Auf, Seele, Gott zu loben!
Nr. 255 • Durch Hohes und Tiefes
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Gedanken zum Lied der Woche
Kurzandacht
Luft holen. Tief durchatmen. Die Herbstsonne wärmt noch und hüllt den Efeu am Gartentor in weiches Licht. Das ist schön. Ich genieße es. Ich summe vor mich hin. Die Töne kommen mir leicht über die Lippen. Ach ja, der Jahreskreis schließt sich wieder. Die Melodie von „Wie lieblich ist der Maien“ habe ich doch schon im Frühjahr gesungen. Jetzt, zu Erntedank, trägt sie einen Text von Martha Müller-Zitzke. Er folgt den Worten des 104. Psalms. Es ist ein Dank an Gott, den Schöpfer, für die Fülle der Welt. So harmonisch, so vollkommen, so heil.
Ich schaue auf mein Beet. Der Salat hat es dieses Jahr nicht geschafft: Die Schnecken waren schneller. Und die Trockenheit hat irgendwie allen Pflanzen zugesetzt. Beim Stichwort Klimawandel breiten sich Sorgenfalten auf meiner Stirn aus. Ich lese: Der Liedtext stammt aus dem Jahr 1947. Ich stocke. Wie konnte Martha Müller-Zitzke gerade zu dieser Zeit eine so ungezwungene Psalmübertragung dichten? Von Gottes Fürsorge und einer heilen Welt sprechen? Und das nach dem Hungerwinter 1946/47, nach einem schrecklichen Krieg mit Millionen Toten?
Ich denke an Gespräche mit lieben Freunden, die mir und meiner Kirche manchmal vorwerfen, wir flüchteten uns in eine heile Welt. Ich möchte das sehr ernst nehmen. Ich stehe mitten in meinem Garten. Ich halte mich an der siebten Strophe fest: „Du bist mit Gnade nah.“ Noch mal durchatmen. Nein, denke ich, das Lied ist kein Soundtrack zu einer heilen Welt. Es hört die Risse und singt dennoch von ihrem Schöpfer. Vielleicht ist das meine stärkste Zumutung und mein kostbarstes Angebot: nicht unbefangen zu singen, sondern mitten in dieser Welt, so wie sie ist. Also ein „Trotzdem“ brauche ich heut. Und jetzt schnell die Harke in die Hand. Es gibt viel zu tun.
Idee:
Wie wäre es wenn ...
Klangvariationen
Dieses fröhliche Schöpfungs- und Danklied zu Psalm 104 regt alle Sinne an. Beispielhaft werden hier einige Ideen vorgestellt.
Liturgische Verwendung des Liedes:
Einzug oder Eröffnung: Der schwungvolle Charakter der Melodie eignet sich hervorragend, um die Gemeinde zu Beginn des Gottesdienstes in eine frohe Stimmung zu bringen.
Schöpfungsgottesdienste: Ideal für Erntedankfeste, Sommergottesdienste oder thematische Feiern zur Bewahrung der Schöpfung.
Psalm-Ersatz: Kann als Psalmlied anstelle eines gesprochenen Psalms verwendet werden.
Musikalisches Wechselspiel
Das Lied gehört bei vielen Chören zum Repertoire. Es kann im Gottesdienst strophenweise wechselnd zwischen Chor (mehrstimmig) und Gemeinde (einstimmig) gesungen werden.Auch das Singen einzelner Liedzeilen in zwei Gruppen belebt die Textwahrnehmung.
Klangspiele
Wie wäre es die Orgelregistrierung zur Textausdeutung zu nutzen?
- Himmel und Wind (Strophe 1 und 2): Helle, fließende Flötenstimmen oder sanfte Prinzipale, die das Ausspannen des Himmels und das Wehen des Windes („Windfittiche“) symbolisieren.
- Bäche und Quellen (Strophe 3): Ein flüssiges, plätscherndes Spiel mit einer registerspezifischen Solostimme (z. B. einer weichen Querflöte).
- Gewitter und Majestät (Strophe 4 / spätere Strophen): Einsatz des vollen Werks (Plenum) mit Zungenstimmen bei Zeilen über Gottes Macht, Donner oder das Fundament der Erde.
Idee:
Choralandacht
aus der Reihe des WDR 3
Ein Teppich am Himmel und ein Lied voller Staunen: Die Choralandacht zentdeckt in Psalm 104 die Schönheit der Schöpfung und erzählt, wie das Lied in schwerer Zeit entstand. Zugleich fragt sie, wie wir angesichts der Klimakrise dankbar singen und die Welt bewahren können.
Die Choralandachten auf WDR 3 sind kurze, geistlich gestaltete Radiobeiträge, die in der Mediathek des Senders auffindbar sind. In diesen etwa zehnminütigen Sendungen erklingt zunächst ein Choral – ein klassisches Kirchenlied – gefolgt von einem besinnlichen Impuls aus Kirche und Glaube.
Idee:
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Theologie trifft Musik: Lieder im Gespräch
Ein Beitrag aus der Reihe "Der Wochenliederpodcast"
Kathrin hat Fragen an dieses Erntedanklied - an den Text, v.a. aber an die Strophenauswahl. Zur Melodie gibt es freilich nur Gutes zu sagen. Und damit: Willkommen bei einer neuen Folge des Wochenliederpodcasts.
Im Wochenliederpodcast der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens nehmen sich eine Kirchenmusikerin und eine Theologin in jeder Folge eines der evangelischen Wochenlieder vor. Sie sprechen über Geschichte, Melodie und Text des Liedes und geben Anregungen, wie es im Gottesdienst eingesetzt werden kann. Gesprächspartnerinnen sind Martina Hergt von der Arbeitsstelle für Kirchenmusik in Sachsen und Kathrin Mette von der Sächsischen Ehrenamtsakademie. Gelegentlich begrüßen sie auch Gäste im Wochenliederpodcast.
Idee: , 
Test Titel
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