How long will we sing
Nr. 154 • Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
- freiTöne /
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Dieses sozial engagierte Lied nimmt kein Blatt vor den Mund: Es weist auf die ungerechte Verteilung von Lebensgrundlagen hin und fordert alle Singenden zu verantwortungsvollem Handeln heraus.
Text:
Melodie:
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Wissenswertes zu "How long will we sing"
Dieses Lied singt gegen den Skandal des Hungers in der Welt und wurde schon bald nach seiner Entstehung im Jahr 2010 auf zahlreichen ökumenischen Konferenzen gesungen – unter anderem auf der Vollversammlung des Weltkirchenrates in Busan (Korea) 2013. Von dort aus fand es seinen Weg in die ganze Welt. Seit dem Erscheinen im Kirchentagsliederbuch „freiTöne“ (2017) verbreitet es sich auch in deutschen Liedsammlungen. Fritz Baltruweit schuf eine deutsche Textübertragung („Bis das Brot für alle reicht“), die bislang jedoch kaum rezipiert wurde.
In sechs, fünf bzw. vier „How long“-Frageblöcken weisen die ersten drei Strophen dieses politischen Liedes eindringlich auf die ungleiche Verteilung von Lebensgrundlagen hin – stets in Beziehung zum Kollektiv der Singenden („How long will we sing?“). Die Antwort des Refrains lautet unisono: Bis alle satt sind, werden wir aufschreien – so lange, bis das Brot für alle reicht („Until all are fed we cry out. Until all of us have bread“). Die Strophen verleihen dem Skandal des Hungers eine klare und zeitlose Sprache. Erst die vierte und letzte Strophe erzählt in schlichten Worten die synoptischen Speisungswunder nach – als wäre nichts geschehen und zugleich als Rezept: „Was sie hatten, teilten sie aus – bis alle gespeist waren.“
Die Melodie erinnert an eine irische Volksweise. Eine Begleitung mit Tin Whistle und einfacher Gitarre könnte die Weise daher stimmig tragen. Der große Ambitus reicht von a bis d''. Sie ist sehr sanglich, zugleich bestimmt und dem Text angemessen, Signalwörter werden deutlich hervorgehoben. Die Strophe besteht aus zwei melodisch eng verwandten Abschnitten, die im Refrain durch einen zweimaligen gegenläufigen Einwurf beantwortet werden. Schließlich mündet auch dieser in den Strophenduktus zurück.
Neben der Verwendung in politischen Gottesdiensten zur weltweiten Verteilung von Gütern und Lebensmitteln kann das Lied auch nach einer Predigt über eines der neutestamentlichen Speisungswunder gesungen werden. Kirchenjahreszeitlich bietet sich besonders das Erntedankfest an; doch auch jeder andere Anlass, an dem biblisch fundiert auf den Hunger in der Welt aufmerksam gemacht werden soll, ist geeignet. Das Lied selbst kann zu einem Gespräch werden: Die Strophen – 1 bis 3 im Fragestil, die 4. mit dem Beginn der Erzählung – könnten von einer Solostimme vorgetragen werden, bevor alle gemeinsam in den Refrain einstimmen: antwortend in den ersten drei Strophen und die Pointe erzählend in der vierten.
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