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Ich möcht', dass einer mit mir geht

Nr. 209 • Evangelisches Gesangbuch
Nr. 166 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)

Der Melodiegang malt einen Weg: Er beginnt in Moll, öffnet sich ins Dur und kehrt wieder zum Anfang zurück. Die biblische Erfahrung des Unterwegsseins mit Gott wird so auf den Lebensweg jedes Einzelnen bezogen. Jesus – Freund und Bruder – geht dabei mit.

Text:

Melodie:

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Wissenswertes zu "Ich möcht', dass einer mit mir geht"

Als Preisträgerlied wurde das Lied 1964 im Liederheft des dritten Tutzinger Preisausschreibens veröffentlicht. Rasch fand es Verbreitung, erfreute sich vor allem bei Jugendlichen großer Beliebtheit und wurde in verschiedene Anhänge und Beihefte zum Evangelischen Kirchengesangbuch aufgenommen. 1994 fand es schließlich Eingang in das Evangelische Gesangbuch und wurde dort der Rubrik Taufe und Konfirmation zugeordnet.

Der Text besteht aus fünf Zeilen mit dem Silbenmaß 8.8.7.4.8 und folgt dem Reimschema aa´bb´a. Er arbeitet umgangssprachlich mit verkürzten Silben (möcht´, wart´, der´s) und setzt sich aus einem langen, vierteiligen Satz sowie einem kurzen Schlusssatz zusammen. In den Strophen 1–3 sind die erste und die letzte Zeile textlich wie melodisch identisch. Im Verlauf nähert sich das lyrische Ich Schritt für Schritt – von „Ich möcht´“ über „ich wart´“ bis „es heißt´“ – dem Bekenntnis: „Ich möcht´, dass Christus mit mir geht.“ Dieses persönliche Glaubensbekenntnis wird durch das zuvor erlebte Bekenntnis der Gemeinde (Strophe 4) gestärkt. Die Bibel selbst erzählt von Gottes Begleitung: im Exodus des Volkes Israel, in Jesu Wort „Ich bin der Weg“ (Johannes 14,6) und in der Zusage des Beistands durch den Heiligen Geist (Apostelgeschichte 1,8).

Die Melodie stammt vom Textdichter selbst. Ihre G-Moll-Färbung mit der Aufhellung nach B-Dur in der Mitte sowie das Wechselspiel von bewegten und inne­haltenden Teilen entsprechen dem suchenden Charakter des Textes. Die zweite Zeile wiederholt den Rhythmus der ersten, nun im erhabenen Dur-Modus. Die dritte und vierte Zeile werden in einer gedehnten Phrase zusammengeführt und leiten organisch zurück zum Ausgangston. Der wiegende 6/8-Takt unterstreicht den letztlich warmen Grundcharakter des Liedes. Wie der Text vermittelt auch die Melodie das Ankommen bei Christus, ein Zuhausefinden in seiner Nähe.

Das Bild Jesu, der als Freund und Bruder auch durch dunkle Stunden mitgeht, steht im Lied klar vor Augen. Zugleich wird er dennoch als Herr Christ benannt – die persönliche Beziehung, um die es geht, ist nicht irgendeine, sondern die zu Gott, dem Herrn. Das Lied beschreibt einen Weg: von der Suche nach Beistand über das Erlebnis des Bekenntnisses der Gemeinde hin zur Findung des eigenen Ja bei Taufe oder Konfirmation. Der Autor hat dabei sicher an Jugendliche gedacht; doch das Lied eignet sich altersunabhängig für Gottesdienste, die diese Thematik aufnehmen, ebenso wie für Glaubens-, Tauf- oder Konfirmationskurse.

Aufnahmen von "Ich möcht', dass einer mit mir geht"

Ich möcht', dass einer mit mir geht
mit Frauenchor und Klavierbegleitung

Vocalensemble Cantica an St. Johannis Würzburg, Musikalische Leitung und Klavier: Hae-Kyung Jung