Du meine Seele, singe
Nr. 302 •
Evangelisches Gesangbuch
Nr. 203 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
- freiTöne
Das bekannte Lied mit verschiedenen Melodien im Gottesdienst singen
Die einzelnen Strophen werden bewusst mit verschiedenen bekannten Melodien gesungen. So bekommt jede Strophe eine eigene Stimmung, die gut zu ihrem Inhalt passt.
Singidee – Strophen in Auswahl:
Strophe 1: mit der Ebeling-Melodie beginnen.
Strophe 2–3: zur Melodie O Haupt voll Blut und Wunden wechseln (ruhiger, nachdenklicher Klang).
Strophe 4: wieder die Ebeling-Melodie singen.
Schlussstrophe (10): entweder noch einmal O Haupt voll Blut und Wunden oder wieder Ebeling.
Der Wechsel zwischen Dur und Moll (bzw. phrygisch) sorgt dabei für einen schönen musikalischen Kontrast.
Singidee – Das ganze Lied (ggf. im Wechselgesang mit Chor oder Gemeindegruppen untereinander):
- Strophe 1: mit der Ebeling-Melodie
- Strophe 2–3: zur Melodie O Haupt voll Blut und Wunden
- Strophe 4: mit der Ebeling-Melodie
- Strophe 5–6 („Hier“-Strophen): zur Melodie Ich weiß, woran ich glaube
- Strophe 7–9 („Er“-Strophen): zur Melodie Befiehl du deine Wege
- Strophe 10: wieder mit der Ebeling-Melodie
Idee:
Lied und Psalm-Wortlaut
Eine anregende Gegenüberstellung
Eine direkte Gegenüberstellung von Lied und Psalmwortlaut lässt sich liturgisch gut umsetzen: Als Introitus kann jeweils ein Psalmvers von einer Liturgin oder einem Liturgen gesprochen und anschließend die passende Liedstrophe gesungen werden. Das sorgt für Abwechslung und beugt sängerischer Ermüdung vor – nimmt allerdings etwas mehr Zeit in Anspruch, wenn der ganze Psalm und das gesamte Lied berücksichtigt werden sollen.
| Liedtext | Psalm 146 (Luther 2017) |
1. Du meine Seele, singe,
| Halleluja! Lobe den Herrn, meine Seele! |
2. Ihr Menschen, lasst euch lehren,
| Verlasset euch nicht auf Fürsten; |
3. Was Mensch ist muss erblassen
| Denn des Menschen Geist muss davon, |
4.Wohl dem, der einzig schauet
| Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, |
5. Hier sind die starken Kräfte,
| der Himmel und Erde gemacht hat, |
6. Hier sind die treuen Sinnen,
| der Treue hält ewiglich, |
7. Er weiß viel tausend Weisen,
| der die Hungrigen speiset. |
8. Er ist das Licht der Blinden,
| Der Herr macht die Blinden sehend. |
9. Er ist der Fremden Hütte,
| Der Herr behütet die Fremdlinge |
10. Ach ich bin viel zu wenig,
| Der Herr ist König ewiglich, |
*Hinweis zu einem Textdetail: In der letzten Strophe gibt es zwei Textänderungen gegenüber dem bisherigen EG: Der Herr ist ew`ger König (statt Der Herr allein ist König) / ist`s billig, dass ich ehre (statt mehre). Dies sind die Textversionen aus der Ebeling-Ausgabe (1667), die gegenüber dem Erstdruck von 1653 als vom Dichter revidierte Fassung letzter Hand gilt (was in der Forschung allerdings etwas umstritten ist). Ersteres profiliert den Gegensatz zwischen dem ewig herrschenden Gott und dem Menschen als welke (vergängliche) Blum. Letzteres wäre zu verstehen in dem Sinn, dass ich Gottes Lob „in Ehren halte“ (hochhalte).
Quelle: Quelle Textgegenüberstellung: https://de.wikipedia.org/wiki/Du_meine_Seele,_singe
Idee:
Problemanzeige
Andreas Marti konstatiert in Gerhardts Lied gegenüber dem Psalm eine forcierte, „geradezu penetrante Betonung menschlicher Unzulänglichkeit und Hinfälligkeit“. Zugleich existiert eine Umdichtung der letzten Strophe, die deren Aussageabsicht ins krasse Gegenteil verkehrt:
Ja, ich bin nicht zu wenig,
zu rühmen ihren Ruhm.
In ihrem großen Garten
bin ich ein blühend Blum.
Bin Spiegelbild und Schatten
der einen großen Kraft,
die durch mich lebt und atmet
und neues Leben schafft.
(Esther Schmid 1988, s. freiTÖNE Nr. 70)
Hier wäre theologisch Stellung zu beziehen.
Könnte das ein Gesprächsimpuls in einer Gruppe sein?
- Welche theologischen Akzente nehmt ihr wahr?
- Welche Fassung empfindet ihr als näher am Psalm – und warum?
- Wo seht ihr Chancen oder Risiken für das Singen in der Gemeinde?
Idee:
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Erstdrucke
Johan Georg Ebeling schuf eine eigeneMelodie zum Lied. Sie ist unter dieser Quelle einzusehen:
Der Liedtext zu Psalm 146, eine von 27 Psalmübertragungen Paul Gerhardts, erschien erstmals in der fünften Auflage von Johann Crügers Gesangbuch Praxis pietatis melica. Bild der Erstveröffentlichung 1653:
Idee:
Liedbesprechung
zur Textfassung im Schweizer Reformierten Gesangbuch (RG)
Eine ausführliche Besprechung von Andreas Marti zur Liedfassung im Reformierten Gesangbuch.
Idee:
Notenansicht
Du meine Seeles singe | Evangelisches Gesangbuch Nr. 302, Strophe 1

Idee: