Lied vermitteln

Himmel, Erde, Luft und Meer

Nr. 504 • Evangelisches Gesangbuch

  • Himmel, Erde, Luft und Meer
Idee 3/3

Mit Kindern anhand von Bildern ein Lied entfalten

Spielerische Singideen für Augen und Ohren

Mithilfe von Bildkarten kann dieses Lied im Kindergottesdienst, in der Kindertagesstätte, in Kindergruppen oder bei anderen Singgelegenheiten spielerisch entdeckt und textsicher erarbeitet oder wiederholt werden. Die Zeichnungen sind bewusst schlicht und kindgerecht gehalten. Ihre offene Gestaltung lädt Kinder ein, eigene Assoziationen einzutragen, die Motive weiterzudenken und die Bilder vielleicht sogar selbst kreativ zu ergänzen oder eigene Bilder anzufertigen. Die Bildkarten stehen als Download-Vorlagen zur Verfügung. Ebenfalls auch Anregungen zum Einsatz der Bildkarten in Ideen zum Einsatz der Bildkarten.

 

Viel Spaß beim Blättern im Bilderbuch!

 

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State: read, orientation: landscape

Quelle: Ein Projekt der Arbeitsstelle Kirchenmusik in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens (EVLKS), Fachbeauftragte für Chor- und Singarbeit Martina Hergt www.kirchenmusik-sachsen.de

Idee: Martina HergtKatrein Saalfrank

Idee 2/3

Zur Liedentstehung, zu den Verfassern und zum Gebrauch

aus LIEDPORTRÄTs zum Gotteslob

In ihrem Liedporträt geben Gereon Rehberg und Carsten Igelbrink vertiefende Einblicke in die zeitgeschichtliche Einordnung des Liedes, in biografische Bezüge der Autoren und in seinen liturgischen Gebrauch.

 

“Den Text des Liedes „Himmel, Erde, Luft und Meer zeugen von des Schöpfers Ehr“ verfasste Joachim Neander, reformierter Theologe und Liederdichter. Er wurde 1650 in Bremen geboren. Sein Vater war Lehrer an der Lateinschule der Stadt Bremen. Seine Mutter war Tochter eines Lehrers und Kantors. Neander selbst besuchte die Lateinschule, später das Gymnasium, eine akademische Bildungsanstalt ohne Universitätsrang. Hier studierte er Theologie. Mit zwanzig Jahren hatte er ein prägendes Schlüsselerlebnis. Angeregt durch die Spiritualität und Theologie des Pietisten Theodor Undereyck (1635 - 1693), erlebte er eine Bekehrung hin zur tiefen Frömmigkeit. Von da an fühlte er sich stark zum aufgekommenen Pietismus hingezogen. Dem Leitsatz dieser Glaubensrichtung folgend, suchte er nach dessen Prinzipien zu leben: Das Wort Gottes zu studieren und dem Willen Gottes entsprechend ein frommes Leben zu führen. 

 

Von 1671 bis 1673 weilte Neander als Hauslehrer bei einer Kaufmannsfamilie in Frankfurt am Main. 1673 begleitete er seine Schüler zum Studium nach Heidelberg. Dort immatrikulierte er sich, um das Universitätsstudium in Theologie zu absolvieren. Neander starb 1680 unverheiratet und kinderlos im Alter von dreißig Jahren. In diesem Jahr verfasste er auch den Text unseres Liedes. Unverkennbar atmet darin die Geisteshaltung des Pietismus. Alle Strophen preisen die unerforschliche Größe Gottes. Der Text übernimmt Bilder zahlreicher Psalmen. So haben wohl in Teilen die Psalmen 19, 104 und 148 Vorlagen für den Liedertext geboten. Auch Elemente des 1. Schöpfungsberichts (Gen 1,1-2,4a) finden sich darin wieder. 

