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Hört, der Engel helle Lieder | Les anges dans nos campagnes

Nr. 54 • Evangelisches Gesangbuch
Nr. 70 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)

  • Kinderkirchenlieder "Immer und überall" (ELKB)

Dieses klangvolle und fröhliche Weihnachtslied ist bei Groß und Klein gleichermaßen beliebt. Besonders der Kehrvers mit seinen mitreißenden Tonläufen besitzt echten Ohrwurmcharakter. Seinen Ursprung hat das Lied im religiösen Volksbrauchtum Südfrankreichs und verbreitet bis heute festliche Weihnachtsfreude.

Text:

Otto Abel (*1905–†1977), 1954

nach dem französischen »Les anges dans nos campagnes« 18. Jh.

Melodie:

Frankreich 18. Jh.

Satz:

Theophil Rothenberg (*1912–†2004), 1983

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Wissenswertes zu "Hört, der Engel helle Lieder | Les anges dans nos campagnes"

Den Anstoß zur vorliegenden Übersetzung des französischen Weihnachtsliedes „Les anges dans nos campagnes“, das wohl dem religiösen Volksbrauchtum Südfrankreichs entstammt, gab Adolf Strube, der 1953 eine Ausgabe europäischer Weihnachtslieder in Chorfassungen vorbereitete (vgl. auch „Als die Welt verloren“ u. a.). Otto Abels’ Übertragung erschien dann zuerst in Europäische Weihnachtslieder, Berlin/Darmstadt 1954. Möglicherweise erfolgte die erste Veröffentlichung der Melodie in Choix de cantiques sur des airs nouveaux (hg. von Louis Lambillotte), Paris 1842.

Das Weihnachtslied „Les anges dans nos campagnes“ ist mit sehr vielen Strophen überliefert; es liegen 21 Strophen vor. Es handelt sich um eine dramatisierte Fassung des zentralen Teils der Weihnachtsgeschichte aus Lk 2,8–14. Mit dem nach dem Ende der erzählenden Strophen immer wiederholten – nun auch von allen Menschen gesungenen – „Gloria in excelsis Deo“ gehört das Lied in die Gruppe der Refrainlieder.

 

In Abels’ Strophen wird sehr schön zur Sprache gebracht, dass Kernteile des weihnachtlichen Geschehens, vor allem die Antworten darauf, musikalischer Natur sind: „helle Lieder klingen“, „des Himmels Lobgesang“, „wird gesungen“, „die Chöre machen kund“, „verkünden … mit Schalle“, „singen sie heut alle“!

 

Ungezählt ist die Zahl der verschiedenen Übertragungen. Sie unterscheiden sich sowohl im Stropheninhalt als auch in der Strophenanzahl, z. B.: „Engel singen Jubellieder“ (Norbert Gerold); „Hirten in der Runde“ (Anton Dawidowicz); „Engel haben Himmelslieder“ (Cesar Bresgen); „Haben Engel wir vernommen“ (Willi Träder); „Engel auf den Feldern singen“ (Maria Luise Thurmair; vgl. Gotteslob); „Engel haben Himmelslieder“ (Lieselotte Holzmeister); „Engel bringen frohe Kunde“ (Johannes Haas); „Hört ihr, wie die Engel singen“ (Rolf Zuckowski).

Der Kehrvers mit seinen fröhlichen Tonläufen hat das Lied von Anfang an populär gemacht. Dieser zweite Teil der Melodie ist – auch in seinen mehrstimmigen Singmöglichkeiten – ein echter Ohrwurm. Der erste Teil der Melodie hingegen ist schlicht und einfach gestaltet: In vier zu wiederholenden Takten wird der Strophentext im Tonraum einer Quinte, vor allem auf dem Terzton, quasi rezitierend melodisch verteilt, wobei lediglich die Harmonien von Tonika und Dominante verwendet werden.

Das Lied eignet sich generationenübergreifend sowohl als Weihnachtslied für Gottesdienst, Unterricht und Gruppenarbeit als auch für vielfältige Singanlässe in der Weihnachtszeit. Gerade die zahlreichen Möglichkeiten einer fantasievollen musikalischen Gestaltung mit Chören und Instrumenten werden es auch weiterhin zu einem der beliebtesten Weihnachtslieder machen.

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