Bleib mit deiner Gnade bei uns (Taizé)
Nr. 187 • freiTöne
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Auch dieser Taizé-Gesang lädt in besonderer Weise zu einem ruhigen, meditativen Gebet ein. In seiner schlichten Form verbindet er eindringlich die Bitte um die Gegenwart Christi mit einer Atmosphäre der Stille und Sammlung. Gerade durch seine Wiederholung entfaltet er eine tiefe spirituelle Wirkung, die Menschen über Sprach- und Konfessionsgrenzen hinweg anspricht.
Text:
Taizé nach Lukas 24,29
Melodie:
Satz:

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Wissenswertes zu "Bleib mit deiner Gnade bei uns (Taizé)"
1974 ruft der Prior der „Communauté de Taizé“ in Burgund, Frère Roger Schutz, das „Konzil der Jugend“ ins Leben. Tausende Jugendliche folgen diesem Ruf. Sie bringen neben ihren Frömmigkeitserfahrungen auch ihre Singtraditionen mit: reichhaltig, aber uneinheitlich. Für das gemeinsame Singen komponiert Jacques Berthier daher die „Taizé-Gesänge“, insgesamt 284. „Bleib mit deiner Gnade bei uns“ entsteht 1982 in einer „Urfassung“ mit deutschem Text, dem eine singbare englische Übertragung beigegeben ist. Es folgen Übersetzungen (zunächst nicht singbar) ins Französische und Spanische. Seit 1988 gehören singbare Übertragungen ins Niederländische, seit 1991 ins Spanische und seit 1993 in weitere Sprachen zum Standard und erscheinen gleichberechtigt im Textblock. Die deutsche Fassung bleibt die prägende. Seit etwa 1998 ist sie allein den Noten unterlegt. Aufgrund kontinuierlicher Überarbeitungen erscheint das Lied in den klassischen „Taizé-Heften“ durchgehend.
- Liedrecherche von Christoph Schilling -
Der Liedruf bringt eine zweifache Bitte zum Ausdruck: Er bittet um das „Bleiben Christi“ und um die Gnade Gottes. Die Schlussanrede fasst beide Anliegen zusammen und versieht sie mit dem Prädikat der „Treue“. Gott wird gleichsam an das erinnert, was jetzt und hier notwendig ist: „Gnade“ – verstanden als Ermöglichungsbedingung für neues Leben. Weil wichtige Anliegen in der Regel wiederholt werden, geschieht dies auch in diesem Gesang, gesteigert durch das vorangestellte „Ach!“ und abgeschlossen mit der direkten Anrede an Gott. Im Blickpunkt steht dabei nicht eine individuelle Bitte um Heil, sondern ein kollektives Anliegen: Es handelt sich um ein „Wir-Lied“.
Der Text in seiner englischen Fassung („Stay with us, o Lord Jesus Christ / night will soon fall. / Then stay with us, o Lord Jesus Christ, / light in our darkness.“) ist ein frei gestaltetes Zitat aus der Geschichte der Emmausjünger (Evangelium nach Lukas 24,29): „Bleib doch bei uns … Es ist schon fast Abend. Der Tag geht zu Ende.“
Die Melodie beginnt verhalten – tief in der Unterquarte – mit einem dunklen g-Moll-Akkord. Nach der einleitenden Bitte („Bleib mit deiner Gnade bei uns“), die in D-Dur mündet, schließt sich deren Wiederholung an. In der Fortführung erwartet man den Spitzenton d. Die Melodie jedoch bleibt gleichsam bescheiden in Moll; sie imitiert – um eine Terz erhöht – die erste Bitte, um im Abgang ausdrücklich den „treuen Gott“ anzurufen. Auch ein Ende in Moll wäre zu erwarten gewesen; stattdessen schließt der Liedruf überraschend mit einem Akkord in D-Dur: Aus der verhaltenen Bitte wird eine erhörungsgewisse Anrede, die Offenheit erzeugt und zur Wiederholung einlädt.
Der Liedruf ist auf gemeinsames, mehrstimmiges, mehrsprachiges und wiederholtes Singen angelegt. Seit Anfang der 1980er-Jahre sind zahlreiche instrumentale Ausschmückungen hinzugekommen, für die Frère Robert, ein Bruder der Gemeinschaft von Taizé, verantwortlich zeichnet. Ergänzungen des Textes oder singbare vokale Varianten gibt es nicht. Liturgisch gehört der Liedruf an das Ende einer gottesdienstlichen Feier.
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