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Dass die Sonne jeden Tag

Nr. 15 • Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
Nr. 193 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)

Nach einem Spaziergang über die Felder – in Zeiten persönlicher Not – entstand dieses Danklied. Der Blick in die Weite, zur Sonne und zu allem, was von Gott kommt, öffnete der Autorin das Herz für eine neue Dankbarkeit. Allein in den Strophen erklingt das schlichte Wort „Danke“ 22-mal und prägt so den Charakter des Liedes. Es ist ein ruhiges und zugleich hoffnungsvolles Lied, das mit seiner eingängigen Melodie und dem leicht mitsingbaren Refrain dazu einlädt, die kleinen wie großen Geschenke des Lebens – von der Sonne als göttlicher Gabe bis zur Gnade der Erlösung – neu wahrzunehmen.

Text:

Kathi Stimmer-Salzeder (*1957), 1991

Melodie:

Kathi Stimmer-Salzeder (*1957), 1991

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Wissenswertes zu "Dass die Sonne jeden Tag"

Das Lied entstand im Jahr 2008 während eines Spaziergangs über die Felder, in einer Zeit, in der es der Autorin nicht gut ging. Der Blick in die Weite – zur Sonne und zu allem, was von Gott kommt – öffnete ihr Herz für eine neue Dankbarkeit. Musikalisch steht das Lied bewusst in der Spannung zwischen melancholischem Moll und zuversichtlichem Dur und spiegelt so Freude und Leid des Lebens: Aus einer Not heraus entstanden, führt es hin zu neuem Licht.

 

- Liedrecherche von Jochen Arnold - 

Der Refrain besteht aus acht Zeilen: Sieben davon haben jeweils sieben Silben, die achte Zeile umfasst fünf Silben. Dadurch kommt das Lied im reimlosen Refrain bewusst zur Ruhe. In den Strophen findet sich jeweils ein Reim am Ende der zweiten und vierten Zeile, der als wirkungsvolle Texterinnerungshilfe dient. Inhaltlich gleichen die Strophen einem Streifzug durch zentrale biblische Motive. Die erste Strophe erinnert an 1. Mose 8,22 mit dem Versprechen: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören … Tag und Nacht.“ Die zweite Strophe bedenkt die Passion Jesu, in der er den Leidenden und Bedrückten nahe ist. Die dritte Strophe greift Prediger 3 auf: „Alles hat seine Zeit.“ Die vierte Strophe verweist auf Hebräer 3,7 bzw. Psalm 95,7–8: „Verstockt eure Herzen nicht.“ Die fünfte Strophe erinnert an Johannes 6,63 bzw. 2. Korinther 3,6: „Der Geist macht lebendig.“ Zusammengehalten wird das Lied durch den Dank an Gott, der den Refrain prägt und die einzelnen Motive theologisch bündelt.

Die positiv gestimmte Dur-Melodie lässt in den ersten beiden Zeilen gleichsam die Sonne aufgehen. Die dritte und vierte Zeile greifen diesen aufsteigenden Melodiebogen erneut auf. Im Refrain wird mit der höchsten Note der inhaltliche Kern des Liedes – das Danken – besonders hervorgehoben. Der vorletzte, zugleich längste Ton der Melodie gleicht die verminderte Silbenzahl der letzten Textzeile aus und führt das Lied in einen Ruhepunkt. Höchster und längster Ton der Melodie verdeutlichen die Beziehung zwischen Gott und dem Leben der Menschen: eine Beziehung, die geprägt ist von Gottes Gaben und dem Dank der beschenkten Gemeinschaft.

Das Liederbuch „Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder plus“ ordnet das Lied den Themenfeldern Morgen, Leben/Lebensweg sowie Gemeinschaft – Kirche – Ökumene zu. Darüber hinaus ist es ein allgemeines Danklied, das sich beispielsweise ebenso gut für den Erntedankgottesdienst wie für den Schulanfang eignet. Die Autorin arbeitet viel mit Kindern, was sich in der unkomplizierten Sprache und der klaren Melodiestruktur widerspiegelt. Dennoch ist das Lied kein reines Kinderlied, sondern spricht Menschen aller Altersgruppen an und wird von Jung und Alt gern gesungen. Umso schöner ist es, wenn dabei auch auf den inhaltlichen Tiefgang des Textes hingewiesen wird.

 

Auf das angemessene Singtempo verweisen die bewusst gesetzten Atemzeichen. Im Refrain darf nach jeder Zeile geatmet werden; in den Strophen empfiehlt es sich, jeweils zwei Zeilen auf einen Atem zusammenzufassen.

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