Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht (Kanon)
Nr. 572 • EG-Regionalteil Hessen-Nassau
- Durch Hohes und Tiefes /
- Himmel, Erde, Luft und Meer /
- Kommt atmet auf /
- Singt Jubilate /
- EG-Regionalteil Kurhessen-Waldeck /
- EG-Regionalteil Reformierte Kirche /
- EG-Regionalteil Rheinland-Westfalen-Lippe
Ein katholischer Pfarrer lernt den hebräischen Gesang »ṾiYhuda le‘olam teshev« eines jüdischen Musiklehrers kennen. Daraus entsteht ein Kanon, der die alte biblische Verheißung tröstlich und klangschön in Wort und Ton fasst – und von vielen Menschen bis heute gern gesungen wird.
Text:
Melodie:
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Wissenswertes zu "Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht (Kanon)"
Der jüdische Musiklehrer Joseph Jacobsen komponierte den Kanon „ṾiYhuda le‘olam teshev“ 1935 in Hamburg. Gemeinsam mit Erwin Jospe gab er noch im selben Jahr, mitten in der NS-Diktatur, ein Gesangbuch heraus, das hebräische, jiddische und deutsche Lieder enthielt – daraus stammt dieser Kanon. Viele Jahre später, 1978, erlebte der katholische Priester Hans-Hermann Bittger auf einer Pilgerreise in Israel eine eindrückliche Nacht unter freiem Himmel: „Ein Sternenhimmel, so leuchtend und überwältigend wie nie zuvor und niemals danach.“ Kurz darauf hörte er Jacobsens Musik im Radio und schrieb spontan einen neuen Text dazu, der seine Reiseeindrücke aufnahm. Der Kanon „Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht“ fand weite Verbreitung: Er wurde in das katholische Gesangbuch Gotteslob, in mehrere Regionalteile des Evangelischen Gesangbuchs, ins Gesangbuch der Evangelisch-methodistischen Kirche sowie ins Mennonitische Gesangbuch aufgenommen. Heute sind zwei Textvarianten gebräuchlich: „Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht“ (Gotteslob) und „Gottes Wort ist ein Licht in der Nacht“ (z. B. im Gesangbuch der Evangelisch-methodistischen Kirche).
Der ursprüngliche Text des Kanons ist der Hebräischen Bibel entnommen (Joel 4,20 EU). Hebräisch: ודור לדור וירושלם תשב לעולם ויהודה, ṾiYhuda le‘olam teshev, ṿiYrushalayim ledor ṿador / deutsch: „Juda aber wird für immer bewohnt sein und Jerusalem von Geschlecht zu Geschlecht.“ Inspirierend für den deutschen Text war neben der Musik Joseph Jacobsens auch eine Verheißung aus dem Alten Testament, die dem Verfasser beim Anblick des Sternenhimmels in Israel in den Sinn kam. Dort spricht Gott zu Abraham: „Sieh doch zum Himmel hinauf und zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst. So zahlreich werden deine Nachkommen sein.“ (Gen 15,5) Dieses Wort Gottes brachte Licht in Abrahams Leben. Es schenkte ihm Vertrauen, Trost und Halt in seiner Dunkelheit.
Das Lied besteht aus vier Zeilen: Die ersten beiden ähneln sich in Struktur und Melodieverlauf, beginnend mit einem Quartsprung aufwärts und weiteren aufwärtsstrebenden Achteln (vgl. auch Shalom chaverim), wobei die zweite Zeile auf einer höheren Stufe ansetzt. Die dritte Zeile bringt durch ihre größere Länge und den Verzicht auf eine lange Endnote Schwung hin zur Schlusszeile. Die Aufwärtsbewegungen der Melodie begleiten Worte wie „Gottes Wort“, „wie Licht“, „Hoffnung und Zukunft“ oder „wie ein Stern“, während bei „in der Nacht“, „Not und Ängsten“ und „Dunkelheit“ abwärtsführende Melodieabschnitte zu hören sind. Im Kanon werden Motive wie „Wort ist wie Licht“ und „Trost, es gibt Halt“ sowie „Hoffnung und Zukunft“ und „ist wie ein Stern“ in steigenden Terzen geführt. Der Charakter des Liedes ist von einer Moll-Stimmung geprägt, die jedoch durch die zahlreichen Aufwärtsbewegungen und die weichen, fließenden Achtelbewegungen einen zuversichtlichen und vertrauensvollen Ton erhält.
Als Lied oder als Kanon kann es in Gottesdiensten zu allen (Kirchen-)Jahreszeiten Verwendung finden, etwa als Antwort auf Fürbitten. In der Adventszeit oder auch in der Osternacht setzt es besondere thematische Akzente. Auch mit Kindern lässt sich das Lied gut singen; in Verbindung mit Gesten oder Bewegungen kommt seine vertrauensvolle Stimmung besonders zum Ausdruck. Die klaren Bilder – „Licht in der Nacht“, „Trost in Not und Ängsten“ oder „Stern in der Dunkelheit“ – sind leicht verständlich und werden durch die kunstvolle, gut singbare Melodie wirkungsvoll verstärkt.
Aufnahmen von "Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht (Kanon)"
Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht (Kanon)
mit Gesang und Instrumentalbegleitung
Team der Evangelischen Gemeinde A.B. Bad Hall und Kremsmünster
Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht (Kanon)
mit Gesang und Klavierbegleitung
Musikteam der Evangelischen Kirche Angelbachtal
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Das Lied in der Originalsprache (Hebräisch) anhören
Der jüdische Musikpädagoge Joseph Jacobsen schrieb 1935 in Hamburg den Kanon „ṾiYhuda le‘olam teshev“. Hier kann es mit dem hebräischen Originaltext angehört werden.
Impulse aus der Reihe KIRCHE IM SWR
Der Beitrag von Meinrad Walter erzählt, wie eine Sternennacht und eine israelische Melodie 1978 den Text zu diesem bekannten Lied inspirierten. Das Lied schlägt Brücken zwischen biblischem Vertrauen, jüdischen Wurzeln und christlicher Tradition – voller Trost, Hoffnung und Licht.
Quelle: www.kirche-im-swr.de
Lied und Bild im Gespräch
Such dir einen ruhigen Ort. Nimm dir ein paar Minuten Zeit. Betrachte das Bild. Wie sprechen Bild und Lied zueinander? Klicke auf die Bildkachel und schau, was passiert.
Quelle: Foto: Ulf Pankoke (privat)
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