 

Neander setzt in der ersten Strophe mit dem Lobpreis der Größe Gottes und seiner Schöpfermacht beim fernen Himmel an, geht dann über die Gestirne, die Naturgewalten, die Tiere und die Pflanzen hin zur sechsten Strophe, wo er beim Innigsten des Menschen, bei seiner Seele, ankommt. Sie ist für ihn ein Ort der Gotteserkenntnis. Ohne den Text überinterpretieren zu wollen, klingt in dieser Strophe zumindest eine selektive Partizipation Neanders an einer mystischen Erfahrung an. Gewiss wird die Mystik im Protestantismus kritisch bewertet, unterstellt man ihr doch, sie sei der Versuch des Menschen, einen Weg der Selbsterlösung aus eigener Tiefe heraus gehen zu wollen. Allgemein gilt hingegen die Überzeugung, die Rechtfertigung des verlorenen Menschen sei nur durch den rettenden Gott möglich. Trotz dieser theologischen Grundannahme finden sich aber auch im protestantischen Raum immer wieder Autoren, deren Texte und Lieder mystische Züge tragen, wie zum Beispiel Paul Gerhardt. Aber auch einige zeitgenössische protestantische Autoren, wie zum Beispiel Dietrich Bonhoeffer, Dorothee Sölle oder Jörg Zink lassen in ihren Texten mystische Erfahrungen anklingen. Gewiss kann Joachim Neander zu den Protagonisten jener Geisteshaltung gezählt werden. 

 

Der Liedtext entstand in der Zeit des Hochbarock. Dies drückt sich vor allem am Reichtum der Bilder aus. Die dicht aufeinander folgende Aufzählung einzelner Schöpfungswerke verleiht dem Lied eine barocke Fülle. 

 

Die Melodie zu diesem Lied schrieb Georg Christoph Strattner (1644 – 1704), seiner Zeit Kirchenmusiker und Komponist an der Frankfurter Barfüßerkirche (an deren Stelle heute die Paulskirche steht). Strattner komponierte zahlreiche Kantaten und Kirchenlieder, die sich oft durch arienhafte Melodien auszeichnen. 1691 gab er Joachim Neanders „Bundeslieder und Dank-Psalmen“ in einer Neuauflage heraus, in der er die Gesamtzahl der Lieder Neanders von 56 auf 64 erweiterte und zu der er sämtliche Melodien beisteuerte. Die Intention seiner Lieder und Hinweise zur Verwendung gibt Strattner in seiner Werkbetitelung: „Joachim Neandri Vermehrte Glaub- und Liebes-Übung: Auffgemuntert durch einfältige Bundes-Lieder/ Und Danck-Psalmen; Gegründet auff den zwischen Gott und dem Sünder im Blut Jesu befestigten Friedens-Schluß/ Zu lesen und zu singen auff Reisen/ Zu Hauß/ oder bei Christ-Ergetzungen im Grünen/ Durch ein geheiligtes Hertzens-Halleluja“. Die Freude an der Schöpfung Gottes kommt zum Ausdruck durch einen beschwingten Dreiertakt, der nicht zu langsam ausgeführt werden sollte und dadurch die Melodie in mehreren Phrasen erlebbar macht, statt in ein- 19 zelnen aufeinander folgenden Tönen. Insgesamt schlägt die Melodie einen großen Bogen indem sie sich in Sekundschritten bis zur Mitte des Liedes in einer Oktave hinaufschwingt und von dort wieder wie in einem freudigen Luftsprung in größeren Intervallen wieder zum Grundton hinabsenkt. Dennoch ist die Melodie so schlicht gestaltet, dass sie durch ein- oder zweimaliges Vor- und Nachsingen schnell erlernt werden kann. Auch lohnt es sich die sechs Strophen als Ganzes durchzusingen, da sich erstens der inhaltliche Bogen von der Schöpfung zur eigenen Seele erschließt und zweitens die Melodie sich weiter festigt. Dabei kann man die Strophen abwechslungsreich gestalten, in dem man zwei Gruppen bildet, die entweder die geraden oder die ungeraden Strophen singt. Die erste und die letzte Strophe könnte als Rahmen von allen gesungen werden. 

 

In der Liturgie kann dieses Lied an vielen Stellen als Lob Gottes erklingen: Zu Beginn eines Gottesdienstes, zum Dank wie zu Anlässen sein, bei denen die Schönheit der Schöpfung besungen werden soll” 

 

Weiterlesen? Die komplette Textfassung der Liedporträts findet sich auf der Website des Bistums.

Quelle: aus "Die Einführung des Gotteslobs beginnt" Kirchenmusik im Bistum Limburg www.kirchenmusik.bistumlimburg.de

Idee: Gereon RehbergCarsten Igelbrink

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Notenansicht

Himmel, Erde, Luft und Meer | Evangelisches Gesangbuch Nr. 504, Strophe 1
 

Idee: Verlag am Birnbach

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