sind mit dem Silbenmaß 8–8–8–7 und dem Reimschema aaab gebaut.
Vom Grundton ausgehend schwingt sich die Melodie im Sechstonraum aufwärts. Auf den höchsten Tönen der ersten Phrase wird damit unmittelbar das Zentrum der Aussage gesetzt: Christus ehren. Die zweite Zeile führt unter den Grundton hinab zum Tiefpunkt der Melodie. Die dritte Zeile variiert die erste, indem sie die Tonfolge ab dem vierten Ton der ersten Zeile übernimmt und mit den ersten beiden Tönen der ersten Zeile in umgekehrter Reihenfolge abschließt. Die vierte Zeile ist eine Variation der zweiten Zeile, wobei der vorletzte Ton nicht zum Tiefton, sondern aufwärts zum Grundton leitet. Die theologische Dichte des Textes erhält durch den Schwung der Melodie einen fröhlichen, positiv gestimmten Weihnachtscharakter.
Zwar ist dies nicht ausdrücklich notiert, doch ließe sich die Musik als 6/4-Takt und damit als Wiegenlied auffassen. Diese Deutung passt insbesondere zur letzten Strophe, die das Kindlein im Stall besingt. So kann man sich etwa in der ersten und der letzten Strophe gut eine fröhlich wiegende Gemeinde vorstellen. Der Wochenliedplan ordnet das Lied dem Christfest II zu. Mit seiner bildreichen Sprache eignet es sich gut für jeden weihnachtlichen Singgottesdienst.
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Kommt und lasst uns Christus ehren | Evangelisches Gesangbuch Nr. 39, Strophe 1
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