Lied entdecken

Erd und Himmel klinge | Limu limu lima (Kanon)

Nr. 638 • EG-Regionalteil Rheinland-Westfalen-Lippe
Nr. 191 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)

Nach der Vorlage eines schwedischen Sommerliedes schuf Paul Ernst Ruppel diesen Gesang, der auch als Kanon musiziert werden kann. Sein besonderer Reiz liegt in der Schlichtheit: Große und Kleine können sofort einstimmen. Hinzu kommt die Wirkung der wiederholenden Motivik innerhalb eines Moll-Dreiklangs, die ein hörbares „In-sich-Kreisen“ entstehen lässt.

Text:

Paul Ernst Ruppel (*1913–†2006), 1959

Melodie:

Paul Ernst Ruppel (*1913–†2006), 1959

nach einem schwedischen Volkslied

Landkarte der Liedschöpfer:innen

Spannende Hintergründe zu den beteiligten Personen und ihren Lebenswegen entdecken.

zur Landkarte

Passende Stichworte zum Weiterstöbern

Wissenswertes zu "Erd und Himmel klinge | Limu limu lima (Kanon)"

Paul Ernst Ruppel war Bundessingwart des Christlichen Sängerbundes in Wuppertal. Der Christliche Sängerbund veranstaltete zahlreiche Singfreizeiten in Schweden, die von Ruppel geleitet wurden. Angeregt durch eine schwedische Volksmelodie „Limu, limu, lima – Gud, låt solen skina“  schuf Paul Ernst Ruppel diese Liedschöpfung, die auch als Kanon musiziert werden kann.

In der heutigen deutschsprachigen Gestalt besitzt der Text eine sehr einfache und kompakte Form mit kurzen Textabschnitten in Endreimen. Dabei werden substantivierte Sinnpaare einander gegenübergestellt, teils in gegensätzlicher, teils in sich ergänzender Bedeutung. In seiner Gesamtwirkung erinnert das Lied in seiner Schlichtheit an einen Abzählreim für Kinder.

Die schwedische Textfassung ist im Gesangbuch mit abgedruckt. Zwei Begriffe aus dem schwedischen Original finden auch in der deutschen Übertragung Verwendung:

Lima ist der Name einer Ortschaft in der schwedischen Provinz Dalarna.
Kulla ist ein traditioneller dalarnischer Ausdruck für Mädchen / Frau.

Der Name Dalarna bedeutet „die Täler“ und bezieht sich auf die waldreiche, hügelige Landschaft rund um den Siljansee und den Fluss Dalälven. Die Bewohner Dalarnas – die Dalkarlar und die Dalkullor (weiblich) – sprechen den regionalen Dialekt Dalmål.

 

In der Erstveröffentlichung enthält das Lied eine weitere Strophe von Paul Ernst Ruppel:

Erd und Himmel klinge,
alles Land lobsinge;
über Kummer und Not,
über Dunkel und Tod,
herrscht der Herr, unser Gott,
in aller Welt.

Die Moll-Melodie im 4/4-Takt geht auf die Weise eines schwedischen Sommerliedes zurück. Sie wurde von Paul Ernst Ruppel im Mittelteil zu einer vierstimmigen Kanonfassung bearbeitet. Mit Ausnahme des drittletzten Tons bewegt sich die Melodie im Quintraum über dem Grundton und betont dabei den d-Moll-Dreiklang. Durch die Wiederholung der Motive entsteht ein Eindruck des „In-sich-Kreisens“.

Da das Lied leicht erlernbar ist, eignet es sich gut für den Einsatz im Gemeindesingen. Der Kanonteil wird dabei nicht mehrfach wiederholt, sondern von jeder Kanongruppe nur einmal gesungen. Auf der Fermate (bei „gehn“) warten die Gruppen, bis die letzte Gruppe eingesetzt hat. Anschließend erfolgt der Schluss unisono mit „durch alle Welt“.