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Wir wollen alle fröhlich sein

Nr. 100 • Evangelisches Gesangbuch

  • Gotteslob /
  • Kinderkirchenlieder "Immer und überall" (ELKB)

Dieses Lied ist ein kraftvoller und freudiger österlicher Jubelruf! Es darf für viele große und kleine Singende in keinem Ostergottesdienst fehlen. Gerade durch seine Einfachheit und inhaltliche Tiefe verbindet es Menschen über Jahrhunderte hinweg und bringt die Kernbotschaft des Osterwunders zum Klingen: Halleluja! Es freue sich die ganze Christenheit – und wir stimmen jubelnd ein.

Text:

Cyriacus Spangenberg (*1528–†1604), 1568

(Strophe 2-5)

Medingen um 1380 (Strophe 1) nach "Resurrexit Dominus" 14. Jh.

Melodie:

Hohenfurt 1410, Böhmische Brüder 1544, Wittenberg 1573

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Wissenswertes zu "Wir wollen alle fröhlich sein"

Die Erweiterung des Entlassungsrufes der mittelalterlichen Messe „Lasst uns preisen den Herrn“ beginnt mit „Wir wollen alle fröhlich sein zu dieser österlichen Zeit“. Die fünfstrophige Cantio „Resurrexit Dominus“ von 1410 aus Hohenfurt wurde von den Böhmischen Brüdern 1544 verdeutscht und 1568 von Cyriakos Spangenberg übersetzt und ergänzt. Die Singbewegung griff das Lied auf. Es fand Eingang in das Evangelische Kirchengesangbuch, ins Evangelische Gesangbuch (1993) und ins Gotteslob. Es ist ökumenisch verbreitet und sehr beliebt. 

 

 

Nach Karl Christian Thust geht die heute gebräuchliche Liedfassung mit vierfachem Halleluja und dem Schluss „Gelobet sei Christus, Marien Sohn“ auf den Prediger Johannes Keuchenthal aus Sankt Andreasberg (1522–1583) zurück.  [siehe Thust, Karl Christian: Die Lieder des Evangelischen Gesangbuchs. Kommentar zu Entstehung, Text und Musik, Bd. 1, Kassel u. a.: Bärenreiter / Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2012]

 

 

- Liedrecherche von Markus Leidenberger und Martina Hergt -  

Die fünf Strophen bestehen jeweils aus drei achtsilbigen Zeilen. Die Zeilen enden mit einem gleichbleibenden, wenn auch mehrfach unreinen Reim. In zwei Strophen ist der Reim nur eingeschränkt durchgeführt (1. Strophe: „sein – Zeit – bereit“, 3. Strophe: „Pfort – führt – Tod“). Der Lobgesang des Zacharias (Benedictus) klingt an, wenn vom Sehen der Heilserfahrung die Rede ist: „Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils“ (Lukas 1,67). Besungen werden Gott (Strophe 1), Jesus Christus (Strophe 2), Christus, Marien Sohn (Kehrvers), der Gottessohn (Strophe 4) und die Dreifaltigkeit (Strophe 5). Gott wird in allen seinen Seinsweisen gelobt, wobei Christus in der Mitte steht. Die unsagbare österliche Freude kommt im vierfachen Halleluja des Kehrverses zum Ausdruck.

Die Melodie schwingt sich vom Grundton aus aufwärts und erreicht bereits zu Beginn der zweiten Zeile ihren Höhepunkt. Die dritte Zeile beginnt und endet auf dem Grundton, wobei dieser am Schluss von unten her erreicht wird. Der Dreiertakt gilt in der älteren Musik als Zeichen der Vollkommenheit; so verweisen auch der dreizeilige Aufbau des Textes und die in der letzten Strophe benannte Dreieinigkeit nicht nur auf Fröhlichkeit, sondern auf vollkommene Freude. Charakteristisch ist die Wiederholung der Melodie im Kehrvers. Gegenüber den Strophen wird lediglich eine Ligatur aufgelöst, um die neun Silben der letzten Zeile in die Melodie einzupassen. So konzentriert der Text ist, so sparsam ist auch die musikalische Gestaltung: Mit den drei Zeilen der Melodie ist alles gesagt – ein freudiger Gesang, der gleichsam in die Ewigkeit weist.

Das Lied kann an nahezu jeder Stelle des (österlichen) Gottesdienstes gesungen werden: sowohl am Anfang als auch am Ende sowie vor oder nach einer österlichen Predigt. Die Perikopenordnung schlägt es für den Ostermontag vor; darüber hinaus eignet es sich für die gesamte Osterzeit und sei neben dem Osterfest selbst insbesondere für die Sonntage Jubilate und Kantate empfohlen. Der Kehrvers kann zudem als liturgischer Rahmen für Lesungen oder Gebete dienen.

Aufnahmen von "Wir wollen alle fröhlich sein"

Wir wollen alle fröhlich sein
mit Kinderchor und Bandbegleitung

Kinderchor und Ensemble des Projekts "Kinder singen GottesLieder" der EKHN-Stiftung

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Liedvorschau mit Noten
Bilderbuch zum Lied

Eine Einladung zum Mitsingen

Wie in einem Bilderbuch führen die Bildkarten Schritt für Schritt durch das Lied. Beim gemeinsamen Singen können Eltern und Kinder so Strophe für Strophe entdecken und das Lied gleichsam „singend durchblättern“. Die Zeichnung ist bewusst schlicht und kindgerecht gehalten. Ihre offene Gestaltung lädt dazu ein, eigene Assoziationen einzubringen, die Motive weiterzudenken und die Bilder vielleicht sogar selbst kreativ zu ergänzen oder eigene Bilder zu gestalten.

 

Die Vorlagen lassen sich ausdrucken und bunt gestalten: So entstehen kleine Leporellos oder sogar Lied-Memorys. Wer mit den Bildern und den entsprechenden Liedstrophen spielen möchte, kann auf mitsingen.de Lieder erraten oder seine Textsicherheit bei einem Bildermemory testen.

 

 

Viel Spaß beim Blättern!

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State: read, orientation: landscape

Quelle: Ein Projekt der Arbeitsstelle Kirchenmusik in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens (EVLKS), Fachbeauftragte für Chor- und Singarbeit Martina Hergt www.kirchenmusik-sachsen.de

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