Ihren Erlöser erwartet alle Welt
Nr. 156 •
Methodistisches Gesangbuch
Nr. 44 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
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Das katalanische Lied „Tota la terra espera el Salvador“ erschien 1972 im Kontext der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil der katholischen Kirche. Es greift die neue geistliche Aufbruchsstimmung dieser Zeit auf und verbindet sie mit einer eindringlichen Adventserwartung. Seit seiner Entstehung hat es sich weltweit verbreitet und zählt heute zu den bekanntesten katholischen Kirchenliedern für die Adventszeit.
Text:
Melodie:

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Wissenswertes zu "Ihren Erlöser erwartet alle Welt"
Im Jahr 1972 befand sich Spanien noch unter der Diktatur von Francisco Franco. Die öffentliche Verwendung der katalanischen Sprache war stark eingeschränkt.
Der Originaltitel des Liedes lautet auf Katalanisch „Tota la terra espera el Salvador“ (spanisch: „Toda la tierra espera al Salvador“). Das Lied erschien 1972. In diesem Jahr wurde es auf Hymnary.org registriert und gleichzeitig in das offizielle Gesangbuch der katalanischen Diözesen Cantoral de Missa Dominical aufgenommen. Es entstand im Zuge der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil und gilt seither weltweit als eines der bekanntesten katholischen Kirchenlieder für die Adventszeit.
Der Ausschuss für das United Methodist Hymnal von 1989 (Hymnal Committee der United Methodist Church in den USA; in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Evangelisch-methodistische Kirche) wurde durch eine spanische Fassung in Cancioneiro para a Igreja Jovem (Nr. 28, ohne Datumsangabe) darauf aufmerksam.
- Liedrecherche von Hartmut Handt und Thomas Schmidt –
Das Lied greift die alttestamentlichen Prophezeiungen über die Ankunft des Messias („Immanuel“) aus Jes 7,14 und Jes 40,3–5 auf und verbindet die biblische Erwartung mit dem modernen Wunsch der Menschheit nach Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit.
Dass Taulé den Text nicht in der spanischen (kastilischen) Hochsprache schrieb, sondern in der mit ihr verwandten Sprache seiner Heimat, könnte damit zusammenhängen, dass man auch für die katalanisch sprechende Minderheit eigene Lieder benötigte. Der Autor setzt damit jedoch noch einen weiteren Akzent: Gott kommt in Christus unmittelbar zu uns; dies wird durch die Wahl der Muttersprache unterstrichen.
In Strophe 1 wird das Hauptthema entfaltet: Seit jeher haben Menschen um Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit gerungen und dabei die Erfahrung gemacht, dass diese Ziele höchstens ansatzweise zu verwirklichen sind. So wächst die Hoffnung auf einen Erlöser, der dies alles vollenden wird.
Strophe 2 knüpft eng an Jes 7,14 an und greift die Erwartung aus Strophe 1 auf und präzisiert sie, indem nun ausdrücklich von Hoffnung gesprochen wird. Hoffnung ist stets eine gespannte Erwartung und schärft die Aufmerksamkeit aller Sinne, um die Chancen des Erhofften zu erkennen und zu ergreifen, wo und wann sie sich bieten. Das unterscheidet Hoffnung von bloßer Erwartung oder geduldigem Abwarten.
Der biblische Bezug in Strophe 3 ist Jes 40,3–5; am Ende klingt zudem Psalm 24 an.
Strophe 4 ist keine Adventsstrophe mehr, sondern eine Weihnachtsstrophe. Sie schlägt zugleich einen Bogen zurück zu Strophe 1. Bereits dort klingt die Weihnachtsgeschichte an, in der auch von einem Feld die Rede ist (Lk 2,8).
Die syllabische Melodie (pro Wortsilbe jeweils ein Ton) besitzt eine gewisse Lockerheit und fröhliche Leichtigkeit. Drei ihrer vier Teile bestehen aus zwei Takten, der dritte Teil aus drei Takten. Der erste Teil endet sehr tief (vier Töne, entsprechend einer Unterquart unter dem Grundton), der zweite sehr hoch; beide schließen auf der Dominante (5. Tonstufe vom Grundton aus), was eine Erwartungsspannung erzeugt, die im dritten Teil durch das Erreichen des Grundtons in hoher Lage aufgelöst wird. Der vierte Teil kehrt wieder zur tiefen Ausgangslage zurück.
Auch hier endet das Lied – zumindest in den Strophen 1–3 – auf der Dominante. Diese harmonische Anlage spiegelt die „Erwartungshaltung“ des Textes wider. Sie hält das Strophenende offen und erzeugt eine melodische Spannung, die nach einer Fortsetzung in der folgenden Strophe verlangt. Erst die letzte Strophe enthält den abschließenden Schluss, der von der Dominante zur Tonika (Grundtonart) führt. Hier wird auch im Text die zuvor aufgebaute Erwartung erfüllt mit den Worten: „bringt Frieden und Freiheit in unsre Welt hinein“.
Im „Cantoral de Missa Dominical“ ist es explizit als Eröffnungslied (Canto de Entrada) oder Gabenbereitungslied für die Sonntage im Advent klassifiziert. Auch wenn die letzte Strophe schon auf Weihnachten vorgreift, so kann dieses Lied an jedem Adventssonntag gesungen werden.
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