Gott, der du alles Leben schufst
Nr. 211 •
Evangelisches Gesangbuch
Nr. 157 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
- Gotteslob
- 0 Besucher lieben dieses Lied
- 0 Besucher hören dieses Lied gerne
- 0 Besucher singen dieses Lied gerne
- 0 Besucher kannten dieses Lied noch nicht
„… wir danken dir für dieses Kind und alles Glück, was nun beginnt“ – so heißt es im Tauflied eines evangelischen Theologen, gesungen auf die Melodie eines alten Epiphaniasliedes. Zugleich ist es ein kompaktes Glaubensbekenntnis. Durch seine einfache und zugleich prägnante Sprache sowie die gute Singbarkeit auf eine bereits vertraute Melodie verbreitete sich das Lied nach seiner Veröffentlichung sehr schnell.
Text:
Melodie:
Nürnberg 11676
Landkarte der Liedschöpfer:innen
Spannende Hintergründe zu den beteiligten Personen und ihren Lebenswegen entdecken.
Passende Stichworte zum Weiterstöbern
Wissenswertes zu "Gott, der du alles Leben schufst"
Die Melodie stammt aus Nürnberger Gesangbüchern von 1676 und 1854 und wurde ursprünglich zum Epiphanias-Lied „O Jesu Christe, wahres Licht“ von Johann Heermann (1585–1647) verwendet. Detlev Block schrieb 1976 seinen Tauflied-Text auf diese Melodie; 1978 wurde er in Göttingen veröffentlicht. Da es an neuen Taufliedern fehlte, fand das Lied schnell Eingang in die Gemeinden. Seine einfache und zugleich treffende Sprache sowie die Singbarkeit auf eine bereits bekannte Melodie förderten seine rasche Verbreitung. Mit der Aufnahme in das Evangelische Gesangbuch von 1994 wurde es weithin bekannt.
Detlev Block hat seinen Text in Silbenzahl und Wortakzent so gestaltet, dass er genau auf die traditionelle Melodie passt. Die Strophen bestehen aus vier Zeilen mit jeweils acht Silben und entsprechen damit der Form eines ambrosianischen Hymnus; sie sind durchgehend im Paarreim gehalten. Das Dank- und Bittgebet richtet sich direkt an Gott: In Strophe 1 wird ihm als dem Schöpfer Dank dargebracht. Strophe 2 greift Markus 10,14 auf („Lasst die Kinder zu mir kommen …“). Strophe 3 dankt – ganz im reformatorischen Sinn – für die Gnade, das Heil der Welt empfangen zu dürfen. Strophe 4 bittet um Segen (vgl. Markus 10,16) und um Vergebung. Die fünfte Strophe rundet das Gebet ab, indem sie die ersten drei Worte der ersten Strophe wieder aufnimmt. Gott selbst handelt in der Taufe – er möge den Weg im Glauben mitgehen.
Die F-Dur-Melodie unterstreicht den positiven Charakter des Textes. Sie besitzt eine bewegende und lebendige Ausstrahlung: Vom Grundton aus führt sie zweimal aufwärts bis zum c², senkt sich anschließend zum c¹ und schließt folgerichtig wieder auf dem f¹, das bereits in der zweiten Zeile als Zielton erscheint. Die erste und die dritte Zeile beginnen mit einer Tonwiederholung und enthalten jeweils eine Ligatur – mehrere Töne werden dabei fließend auf eine Silbe gebunden gesungen – mit Punktierung. Auch die zweite und die vierte Zeile sind motivisch miteinander verwandt. Jede Zeile eröffnet mit einer Aufwärtsbewegung, die Zuversicht ausstrahlt. Der 6/4-Takt kann als fröhlich wiegend empfunden werden und vermittelt ein inneres Bild von Geborgenheit.
Die einfache Sprache Detlev Blocks täuscht nicht über den theologischen Tiefgang des Liedes hinweg. Es ist kein Kinderlied, sondern ein Lied für alle Kinder Gottes, die zur Taufe kommen – und für die dabei versammelte Gemeinde. Fast nebenbei erschließt es, was das Sakrament der Taufe bedeutet: Gott handelt, heilt, befreit, schenkt Hoffnung und sendet in die Gemeinschaft. Mit Gott, dem Schöpfer, mit Christus, der zu sich ruft, und mit dem unausgesprochen gegenwärtigen Heiligen Geist, der den Glaubensweg begleitet, ist es ein trinitarisches Glaubenslied. Besonders die letzte Strophe eignet sich auch für eine Erwachsenentaufe. Insgesamt ist das Lied nicht nur Tauflied oder Tauferinnerung, sondern ebenso für die Taufvorbereitung im Gespräch wie auch als gesprochenes Taufgebet geeignet.
Spielen
Teste dein Wissen zu den Liedern des Evangelischen Gesangbuchs im Emoji-Quiz.