Wir stehen im Morgen
Nr. 47 • Durch Hohes und Tiefes
- freiTöne /
- Kommt atmet auf /
- Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder /
- Singt Jubilate /
- EGplus
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Es ist ein ansteckendes und sehr lebendiges Osterlied, das das Auferstehungsgeschehen aus der Perspektive der Frauen am Grab und der jubelnden Gemeinde besingt. In seiner Verbindung von Gesang und Bewegung lädt es dazu ein, die Osterfreude nicht nur zu singen, sondern auch durch einen bewegten Impuls ganzheitlich mitzuerleben – gemäß Psalm 30,12: „Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet.“ Ursprünglich für eine Osternachtliturgie gedacht, kann es über das Osterfest hinaus auch zu vielen weiteren Anlässen von Groß und Klein gesungen – und von Mutigen sogar getanzt – werden!
Text:
Melodie:
Satz:

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Wissenswertes zu "Wir stehen im Morgen"
Eine gemeinsame Bibelarbeit auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 1981 zum Thema Frieden war die Initialzündung für die Zusammenarbeit von Jörg Zink und Hans-Jürgen Hufeisen. Das Lied entstand für das Lieder- und Liturgiebuch Wie wir feiern können, das den Menschen als Einheit von Geist und Körper anspricht und eine Auffassung von Liturgie vertritt, die auch den Tanz als Ausdrucksform einbezieht. 1991 wurde das Lied erstmals im Dolce Musica Verlag, Zürich, veröffentlicht.
- Liedrecherche von Tatjana Schnütgen -
Hans-Jürgen Hufeisen schrieb zunächst selbst den Liedtext, nach dem Vorbild von Lord of the Dance von Sydney B. Carter aus dem Jahr 1963. In der Zusammenarbeit mit Jörg Zink entstand ein Gesamtkonzept aus Musik, Text und Bewegung.
Die fünf Strophen mit Refrain besingen das Ostergeschehen aus der Perspektive der Frauen am Grab bzw. der jubelnden Gemeinde. Im Refrain wiederholt sich der Freudenruf „Halleluja“ mit dem Eindruck eines „Osterlachens“ („Halleluja-ha-ha“); zugleich erscheinen das Bild des Steins vor dem Grab Jesu, der „bricht“, sowie der beginnende Tanz der Gemeinde. Zink formuliert bewusst jenseits traditioneller Sprache in ausdrucksstarken Bildern, die transparent sind für die biblische Botschaft der Erlösung vom Tod. Dabei klingen auch Erfahrungen aus der Friedensbewegung und Formen zivilen Ungehorsams in der Bildsprache an. In Anspielung auf Weihnachten durchleuchtet ein göttlicher Schein alle Gräber (Strophe 1); der kosmische Tanz Christi geschieht in der Kraft des Heiligen Geistes (Strophe 2); der Tod steht vor Gericht, ist überwunden und verliert seinen Schrecken (Strophe 3); Christus führt den Tanz der Auferstandenen – zugleich auch der „Aufständischen“ – an und tritt den Mächten des Todes entgegen (Strophe 4); schließlich wird die Gemeinde im Tanz durch die Pforte des Todes von Christus zum Fest geführt, in den Bereich, in dem der Tod keine Macht mehr hat (Strophe 5). Der Text weckt durch seine eindrücklichen Bilder Emotionen; er ist nicht narrativ, sondern proklamierend. Im Refrain wird immer wieder das Lob Gottes angestimmt.
Der Melodie- und Satzgeber hat ein schnelles, fröhliches Tanzlied im schwingenden 6/8-Takt komponiert, in Anlehnung an die Galliarde (einen höfischen Tanz des 15.–17. Jahrhunderts). Das Metrum entspricht den Hebungen des Textes. Die Strophen setzen mit einem emotionalen Aufschwung in Form eines großen Sextsprungs von unten nach oben ein, gefolgt von kleineren, an der gesprochenen Sprache orientierten Schritten. In der zweiten Hälfte der Strophe finden sich zwei weitere größere Sprünge, die jeweils Textstellen hervorheben und sich in der Höhe steigern. Auch im Refrain schraubt sich die Melodie schrittweise nach oben. Die Worte „es bricht ein Stein“ und „ein Tanz setzt ein“ sind melodisch als Aussage und bestätigende Antwort gestaltet. Auf dem jeweils höchsten Ton stehen in den Strophen die Textteile „Tanz“, „Tod“, „(be-)drohst“, „O-(sterlied)“ und „Fest(-geleit)“. Die Strophe umfasst sechs Takte, der Refrain acht.
Das Lied ist für den gottesdienstlichen Gebrauch konzipiert, kann jedoch auch in alternativen Andachtsformen Verwendung finden, die stärker von Tanz und Bewegung geprägt sind. Der Charakter des Tanzliedes kommt dabei besonders in der Verbindung von Gesang und Bewegung zur Geltung. Es wird als Wochenlied für den Ostersonntag vorgeschlagen. Die Liedautoren schufen das Lied ursprünglich als Teil einer Osternachtliturgie – als Tanzlied nach dem Anzünden der Kerzen.
Das Lied eignet sich sowohl für die Aufführung durch Tanzgruppen in der Osternacht als auch für die gemeinsame Ausführung als Lied und Tanz in einem österlichen Gottesdienst. Die Schritte können sich am fröhlichen Charakter der Galliarde orientieren, sollten jedoch – nach einer kurzen Einführung – bewusst einfach gehalten sein, um ein rasches gemeinsames Tanzen zu ermöglichen.
Der Hintergrund der Zusammenarbeit von Zink und Hufeisen im Kontext der Friedens- und Ökologiebewegung kann zudem Anlass sein, das Lied auch in Friedensandachten oder politischen Gottesdiensten einzusetzen. Darüber hinaus eignet es sich für die Verwendung im Religionsunterricht und in der Gemeindepädagogik.
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