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Halte zu mir, guter Gott

Nr. 641 • EG-Regionalteil Bayern-Thüringen

  • Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder /
  • EGplus /
  • Singt von Hoffnung /
  • Kinderkirchenlieder "Immer und überall" (ELKB)

Ein Morgenlied, ein Vertrauenslied, ein Trostlied oder ein Dank- und Loblied? Vielleicht einfach ein Lied für alle Gelegenheiten – ein Gebetsruf, der schon die Allerkleinsten in die hoffnungsvolle Gewissheit mit hinein­nimmt: Ich bin nicht allein. Gott hält zu mir – was auch kommen mag.

Text:

Rolf Krenzer (*1936–†2007)

Melodie:

Ludger Edelkötter (*1940–†2022)

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Wissenswertes zu "Halte zu mir, guter Gott"

Vielleicht ist das Lied schon vor 1983 entstanden; erstmals gedruckt findet sich der Text jedoch in Rolf Krenzers Buch „Halte zu mir heute, guter Gott. Ein Gebetbuch für Kinder und für Erwachsene, die mit Kindern beten“ (Limburg 1983). Dort steht er in der Rubrik „Der Morgen“ als gereimtes Gebet mit vier Strophen – noch ohne Kehrvers. Die Melodie erschien wohl erstmals im Liedheft zur gleichnamigen Langspielplatte und Musikkassette „Halte zu mir heute, guter Gott. Gebete und Lieder zum Loben und Danken“ (Impulse-Verlag, Drensteinfurt 1983). Eine weitere Melodie schuf Bernd Schlaudt (Menschens Kinder Lieder, 1987). Über Schallplatte und MC verbreitete sich das Lied rasch, fand Eingang in zahlreiche regionale Liederbücher zum Evangelischen Gesangbuch, in Kinderliederbücher und in die Anhänge zum Gotteslob.

„Heut den ganzen Tag“ ist der Kerngedanke, der den Gesang als Morgenlied prägt. Eine direkte biblische Vorlage gibt es nicht; vielmehr geht es um die Bitte um einen behüteten, geborgenen Tag und die Gewissheit, dass Gott bei uns ist. Im Unterschied zum ursprünglichen Gebet, das aus vier Strophen mit jeweils vier Zeilen und abwechselnd sieben und fünf Silben bestand, umfasst der heutige Liedtext acht Zeilen: Die erste Strophe des Gebets wurde jeweils als Kehrvers an die Strophen 2–4 angefügt. So ergibt sich ein Text-Spannungsbogen, der als Vierzeiler im Schema 12.12.12.12 Silben verstanden werden kann.

Die Dur-Melodie ist kindgerecht gestaltet und so einfach, dass sofort mitgesungen werden kann. Die erste und zweite Zeile haben nur einen geringen Tonraum (jeweils eine Terz) und gleichen sich auch in der Tonfolge. Erst in der dritten und vierten Zeile wird der Gang durch die Oktave vorbereitet und vollzogen. Die Harmonik ist schlicht und in ihrem Vollzug gut vorhersehbar – sie erinnert an ein Kinderlied. Rhythmisch werden die Silben durchweg syllabisch auf Achtelnoten geführt; nur am Ende der Zeilen – ob kurz- oder langzeilig gedacht – landet die Melodielinie auf einer Viertelnote und hält inne bzw. schafft Raum zum Atmen.

Für das Lied ist kein spezieller liturgischer Ort festgelegt oder notwendig. Sein Inhalt legt ein Singen am Morgen nahe – als Vertrauenslied, aber ebenso als Dank- und Loblied. Gewiss wird es gerne in Kitas und im Vorschulalter verwendet, doch ist es nicht nur für Kinder stimmig und geeignet. In seiner Schlichtheit passt es besonders gut zu einer Gitarren- oder Klavierbegleitung.

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