Voller Freude über dieses Wunder
Nr. 212 • Evangelisches Gesangbuch
Klanglandschaft der Freude
Mit einer Taufgesellschaft singen
Die Situation des Liedes: Ein Säugling wird getauft. Die Taufgesellschaft bringt das Neugeborene vor Gott im Vertrauen auf Gottes Ewigkeit.
Eine große Vermittlungsaktion ist in einem Taufgottesdient sicher nicht angebracht. Um die Gemeinde aber mit diesem für viele wahrscheinlich unbekannten Lied ins Singen zu bringen, kann ein Einstieg über die erste Melodiephrase, den Ruf „Voller Freude“ hilfreich sein.
V: Voller Freude A: Voller Freude
V: Voller Freude A: Voller Freude
V: Voller Freude über dieses Wunder A: Voller Freude über dieses Wunder
Wenn alle diesen Melodieabschnitt können, singen alle individuell im eigenen Tempo, mit eigener Akklamation, im eigenen Rhythmus, mit eigener Emphase. Es darf auch gesprochen, gerufen, geflüstert werden, auch nur Teile oder einzelne Worte.
Diese „Klanglandschaft der Freude“ kann auch zwischen den 4 Strophen des Liedes wieder aufgegriffen werden.
Idee:
Taufe: Wie klingt Freude über das Wunder des Lebens?
Mit einer Konfirmandengruppe ins Singen kommen
Die Auseinandersetzung mit diesem Lied kann für Konfirmandengruppen einen schönen Einstieg in das Thema Taufe bieten:
Einstieg:
Svein Ellingsen (1929–2020), Maler, Dichter und Hymnologe aus Saltrod, schrieb den norwegischen Originaltext 1971 zur Taufe seines Sohnes Eystein.
• Was wollte er damit zum Ausdruck bringen? Was bedeutet „taufen“?
• Wie fühlen sich Eltern, die ihr Neugeborenes zur Taufe bringen? Mit welchen Gedanken und Gefühlen kommen sie?
Weiterführende Information zum Liedanlass:
Das Lied entstand aus einem sehr persönlichen und bewegenden Moment im Leben von Svein Ellingsen. Eineinhalb Jahre zuvor hatte er bei einem tragischen Verkehrsunfall seine kleine Tochter verloren. Der Schmerz über diesen Verlust war noch frisch, als er erfuhr, dass seine Frau erneut schwanger war. Diese Nachricht brachte ihm und seiner Familie nicht nur Freude, sondern auch Hoffnung und neue Zuversicht.
Lied anhören und Austausch:
Nachdem das Lied vorgestellt und gemeinsam angehört wurde, schließt sich ein Gespräch an, in das folgende Fragen einfließen können:
• Wie klingt die Melodie?
• Wie klingt die Freude über das Wunder? (Evtl. fällt jemand der etwas „gedämpfte“ Charakter des Liedes auf.)
• Was möchte der Komponist damit vermitteln?
Die Gedanken und Emotionen der Konfirmand:innen werden von der Singanleitung aufgegriffen, bevor das Lied gemeinsam gesungen bzw. gelernt wird.
Das Lied singen:
Die nicht ganz leicht eingängige Melodie kann in vier Abschnitten erarbeitet werden:
1. Voller Freude über dieses Wunder – Aufmerksamkeit auf den Halbtonschritt bei „Freude“.
2. unser Neugeborenes auf den Armen – der Ton von „Freude“ erscheint bei „-bornes“ erneut (im Norwegischen steht hier das Wort barn = Kind).
3. kommen wir zu dir: Du gabst uns Leben – Sprung auf „dir“, höchster Ton; Betonung auf „dir“.
4. kommen wir zu dir: Du gabst uns Leben – höchster Ton bei „kommen“; Betonung entsprechend setzen.
Die ersten beiden Abschnitte bestehen aus einem Tonmaterial von nur vier Tönen. Dieses begrenzte Material eignet sich auch zum Improvisieren (siehe Idee 1). Ein Tonhöhendirigat erleichtert das Mitsingen.
Idee:
Ein „Glockengeläut“ im Taufgottesdienst
Mit Klangbausteinen ins Singen kommen
Die erste Hälfte des Liedes besteht aus lediglich 4 Tönen. Diese können (von Kindern) auf 4 Klangbausteinen gespielt werden:
• Ein Spieler beginnt mit dem Ton a: wie eine einzelne Glocke im eigenen Tempo den Ton anschlagen!
• Ein weiterer Spieler kommt mit dem Ton f dazu: die zweite Glocke schwingt etwas anders.
• Ein dritter (Ton g) und vierter Spieler (Ton b) kommen dazu.
• Auf Zeichen schalten sich die „Glocken“ nach und nach ab.
Um das Singen des Liedes vorzubereiten, können anschließend die ersten Töne der Melodie von den 4 „Glocken“ gespielt werden: a - b - a - g - b - a - g – f
(Die hier angegebenen Töne beziehen sich auf einen Singlage in F-Dur.)
Idee: