Auf, Seele, Gott zu loben!
Nr. 255 • Durch Hohes und Tiefes
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Es ist ein fröhliches, beschwingtes Lied, dessen ansteckende Freude die Singenden begeistert. Die vielen kleinen Achtelbewegungen der lebendigen, tänzerischen Melodie gehen dabei „in Bauch, Herz und Kopf“ und bringen Gottes Lob und Dank mit den Worten von Psalm 104 zum Klingen. Mit seiner lebendigen Melodik und den klaren, bildhaften Texten eignet es sich besonders für Gottesdienste, in denen Gottes Wirken in der Natur im Mittelpunkt steht – etwa im Erntedank, in Sommergottesdiensten oder in Feiern zur Bewahrung der Schöpfung.
Text:
Melodie:
Wolfenbüttel 1930

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Wissenswertes zu "Auf, Seele, Gott zu loben!"
Schon früh schrieb Martha Müller-Zizke Gedichte. Die Erstveröffentlichung des Liedes erfolgte in ihrem 1947 unter dem Titel Ein neuer Tag. Gedichte erschienenen Gedichtband (Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen). Das Lied entstand in großer Dankbarkeit nach dem kalten Hungerwinter 1946/47. Die Erstveröffentlichung in Verbindung mit der Melodie und dem Satz von Johann Steurlein erfolgte 1954/55 in der Reihe „Kommt und singt“ für die Chöre des Christlichen Sängerbundes (CS). Man kann mit Sicherheit annehmen, dass diese Verbindung auf Paul Ernst Ruppel (1913–2006), den damaligen Bundessingwart des CS, zurückgeht. Es fand eine große Verbreitung und ist derzeit in mindestens 35 Liederbüchern enthalten.
- Liedrecherche Thomas Schmidt -
Wie bei allen Psalm-Nachdichtungen Müller-Zitzkes steht auch bei „Auf, Seele, Gott zu loben!“ in Klammern der Psalm (Ps 104). Der Wortlaut dieses Psalms, der der Dichterin vorlag, war die Fassung der Lutherbibel von 1912. Stellt man Psalmtext und Gedicht nebeneinander, so ergeben sich sehr genaue Parallelen der Inhalte, zum Beispiel:
Psalm 104,2: Du breitest den Himmel aus wie einen Teppich
Gedicht: Du spannst den Himmel droben gleich einem Teppich aus
Psalm 104,3f Du fährst auf den Wolken … und Feuerflammen zu deinen Dienern
Gedicht: Er fährt auf Wolkenwagen, und Flammen sind sein Kleid
usw.
Es gibt lediglich zu Beginn und am Schluss des Gedichtes Aussagen, die man nicht im Psalm findet und die dadurch eine besondere Bedeutung bekommen:
- Die Bezeichnung der Schöpfung als Gottes Haus
- Im letzten Psalmvers (Ps 104,35) heißt es: Die Sünder sollen ein Ende nehmen auf Erden und die Gottlosen nicht mehr sein. Lobe den Herrn, meine Seele! Halleluja!. Müller-Zitzkes Gedicht endet ebenfalls mit dem Gotteslob. Aber die Dichterin fordert nicht die Vernichtung der Gottlosen, sondern besingt die Gnade, die dem Sünder gilt.
Die Dichterin Martha Müller-Zitzke war eine tiefgläubige Frau, die trotz mancher Schicksalsschläge nie an der Güte Gottes zweifelte. Ihr Gedichtband „Ein neuer Tag. Gedichte“ von 1947 enthält den Text mit 9 Strophen. Schon in der ersten Veröffentlichung als Lied (und Chorsatz) 1954 wurden die Strophen 7 und 8 gestrichen.
Hier sind sie (Orthographie wie im Original, aber ohne Großschreibung zum Zeilenanfang):
7. Ja, groß ist, was Gott werket, und alles wartet Sein,
daß Er mit Speise stärket und schenket voll uns ein.
Wer kann ohn Ihn bestehen? Ach, alles Fleisch verdorrt;
zu Staub muss es verwehen, nimmt Gott den Odem fort.
8. Er spricht Sein heiliges Werde, da Ihn sein Werk erfreut,
daß die Gestalt der Erde sich wunderbar erneut.
Der Erde Tiefen beben in Seines Blickes Bann,
Rauch steigt und Nebel schweben, rührt Er die Berge an.
Die Melodie von Johann Steurlein ist auch unter dem Titel „Wie lieblich ist der Maien“ bekannt, dort jedoch in einer vereinfachten Form. Er veröffentlichte sie – einschließlich des vierstimmigen Satzes – zu dem Text „Von Lieb bin ich umfangen“ im Jahr 1575 in dem Band „Weltliche Gesenge“. Ob die eine oder die andere Melodie das Original und die andere Fassung die Bearbeitung ist, lässt sich nicht abschließend entscheiden. Auch beim vierstimmigen Satz sind verschiedene Varianten bekannt (z. B. Sechzehntelverzierungen bei „sein Kleid“).
Das Lied eignet sich liturgisch besonders als Einzug- oder Eröffnungslied, da sein schwungvoller Charakter die Gemeinde in eine frohe Gottesdienststimmung führt. Es kann zudem gut in Schöpfungsgottesdiensten, etwa zu Erntedank oder in Feiern zur Bewahrung der Schöpfung, eingesetzt werden. Auch als Psalm-Ersatz ist es geeignet und kann einen gesprochenen Psalm ersetzen.
Musikalisch ist das Lied fest im Chorrepertoire verankert und kann abwechslungsreich gestaltet werden, etwa im Wechsel zwischen mehrstimmigem Chor und einstimmigem Gemeindegesang.
In der Orgelbegleitung lässt sich der Text ausdeuten: Helle Register stehen für Himmel und Wind, fließende Klänge für Bäche und Quellen, während in Abschnitten über Gottes Macht und Majestät das volle Werk mit kräftigen Registern eingesetzt werden kann.
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