Lied entdecken

Behutsam leise nimmst du fort

Nr. 143 • EGplus

  • Gotteslob

„Es werde Licht“ – so heißt es im biblischen Schöpfungsbericht. In einfühlsamer Intensität breitet das Lied diese tröstliche Hoffnung in Klang und Wort aus und weicht dem Dunkel nicht aus. 

Text:

Raymund Weber (*1939), 1994

Melodie:

Sarah Flower Adams (*1905–†1848), 1994

Landkarte der Liedschöpfer:innen

Spannende Hintergründe zu den beteiligten Personen und ihren Lebenswegen entdecken.

zur Landkarte

Passende Stichworte zum Weiterstöbern

Wissenswertes zu "Behutsam leise nimmst du fort"

keine Angaben

Der Text des Refrains basiert auf dem Realitäten schaffenden Wort Gottes am Anfang der Schöpfung: „Es werde“ aus 1. Mose 1,3. Jeder Morgen wird als eine solche Neuschaffung verstanden. Das Urwort: „Es werde Licht“ prägt die erste Strophe und wird in den folgenden Strophen über die Begriffe Kraft, Glück und Trost weiter entfaltet. Die Strophen enthalten, abgesehen von diesen Schlüsselbegriffen, selbst einen Refrain, in dem Licht, Kraft, Glück und Trost Menschen in jedem Land gewünscht werden. Eine Segensbitte schließt die Strophen jeweils textgleich ab. Kreuzreime (abab-cdcd-ee) fassen die Dichtung, wobei die Zeilen jeweils mit unterschiedlichen Längen gebaut sind (Refrain mit 8.7.8.6 und Strophen mit 9.8.9.8.12.10 Silben).

Die Melodie des Refrains greift sofort groß aus. Sie beginnt mit einem großen Tonsprung (große Sexte) aufwärts bis in die Oktave und fällt über Durchgangsnote b1 und dem F-Dur-Dreiklang wieder zum Ausgangston c1 zurück. Innerhalb des Refrains wiederholen sich Tonkombinationen und Melodieteile. Vieles wird dem Singenden, dadurch, auch trotz des ungewöhnlichen Aufgangs, schnell vertraut und erleichtert das Einstimmen.

Die Strophen beginnen in einer sehr tiefen Lage auf a und führen an zwei Stellen zum Hochton c2. Ein großer Tonumfang wird hierbei durchschritten. Er bebildert musikalisch die Bewegung eines Sonnenaufgangs. Dabei werden die ersten drei Zeilen der Strophe und die fünfte Zeile rhythmisch von einem Dreiachtelauftakt eröffnet. Die vierte Zeile erinnert mit der kleinen Sexte aufwärts an den Refrain. Die fünfte Strophenzeile bietet mit der Vierteltriole eine Abwechslung. Der jeweils vorletzte Takt hat eine Klammerwirkung, ist im Refrain und den Strophen tonlich und rhythmisch gleich. Festzuhalten bleibt, dass diese Melodie für den Gemeindegesang anspruchsvoll, aber bei sicherer Begleitung gut machbar ist.

„Behutsam leise“ ist ein Morgenlied, das die Kraft des Wortes besingt. „Jeden Morgen neu“ besingt die Treue Gottes und die Geborgenheit in seiner Schöpfung. Durch den Refrain innerhalb der Strophen, den jeweiligen Strophenschluss, ist es ein Lied der weltweiten Ökumene („in jedem Land“) und nicht zuletzt auch ein Bittlied um den Segen. Die Strophentexte könnten auch als Fürbittgebet verwendet werden.

Noch mehr entdecken!

Choralandacht

Impulse aus der Reihe KIRCHE IM SWR

“Unser heutiges Lied zum Sonntag ist ein Morgenlied und Segenslied. Und was könnte besser zu einem Sonntagmorgen passen?.” Gedanken zum Lied von Dominik Frey. Weiterlesen oder Anhören?

 

 

Zum Beitrag

 

Quelle: www.kirche-im-swr.de