Wer nur den lieben Gott lässt walten
Nr. 369 • Evangelisches Gesangbuch
- freiTöne /
- Gotteslob
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Dieses Lied gehört zu den beliebtesten evangelischen Kirchenliedern und hat auch eine weite ökumenische Verbreitung gefunden. In zahlreichen Werken namhafter Komponisten wurde es verarbeitet. Seine zuversichtliche Grundaussage, die zur Überwindung von Sorge durch Gottvertrauen ermutigt, verbindet viele Menschen – auch in seelsorglichen Kontexten – ganz persönlich mit diesem Lied.
Text:
Melodie:

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Wissenswertes zu "Wer nur den lieben Gott lässt walten"
Georg Neumark schrieb das Lied mit Text und Melodie 1641/42 in Kiel als geistliche Verarbeitung einer unterwegs bei Gardelegen (Altmark) erlittenen Ausraubung sowie der mehrfach enttäuschten Hoffnung, bald eine auskömmliche Anstellung als Hauslehrer zu finden. In der zweiten Auflage seiner Sammlung Musikalisch-poetischer Lustwald wurde es 1657 erstmals gedruckt. Seither fehlt es in kaum einem evangelischen Gesangbuch. Bis heute gehört die Melodie zu den beliebtesten Kirchenliedmelodien, der im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche weitere Liedtexte zugeordnet wurden.
Andreas Marti verweist in der Liederkunde zum Evangelischen Gesangbuch (Heft 2, Göttingen 2000) auf biographische Bezüge: Georg Neumark dichtete das Lied, nachdem er bei einem Postkutschenüberfall ausgeraubt worden war und nach längerer winterlicher Irrfahrt durch Norddeutschland schließlich in Kiel eine Hauslehrerstelle gefunden hatte.
- Liedrecherche von Martin Evang -
Das aus persönlicher Leiderfahrung geschöpfte Ermutigungslied sucht den, der es singt, in seiner „Not und Traurigkeit“ (Strophe 1,4) auf und wirbt um sein Gottvertrauen. Der Dichter spricht dabei als Seelsorger. Ausgangs- und Zielpunkt (Strophe 1 und 7) ist die glaubensgewisse Zusage, dass Gott sich dessen annimmt, der ihm vertraut. Rhetorische Fragen werben um Zustimmung: „Jammern macht’s doch nur noch schlimmer“ (Strophe 2). Empfohlen wird eine nüchtern-geduldige Offenheit dafür, wie (Strophe 3) und wann (Strophe 4) Gott die Dinge zum Besseren wendet. Resignative Ergebung in ein vermeintliches Fatum der Gottverlassenheit wird zurückgewiesen (Strophe 5); stattdessen wird auf Gottes Möglichkeit verwiesen, böses Geschick zu wenden (Strophe 6). Die Schlussstrophe führt erneut in eine nüchtern-fromme Lebenshaltung und ihre Verheißung (Strophe 7).
Die in Moll gehaltene, ebenmäßige Melodie im 6/4-Takt passt sich in ihrer Barform (Stollen – Stollen – Abgesang) der sechszeiligen Textstrophe (Reimschema ababcc) bestens an. Sie gewinnt ihre Dynamik durch eine Folge von Vierteln, die den vorwärtsstrebenden Auftakt zu der eher retardierenden Halbe-Viertel-Halbe-Viertel-Gruppe im Zentrum jeder Zeile bilden. Die Melodie erreicht ihren Höhepunkt in der ersten Zeile des Abgesangs mit dem Wechsel in die Dur-Parallele, bevor sie nahezu spiegelbildlich zum Grundton zurückkehrt.
Die Melodie hat eine warme, wenn auch verhaltene und zugleich zuversichtliche Klangwirkung und kann aufgrund ihrer Schlichtheit unmittelbar nachvollzogen werden. Zur Melodie gibt es eine außergewöhnlich reiche Bearbeitungstradition: Viele namhafte Komponisten ließen sich zu Choralsätzen oder zur Verarbeitung des Liedes in ihren Werken anregen.
Das Lied gehört seit jeher zu den beliebtesten evangelischen Kirchenliedern und hat auch ökumenische Verbreitung gefunden. In Gottesdiensten und Andachten, in Gemeindegruppen sowie in der Seelsorge ist es vielfältig einsetzbar. Es Wochenlied des 15. Sonntags nach Trinitatis, dessen Evangelium zur Überwindung der Sorge ermutigt (Matthäus 6,25–34).
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