Der Abend kommt
Nr. 673 •
EG-Regionalteil Württemberg
Nr. 11 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
- Durch Hohes und Tiefes /
- Kommt atmet auf /
- Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
Am Ende eines Tages lädt dieser stille Gesang zur Sammlung ein. Mit ganz wenigen musikalischen Mitteln verbreitet die Melodie eine wunderbare Ruhe. Der Text legt sich wie ein Fürbittgebet über den Tageslauf und die aufziehende Dunkelheit der Nacht. Es kann auch sehr gut mit Kindern als Abendgebet gesungen werden.
Text:
Melodie:
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Wissenswertes zu "Der Abend kommt"
Auf Anregung von Hans-Jörg Hufeisen schuf Jörg Zink erstmals Lieddichtungen. 1992 entstand das Lied „Der Abend kommt“, welches als Erstveröffentlichung in „Feier der Schöpfung“ 1993 im Verlag dolce musica edizione Zürich erschien.
Die Dichtung führt vom Abend, vom Gott der Stille und des Friedens, über die tiefe und bange Nacht zum Morgen Gottes und seinem hellen Licht. Die Strophen 1 und 3 sind durch das Friedensthema verschränkt, während die Strophen 2 und 4 ins Lichtthema führen. Die Dichtung wirkt gleichsam prosaisch und ist doch mit vier Strophen zu je vier gereimten Zeilen mit 11, 11 und 10, 10 Silben klar poetisch strukturiert. Die Zeit des Abends und der Nacht spielen in der Bibel immer wieder eine wichtige Rolle. Zum Beispiel in der Schöpfungsgeschichte (1. Mo 1,5) oder Nikodemus (Joh. 3,2). Die Friedensboten erinnern an Jes. 52,7: „Wie lieblich sind … die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen“.
Die Melodie bewegt sich im natürlichen A-Moll-Raum. Sie entfaltet sich ganz regelmäßig in vier Melodiezeilen mit jeweils vier Takten und bildet den Text ohne Ausnahme Silbe zu Ton (syllabisch) ab. Der Quartsprung vom 5. Ton der Tonleiter in den Grundton und zurück zu Beginn des Liedes prägt die Melodie entscheidend. Die Wiederholung der ersten vier Takte gibt Sicherheit, bevor mit dem Sextsprung aufwärts die dritte Liedzeile anhebt und ihren Höhepunkt setzt. Die vierte Zeile führt zum tiefsten Ton (ohne den unteren Grundton zu berühren) und über eine Dreiklangsbrechung aufwärts zum Grund- und Schlusston. Der unaufgeregte und regelmäßige Verlauf verstärkt beim Singen ein Gefühl von Ruhe und Geborgenheit.
Das Singtempo sollte (im 2/2 Pulsschlag gedacht) einerseits so ruhig sein, dass das Lied dem Charakter Abend, Frieden und Stille gerecht wird. Andererseits sollte es so schnell sein, dass man wirklich erst nach vier Takten atmet, damit das Lied nicht in Zweitakt-Gruppen zerfällt und dadurch seinen Sinnzusammenhang verliert. Es eignet sich als Ausklang bei Abendgottesdiensten oder in Gruppen. Es kann auch sehr gut mit Kindern als Abendgebet gesungen werden.
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Meditation zum Lied
Wir kommen körperlich zur Ruhe, beenden Bewegungen von Armen, Beinen, Kopf und Händen, schließen die Augen und stellen uns innerlich die Bilder vor einer Abenddämmerung, die Dunkelheit der Nacht (mit oder ohne Sternenhimmel), die schöpferische Stille ohne Motorenlärm und Vogelgezwitscher, und geben dem seelischen Frieden Platz.
Wir atmen tief ein uns aus. Wir nehmen uns Zeit.
Wie wäre es, wenn der Gott des Friedens bei uns einzöge?
Wir lesen, bedenken, summen, singen Strophe 1 und 3.
Quelle: eingesendet von Markus Leidenberger
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