Freu dich, Erd und Sternenzelt
Nr. 47 •
Evangelisches Gesangbuch
Nr. 64 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
Das fröhliche Weihnachtslied ist eine deutsche Nachdichtung des bis heute bekanntesten tschechischen Weihnachtsliedes „Narodil se Kristus Pán“. Von Nordböhmen aus verbreitete es sich in katholischen wie evangelischen Regionen des deutschen Sprachraums.
Text:
Strophen 1-2 Leitmeritz, 1844
Melodie:
nach dem böhmischen Weihnachtslied "Narodil se Kristus Pán" aus dem 15. Jh., Leitmeritz 1844
Satz:
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Wissenswertes zu "Freu dich, Erd und Sternenzelt"
Beim deutschen Text des 19. Jahrhunderts handelt es sich um eine Umformung des heute bekanntesten tschechischen Weihnachtsliedes „Narodil se Kristus Pán“, das aus dem 15. Jahrhundert stammt. Dieses tschechische Lied ist seinerseits bereits eine Übertragung des lateinischen Liedes „En virgo parit filium“, das dem Stilbereich der Cantio zuzuordnen ist. Belegt ist es in Musikhandschriften, etwa in einem Graduale aus dem Silbermuseum in Kutná Hora (um 1500) oder in einem Kantional des Tuchwebers Jan Franus (1505). Wohl für seinen dörflichen Kirchenchor in Gauersheim (Pfalz) schuf Johannes Pröger um 1950 die heute gebräuchliche Fassung. Dabei ersetzte er die dritte Strophe des 19. Jahrhunderts durch zwei eigene neue und veränderte die Schlussstrophe. Die Strophen 1, 2 und 5 sind erstmals im Gesangbuch „Katholische Gesänge für die öffentliche und häusliche Andacht“ (Leitmeritz 1844) abgedruckt. Ein Druck mit allen fünf Strophen findet sich z. B. in Europäische Weihnachtslieder (Berlin 1954).
1844 lautete die Überschrift des Liedes „Frohlocken über des Heilands Geburt“. Die Kerngedanken sind „uns zum Heil“ und „heut geboren“. Es handelt sich um ein Refrainlied, dessen dritte und vierte Zeile der vierzeiligen Strophen den Kehrvers bilden. In der Binnenstruktur der Strophen – jeweils in der ersten und zweiten Zeile – steht das sich stets wiederholendes (Refrain-)Wort: „Halleluja“. Während die Strophen des 19. Jahrhunderts die in der Bibel verheißene Menschwerdung Gottes (Jesaja 11) zum Inhalt haben, gestaltet Johannes Pröger das Lied als Botschaft des Engels und Nacherzählung der Weihnachtsgeschichte (Lukas 2).
„In einer Welt, die oft von Hektik und Unsicherheit geprägt ist, wirkt ›Freu dich, Erd und Sternenzelt‹ wie ein warmes Licht, das durch die Zeiten leuchtet. Es verbindet Menschen über Generationen hinweg und führt sie hin zu der tiefen Freude, die die Ankunft Christi mit sich bringt – für die Erde, den Himmel und für uns alle.“ Joana Lewandowski, Evangelische Zeitung, Wichern-Verlag, Berlin, 8. Dezember 2024.
Die einfache Melodie umfasst nur den Tonraum einer Sexte, in den vier Zeilen sogar noch weniger (6.5.4.6). Das tschechische Original weist in der ersten Zeile einen lydischen Verlauf auf (mit „h“ als viertem und achtem Ton); so wird es auch heute noch in Tschechien gesungen. Der ursprüngliche Dreiertakt, unter dem die Melodie im Graduale notiert ist, hat sich jedoch nicht erhalten. Im tschechischen Gebrauch wird sie meist langsam und feierlich vorgetragen. Zur Melodie sind zahlreiche weitere deutschsprachige Strophen entstanden (vgl. Gotteslob oder Reformiertes Gesangbuch der deutschsprachigen Schweiz).
„Freu dich, Erd und Sternenzelt“ gehört zum Weihnachtsfest, besonders in die Christnacht. Es eignet sich generationenübergreifend („groß und klein“, Strophe 4). Der erzählerische Duktus (vgl. die Rubrik „Biblische Erzähllieder“ im EG) passt gut zu Familiengottesdiensten, zum Unterricht und zur Gruppenarbeit. Das Lied ist antiphonisch angelegt und kann als Wechselgesang – sogar in Form eines kleinen weihnachtlichen Singspiels – aufgeführt werden.
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