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Die güldne Sonne voll Freud und Wonne

Nr. 449 • Evangelisches Gesangbuch

  • freiTöne /
  • Durch Hohes und Tiefes

Dieser Morgensegen kann vieles sein: ein Eingangslied am Sonntagmorgen, ein Werktagslied am Abend, ein Bestattungslied, ein Schöpfungslied … Auf jeden Fall steckt er mit seiner unbändigen Freude und seinem schwungvollen Rhythmus die Singenden an.

Text:

Paul Gerhardt (*1607–†1676), 1666

Melodie:

Johann Georg Ebeling (*1637–†1676), 1666

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Wissenswertes zu "Die güldne Sonne voll Freud und Wonne"

Das Lied eröffnete unter dem Titel „Morgen-Segen“ das „dritte Dutzend“ (1666) der von Johann Georg Ebeling 1666/67 herausgegebenen „Geistlichen Andachten“ Paul Gerhardts, „bestehend in hundert und zwanzig Liedern“. Erst im 19. Jahrhundert fand das Lied stärkere Verbreitung. Heute ist es aus dem Kanon evangelischer Morgenlieder nicht mehr wegzudenken. Die Arbeitsgemeinschaft für ökumenisches Liedgut (AÖL) nahm es 1977 zunächst in einer Auswahl von Strophen, 1990 dann vollständig mit allen zwölf Strophen in den Ökumenischen Liederschatz auf. Die Verbindung von heutiger Text- und Melodiefassung entstand im 18./19. Jahrhundert, zuerst wohl im „Deutschen Evangelischen Kirchen-Gesangbuch: in 150 Kernliedern“ (1854).

Von „… schaue den Himmel mit meinem Gesicht“ (Strophe 1) bis „… dahin (nämlich zum ‚himmlischen Garten‘, den ‚der Sonnen gewünschtes Gesicht‘ bestrahlt) sind meine Gedanken gericht‘“ (Strophe 12) spannt sich dieser „Morgen-Segen“. Der Anblick der Sonne am Morgenhimmel vermittelt einen überwältigenden Eindruck der Schöpfer- und Heilsmacht Gottes (Strophe 1–2) und veranlasst zum gemeinsamen Gotteslob (Strophe 3–4) wie zu der Bitte der Einzelnen, den begonnenen Tag im Einklang mit Gott zu bestehen (Strophe 5–6). Aus der fundamentalen Entgegensetzung der Vergänglichkeit alles Geschaffenen und der Ewigkeit Gottes und seines Heilswillens (Strophe 7–8) erwachsen, über den angebrochenen Tag hinaus reichend, die Bitte um Vergebung der Sünden und die Anvertrauung an den Lebensplan, den Gott mit denen, die in dieses Gebet einstimmen, hat (Strophe 9), sowohl in guter wie in böser Zeit (Strophe 10–11) – in der eschatologischen Erwartung von „Freude, die Fülle und selige(r) Stille … im himmlischen Garten“ (Strophe

Die ungewöhnliche Strophenform – ursprünglich sechszeilig gedruckt, durch Binnenreime (Zeile 1–2 und 4–5) aber auch als zehnzeilig aufzufassen – wird von Ebelings Melodie kongenial erfasst. Sie repräsentiert beispielhaft den sogenannten barocken „Aria“-Stil und gehört nach Bernhard Leube dem Tanzlied-Typus („Balletto“) an, was sich in schwungvollem Vortrag niederschlagen soll. Viele kleine Tonschritte und regelmäßige rhythmische Strukturen erleichtern das Erlernen. Die Melodie drückt Freude, Fröhlichkeit und Lebenszuversicht aus. Sie „tanzt“ lebendig, bewegt und leicht und ergreift so schnell die Singenden.

Die Strophen 1–2 des Gerhardt-Ebelingschen „Morgen-Segens“ können z.B. zusammen mit Strophe 3–4 ein gottesdienstliches Eingangslied am Sonntagmorgen sein, mit Strophe 5–6 als Werktagslied gesungen und mit Strophe 7–8 (und 12) zu einem Bestattungslied verbunden werden.

Aufnahmen von "Die güldne Sonne voll Freud und Wonne"

Die güldne Sonne voll Freud und Wonne
mit Kinderchor und Bandbegleitung

Kinderchor und Ensemble des Projekts "Kinder singen GottesLieder" der EKHN-Stiftung

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