Alle Jahre wieder
Nr. 65 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
- Himmel, Erde, Luft und Meer /
- Kinderkirchenlieder "Immer und überall" (ELKB)
Wilhelm Hey setzte sich für eine einfache, menschenzugewandte und verständliche Vermittlung von theologischen Inhalten ein. Als bedeutender Fabel- und Kinderlieddichter hat er mehrere und bis heute sehr beliebte Reimverse verfasst, welche vertont wurden – so zum Beispiel auch das Lied „Weißt du wieviel Sternlein stehen“.
Text:
Melodie:
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Wissenswertes zu "Alle Jahre wieder"
Der dreistrophige Liedtext erschien 1837 im Anhang des (zweiten) Bandes „Noch fünfzig Fabeln für Kinder in Bildern, gezeichnet von Otto Speckter. Nebst einem ernsthaften Anhange.“ von Wilhelm Hey. Diese Sammlung enthält auch das Gedicht „Aus dem Himmel ferne“, dessen 4. (= Schluss-) Strophe dem Lied „Alle Jahre wieder“ bisweilen als letzte Strophe angehängt oder als dritte Strophe eingefügt worden ist: „Sagt’s den Kindern allen, / Daß ein Vater ist, / Dem sie wohlgefallen, / Der sie nie vergißt“. Die Melodie gehört in Friedrich Silchers „Zwölf Kinderlieder aus dem Anhange des Speckter’schen Fabelbuches“ (1842) zu Heys Gedicht „Aus dem Himmel ferne“. Die Verbindung mit dem Gedicht „Alle Jahre wieder“, das dort eine eigene Melodie hat, ist sekundär, aber unauflöslich. So hat sich das volkstümliche Lied weit verbreitet. 1915 wurde es in die „Geistlichen Volkslieder“ im Anhang des Deutschen Evangelischen Gesangbuchs aufgenommen und erst 2014 ins Beiheft der Nordkirche zum EG „Himmel, Erde, Luft und Meer“.
Das Kinderlied besingt innig-schlicht die Menschwerdung des Gottessohnes, die am Christfest gefeiert wird; zunächst allgemein (Strophe 1) als alljährliche Herabkunft des „Christuskind[es] auf die Erde …, wo wir Menschen sind“, sodann, in sich verengenden Kreisen, (Strophe 2) als Einkehr „in jedes Haus“ und Begleitung „auf allen [unseren] Wegen“ sowie (Strophe 3), nun in der 1. Person Singular, als verborgener persönlicher Beistand, der Halt und Geleit schenkt.
Die Melodie entspricht in ihrer viergliedrigen Anlage und ihrem einfachen Verlauf einem Kinderlied und ist so schon von den Kleinsten gut nachvollziehbar. Sie verläuft nahezu ausschließlich in kleinen Tonschritten (Sekundabständen) und gebraucht eine sehr einfache Harmonik (von der Tonika zur Dominante und über die Subdominante zurück zur Tonika). Dies ist dem schlichten Text angemessen und erscheint stimmig. Darin, dass in der 1. Strophe der Spitzenton auf dem Wort „nieder“ erreicht wird, darf man vielleicht eine Spur davon entdecken, dass Silcher ursprünglich diese Melodie nicht für diesen Text geschrieben hatte.
Das Lied eignet sich für Advents- und Weihnachtsfeiern in Kirchengemeinde und in Gemeinwesen, vorwiegend für Kindergruppen und Seniorenkreise. Seine Popularität (fehlt es irgendeiner Playlist von Weihnachtsmärkten?) macht es aber für alle Altersgruppen niederschwellig zugänglich – einschließlich des kleinen „Stolpersteins“, den die Rede vom „Christuskind“ (statt „Christkind“) bereithält.
Aufnahmen von "Alle Jahre wieder"
Alle Jahre wieder
mit Kinderchor
Philharmonischer Kinderchor Dresden
Alle Jahre wieder
mit Jugendchor
Jugendkammerchor der schola cantorum weimar (Besetzung 2018/2019) Leitung: Sebastian Göring
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Radioserie und Podcast zum Lied
In der Radioserie und im Podcast von SWR Kultur geben die Autorinnen und Autoren spannende Einblicke in die Entstehungsgeschichte bekannter Weihnachtslieder. Sie beleuchten, wie die Lieder entstanden sind, welche historischen und kulturellen Hintergründe sich mit ihnen verbinden und weshalb sie bis heute eine besondere Bedeutung im Weihnachtsbrauchtum haben.
Ein Beitrag aus der Reihe "SWR2-Weihnachtslieder"
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