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Er ist erstanden, Halleluja

Nr. 116 • Evangelisches Gesangbuch

  • Gotteslob /
  • Kinderkirchenlieder "Immer und überall" (ELKB)

Ein lebendiges Erzähllied der Ostergeschichte – aus Tansania zu uns gekommen und bei Großen wie Kleinen gleichermaßen beliebt. Es eröffnet unzählige Möglichkeiten zum Mitmachen und hält für jede Stimme und jede Sangesbegabung den passenden Part bereit: Freut euch und singet! Halleluja!

Text:

Ulrich S. Leupold (*1909–†1970), 1970

nach dem Suaheli-Lied „Mfurahini, Haleluya“ von Bernard Kyamanywa (1966) 1968

Melodie:

aus Tansania

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Wissenswertes zu "Er ist erstanden, Halleluja"

Tansania war 1885 bis 1918 deutsche Kolonie, von 1919 bis 1961 britische Kolonie. Europäische Missionare brachten ihr Liedgut ins Land. 1964 formierte sich Tansania als unabhängiger Staat. Angeregt durch den deutschen Bethel-Missionar Gerhard Jasper (1927-2007), gründete sich 1965 eine Arbeitsgruppe, die eigene neue christliche Lieder mit afrikanischen Melodien anstrebte. Bernhard Kyamanywa gehörte dieser Arbeitsgruppe an. Er schrieb noch während seines Theologiestudiums im Jahr 1966 das Suaheli-Lied „Mfurahini, Haleluya“. 1968 brachte der Amerikaner Howard Olsen eine Liedübersetzung ins Englische heraus. Für das Liederbuch "Laudamus" des Lutherischen Weltbunds schuf Leupold 1969 eine deutsche Nachdichtung, die sich über die Netzwerke der deutschen Missionswerke in den 70er-Jahren rasant verbreitete. Es wurde in mehreren ökumenischen Liedheften abgedruckt und gelangte dadurch auch ins Evangelische Gesangbuch.

Das Lied erzählt die Ostergeschichte nach Matthäus 28 oder Markus 16. In der 3. Strophe wird aus Matthäus 28, 5 und 6 zitiert. In der 4. Strophe wird der Missionsbefehl Matthäus 28, 19+20 mit der Osterfreude verknüpft. Im Kehrvers und in der 5. Strophe kommen die Gedankenkreise zur Sprache, die mit der Auferstehung Jesu verbunden sind: Gott erlöst vom Tod und vergibt Sünden, Christus versöhnt mit Gott. Siehe Römer 5, 10+11 oder 2. Korinther 5, 19 u.a. Den Beginn von Psalm 146 schwingt mit: „Halleluja, Lobe den Herrn, meine Seele! Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, solange ich bin.“ Im Format eines Erzähl- oder Geschichtenliedes nimmt sowohl der Originaltext als auch die deutsche Übertragung die Rollen des Osterevangeliums auf. So besteht der Liedtext überwiegend aus mündlicher Rede z.B. des Engels oder des Evangelisten. Die singende Gemeinde antwortet im Refrainteil (eng an der Seite der Frauen in der Ostergeschichte) auf das Gehörte. Dieser typisch afrikanische Erzählstil entsprach Kyamanywas Intention.

Die Melodie hat verschiedene Vorbilder. Während europäische Osterlieder häufig im Dreier-Rhythmus stehen, ist dieser für afrikanische Melodien nicht typisch. Für Afrika typisch ist der Wechselgesang zwischen Vorsänger und Nachsänger oder zwischen Männer und Frauen sowie unkomplizierte Melodien, die viel mit (Ton-)Wiederholungen arbeiten, wie wir das bei diesem F-Dur-Lied finden. Die acht Zeilen haben 9.9.9.9, 10.10.9.9 Silben und genauso viele Töne. Die ersten beiden Melodiezeilen werden wiederholt und kommen in der zweiten Hälfte des Kehrverses wieder. Die beiden zehnsilbigen Zeilen sind melodisch identisch. Sie sind durch Tonwiederholungen und Umkehrung des Quartsprunges mit der ersten Zeile verwandt. Die Melodie geht auf eine traditionelle Melodie der Haya aus dem Nordwesten Tansanias zurück. Nicht hohe Kunstfertigkeit, sondern die Freude der Gemeinschaft am Wechselspiel und Weitersingen steht hier im Vordergrund. Besonders farbig wird das Wechselspiel, wenn der Gemeindegesang (Refrain) in einfacher Mehrstimmigkeit ausgeführt wird, und die Erzählenden einstimmig singen. Auf die Frage nach seinem populären Lied sagte Pastor Kyamanywa: "Ich hatte das Bedürfnis, Gottes Wort zu verkünden, und ich freue mich, dass das Lied in anderen Teilen der Welt so populär geworden ist. Es wurde zu einem traditionellen tansanischen Lied geschrieben, und ich denke, es wurde gut aufgenommen, weil es mit Gesang und Orgelbegleitung großartig klingt." (Quelle: Calvary Chronicle (Mt. Calvary Lutheran Church, Toronto). Band 3, Heft 12, April 2012, S.4.)

Das im ganzen Osterfestkreis einsetzbare Osterlied hat seinen besonderen Platz unter den Wochenliedern am Ostermontag gefunden. Es passt immer dann, wenn es fröhlich und etwas locker zugehen darf. Sicher ist es gern gesehen, wenn man afrikanische Gäste in der Gemeinde hat. Wechselgesang ist unbedingt erwünscht. Es kann dazu getrommelt, geklatscht oder getanzt werden. In ihrer ursprünglichen Form wurden diese Melodien mit improvisierten Einschüben gesungen. Schon Aufstehen und leichte Bewegung am Platz lassen ein dem Lied angemessenes „Feeling“ aufkommen. Die Notation mit vierstimmigen Harmonien und einem 3/4-Takt sollte nicht zu einem zu langsamen Tempo verführen. Das Lied hat einen lebhaften Puls pro Takt und braucht ein lebendiges Tempo.

Aufnahmen von "Er ist erstanden, Halleluja"

Er ist erstanden
mit Frauenchor und Orgelbegleitung

Vocalensemble Cantica an St. Johannis Würzburg, Musikalische Leitung und Orgel: Hae-Kyung Jung

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Choralandacht

aus der Reihe des WDR 3

„Mein liebster österlicher Stadion-Gesang vom Sieg Christi über den Tod stammt aus Tansania – komponiert als Wechselgesang zwischen Vorsängerin und Gemeinde“, so beginnt der Autor dieser Choralandacht. Eine Liedandacht voller österlicher Freude!

 

 

Zum Beitrag

 

Hintergrundwissen

Das Lied in den Originalsprachen (Suaheli und Englisch) kennenlernen

Mit „Mfurahini, Haleluya“ bringt dieser Beitrag die österliche Botschaft auf Suaheli und Englisch zu Gehör. Es erklingt mehrstimmige Osterfreude mit rhythmischer Begleitung und dem Chorklang des afrikanischen Kontinents. Das Lied wurde 2018 vom Azania Front Lutheran Cathedral Main Choir in Daressalam (Tansania) eingesungen.