Dir gebührt die Ehre
Nr. 211 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
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Diese Lied zählt zu den meistgesungenen Worship-Liedern in deutschsprachigen Gemeinden. Zunächst vor allem in pfingstlich-charismatischen Kirchen verbreitet, ist es inzwischen auch in evangelischen und katholischen Gottesdiensten etabliert.
Text:
Originaltitel: “Vi vill ge dig äran” deutsche Übertragung aus dem Schwedischen
Melodie:
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Wissenswertes zu "Dir gebührt die Ehre"
Das Lied entstand im Kontext der skandinavischen charismatischen Bewegung, vermutlich in Schweden. Der Originaltitel lautet „Vi vill ge dig ära“ („Wir wollen dir Ehre geben“). Die Autorin übertrug das Lied früh ins Deutsche; zudem wurde es in zahlreiche weitere Sprachen übersetzt (z. B. Englisch: „We Give You All the Glory“). Als schlichtes Anbetungslied ist es für den Gemeindegesang konzipiert – meditativ, leicht wiederholbar und mit einem deutlichen Schwerpunkt auf Bekenntnis und körperlichem Ausdruck (etwa dem Heben der Hände).
Heute zählt es zu den meistgesungenen Worship-Liedern in deutschsprachigen Gemeinden. Zunächst vor allem in pfingstlich-charismatischen Kirchen verbreitet, ist es inzwischen auch in evangelischen und katholischen Gottesdiensten fest etabliert. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Der einfache Text ist leicht erlernbar, das Lied ist biblisch fundiert (Psalm-Motive), besitzt einen meditativen Charakter, ist flexibel einsetzbar (als eigenständiger Worship-Song, innerhalb von Lobpreis-Sets sowie bei Segnung, Taufe oder Abendmahl) und weist einen internationalen Stil auf, der anderen weltweit verbreiteten Worship-Songs der 1990er-Jahre, etwa „Shout to the Lord“, ähnelt.
Das Lied ist zweiteilig angelegt mit Vers und Refrain und entspricht damit dem Aufbau vieler Worship-Songs seiner Zeit. Die einzelnen Teile werden mehrfach wiederholt und erhalten so einen ausgeprägt meditativen Charakter. Im Vers bekräftigt die Zeile „Dir gebührt die Ehre und Anbetung“ die ausschließliche Verehrung Gottes. „Wir erheben unsere Hände, wir erheben deinen Namen“ bringt mit dem körperlichen Heben der Hände ein sichtbares Zeichen der Hingabe zum Ausdruck (vgl. Ps 134,2: „Erhebt eure Hände zum Heiligtum und lobt den HERRN!“). Der Vers wirkt insgesamt wie eine Proklamation und Ehrung Gottes, vergleichbar etwa mit Phil 2,9.
Der Refrain „Denn du bist groß, du tust große Wunder“ (vgl. Ps 86,10: „Denn du bist groß und tust Wunder“) untermauert die göttliche Größe und Macht in biblischer Sprache und betont mit den Worten „Niemand anders ist wie du“ die Einzigartigkeit Gottes als zentrales Glaubensbekenntnis. Das Lied zeichnet sich durch eine einfache, klare Sprache aus; dadurch ist es leicht verständlich und besonders gut für das gemeinsame Singen geeignet. In allen Teilen steht die direkte Anrede Gottes im Mittelpunkt und rückt die persönliche Beziehung zu ihm in den Fokus. Parallelen und Wiederholungen schaffen eine klare strukturelle Symmetrie, verstärken die Bekenntnisaussage und entfalten eine meditative Wirkung. Erzählerische Elemente fehlen; der Text ist durchgehend bekenntnishaft und lobpreisend gestaltet.
Der Ambitus (Tonumfang) des Liedes reicht von E (tief) bis F♯ (hoch) und umfasst damit eine Dezime. Dadurch ist das Lied für die Gemeinde gut singbar. Der Vers bewegt sich überwiegend im mittleren Register und zeichnet sich durch eine ruhige, fließende Linienführung aus. Er beginnt auf dem Ton E mit einer fallenden Melodiebewegung (E–D–C♯–B–A) und schreitet meist in Sekundschritten voran, was einen gelassenen und getragenen Eindruck erzeugt. Inhaltlich bedeutsame Wörter wie „Jesus“ oder „Savior“ sind auf längere Notenwerte gesetzt. Die Rhythmik besteht überwiegend aus Viertel- und Halbenoten; Synkopen treten kaum auf. Dadurch ist die Melodie eng an den Sprachduktus angelehnt.
Der Refrain beginnt auf der Tonika A und steigt bis zum emotionalen Höhepunkt auf F♯ an, bevor die Melodie mit einem Spannungsabbau wieder zurückführt. Wiederholungen und Sequenzbildungen im Refrain fördern die Mitsingbarkeit. Die rhythmische Bewegung ist hier etwas lebendiger als im Vers, bleibt jedoch insgesamt einfach und dient der Hervorhebung der Textwiederholung. Akzente liegen auf den inhaltlichen Schlüsselwörtern („Shout“, „Lord“, „Name“).
Während der Vers durch die persönliche Ansprache Jesu eine ruhige Grundhaltung entfaltet, wirkt der Refrain eher extrovertiert und weist deutliche melodische Höhepunkte auf, die den Ausdruck weltweiten Jubels unterstreichen. Die fallenden Linien im Vers vermitteln Geborgenheit, Ruhe und Vertrauen; die aufsteigenden Linien im Refrain stehen für Jubel, Anbetung und Erhebung. Die Rückkehr zum Grundton am Schluss verleiht dem Lied schließlich Ruhe und Sicherheit.
Dieses Lied ist ein einfaches und klares Bekenntnis: Gott allein gebührt die Ehre (Soli Deo gloria). Es lädt dazu ein, Gott nicht nur mit Worten, sondern mit dem ganzen Sein zu loben – bis hin zum körperlichen Ausdruck durch das Erheben der Hände, wie es bereits die Psalmen kennen. Im Refrain wird der Grund dieses Lobes benannt: Gott ist groß, er tut Wunder, und niemand ist wie er. So erinnert das Lied daran, dass unser Vertrauen nicht auf eigener Leistung gründet, sondern auf Gottes Größe und Treue. Singen wir es als Ausdruck unserer Hingabe und unseres Staunens vor dem Gott, der größer ist als alles, was wir fassen können, und der uns dennoch nahekommt. Aufgrund seines liturgischen Charakters und seiner theologischen Klarheit eignet sich das Lied besonders für Lobpreis, Segnung, Eucharistie/Abendmahl und Dankfeiern.
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