Das Leben ist zerbrechlich. Doch im Brot und in der Quelle des Lebens liegt täglich neue Stärkung. Davon singt dieses beliebte Abendmahlslied. Nach Lust und Laune können die Singenden ein- oder mehrstimmig in den verheißungsvollen und kostbaren Zuspruch einstimmen: „… so soll es sein!“
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Das Lied entstand 1988 unter dem Titel „So soll es sein“ und wurde ab 1989 besonders im Kontext der Kirchentage gesungen. Seine weitere Verbreitung verdankt es zudem den Konzerten und Tonträgern der beiden Autoren. Als Tageslied für den Gründonnerstag fand es Aufnahme in das Ergänzungsheft zum Evangelischen Gesangbuch sowie in zahlreiche Beihefte. Dabei begegnen beide Titel: „Ich bin das Brot, lade euch ein“ und „So soll es sein“.
Die drei Strophen lassen in Form wörtlicher Rede jeweils Jesus selbst als Sprecher auftreten. Auf „Ich bin das Brot“ (Joh 6,48) in der ersten Strophe folgt „Ich bin die Quelle“ in der zweiten. Das Motiv der Wasserquelle, die ewiges Leben schenkt (Joh 4,14), wird hier mit dem Wein in Verbindung gebracht. Die dritte Strophe paraphrasiert die Einsetzungsworte zum Abendmahl (1. Kor 11,23–25). Im wiederholten „So soll es sein“ lässt sich sowohl der Abschluss der Rede Jesu hören als auch das „Amen“ der Gemeinde. Im Refrain antwortet schließlich eindeutig die Gemeinde – anbetend und bittend – mit dem dreiteiligen Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.
Die Melodie steht in D-Dur und unterstreicht den frohgestimmten Charakter des Liedes. Ihr Verlauf ist schlicht und einfach, sodass er sich schnell erfassen lässt. Die vierzeiligen Strophen sind klar gegliedert: Die Zeilen 1 und 3 sind identisch, während Zeilen 2 und 4 – bis auf die unterschiedliche Schlusswendung – fast gleich verlaufen. Der Refrain besteht aus drei gleich aufgebauten Phrasen mit jeweils unterschiedlichem Schluss: zunächst in der Tonika, dann in der Tonika-Parallele, schließlich wieder in der Tonika, diesmal mit einem verlängerten vorletzten Takt in der Dominante. Er wird in einem schlichten, homophonen vierstimmigen Satz ausgeführt, der auf dem letzten Ton in Einklang endet und dadurch leicht zu erlernen ist.
Als Entfaltung einer zeitgenössischen Abendmahlstheologie eignet sich „Ich bin das Brot, lade euch ein“ nicht nur als Tageslied zum Gründonnerstag, sondern auch allgemein als Abendmahlslied sowie als korrespondierendes Lied zu Lesungen und Predigten im Kirchenjahr – etwa zu den Texten der Predigtreihe I an Lätare und am 7. Sonntag nach Trinitatis. Dank seiner einfachen, einprägsamen Sprache und Melodie eignet sich das Lied auch zum Singen mit Kindern und Jugendlichen. Dabei sollte bei Begleitung und Anleitung auf eine Tonhöhe geachtet werden, die auch für die tieferen Töne der Strophen gut singbar ist.
Vocalensemble Cantica an St. Johannis Würzburg, Musikalische Leitung und Klavier: Hae-Kyung Jung
Wie in einem Bilderbuch führen die Bildkarten Schritt für Schritt durch das Lied. Beim gemeinsamen Singen können Eltern und Kinder so Strophe für Strophe entdecken und das Lied gleichsam „singend durchblättern“. Die Zeichnung ist bewusst schlicht und kindgerecht gehalten. Ihre offene Gestaltung lädt dazu ein, eigene Assoziationen einzubringen, die Motive weiterzudenken und die Bilder vielleicht sogar selbst kreativ zu ergänzen oder eigene Bilder zu gestalten.
Die Vorlagen lassen sich ausdrucken und bunt gestalten: So entstehen kleine Leporellos oder sogar Lied-Memorys. Wer mit den Bildern und den entsprechenden Liedstrophen spielen möchte, kann auf mitsingen.de Lieder erraten oder seine Textsicherheit bei einem Bildermemory testen.
Viel Spaß beim Blättern!
Quelle: Ein Projekt der Arbeitsstelle Kirchenmusik in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens (EVLKS), Fachbeauftragte für Chor- und Singarbeit Martina Hergt www.kirchenmusik-sachsen.de
Lieder anhören – kennenlernen – verstehen
Eine Theologin und Kirchenmusikerin im Gespräch
Dieses Lied zum Abendmahl berührt mich. Es beginnt tief und lässt meine Stimme zunächst einen Sprung noch weiter nach unten und wieder zurück tun. Die Strophen bewegen sich harmonisch stark in der Dominanten, der Akkord A-Dur strebt wohin: Es ist, als streckt der seine Hand aus, dem wir unsere Stimme leihen: Jesus selbst. Seine Einladung spricht das Lied aus. Und indem wir es singen, nehmen wir diese Einladung an. Wir machen uns auf dem Weg zu ihm. An seinem Tisch ist Freude, von diesem Brot und diesem Wein können wir leben. Jesus ist dieses Brot, in diesem Wein schenkt er sich. "So soll es sein" - das ist die Übersetzung von "Amen"; die übergebundene lange Note kann schön ausgesungen werden und vergewissert uns: Ja, so und nicht anders! "Kyrie eleison" singen wir im hymnischen Refrain. der kurz vor dem Ende eine kleine, aber geistreiche Tücke hat: Die vorletzte Note ist doppelt so lang wie erwartet und steht wieder in der Dominanten: Wir feiern Jesu Barmherzigkeit. Der vierstimmige Satz endet im Einklang: Hier ereignet sich, was der einladende Jesus verheißt: dass er uns zusammenführt in der "Fülle" des Weins (Weinwunder von Kana!).
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