Wir beten für den Frieden
Nr. 678 • EG-Regionalteil Rheinland-Westfalen-Lippe
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In Gottesdiensten und Andachten, in denen es um Menschenrechte, Frieden und eine bedrohte Umwelt geht, vertritt das Lied die Position der Schwachen. Es stärkt sie im Vertrauen auf Gottes Unterstützung und ermutigt zugleich diejenigen, die ihnen zur Seite stehen können, zum Handeln. Die tonal zerbrechlich wirkende Lehnmelodie von Heinrich Schütz gibt diesem Text eine ganz eigene Färbung. Wer sie für die singende Gemeinde als zu anspruchsvoll empfindet, kann auf bekanntere Melodien zurückgreifen.
Text:
Melodie:
ad lib. auch mit der Melodie zu "Befiel du deinen Wege"

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Wissenswertes zu "Wir beten für den Frieden"
1977 entstand das Lied für die „Nachtwache für den Frieden“ an Heiligabend in der Nicolaikirche Bielefeld. Peter Spangenberg schrieb den Text nach der Melodie von „Die Nacht ist vorgedrungen“ und in Anlehnung an deren fünfstrophige Form; die Strophen 1–4 sind ursprünglich in der Ich-Form gehalten. Die Erstveröffentlichung erfolgte 1979 in Spangenbergs Buch Mit Gott reden. Im Bläserheft des Landesposaunentags in Celle (1994) sowie in 33 Lieder für Kirchentage (Hamburg 1995) erscheint der Text mit einer Melodie von Jan-Jürgen Wasmuth (JJWV 521–5).In den Materialien zum Volkstrauertag 1988 der Aktion Sühnezeichen („Suche Frieden …“) wurde das Lied von den Herausgebenden gekürzt, durchgehend in die Wir-Form übertragen und mit einer neuen Schlusszeile versehen; ebenso im EG-Regionalteil Rheinland-Westfalen-Lippe (1996) mit der Melodie von Heinrich Schütz unterlegt.
- Liedrecherche von Elisabeth Fillmann -
Auffällige Wiederholungen und parallele Bauformen prägen das Lied: fünfmal „wir beten“, viermal „wir hoffen“, zweimal „wir singen … für“. Dadurch gewinnt es eine eindringliche Wirkung als Gebet und Appell für Gerechtigkeit, Frieden, Liebe und verantwortliches Handeln. Es ergreift mit Gott Partei für die Müden, Leisen und Zarten und bittet um Wahrheit, Menschlichkeit, Hoffnung, Mut und Sinn (in der ursprünglich vierten, vorletzten Strophe auch um Glauben und Recht). Poetisch zeigen sich weitere Verknüpfungen: Zum einen die Wiederaufnahme – „wir singen“ wird in der Bitte „nimm unser Singen“ weitergeführt; die letzte Strophe bündelt „singen“, „beten“ und „hoffen“ und greift wie die erste die „Welt“ auf. Zum anderen werden den Schwachen stärkende Gegenbegriffe zur Seite gestellt: den Müden der Mut, den Leisen ohne Fürsprache das eintretende Wort. Das Lied schließt mit einer tätigen Ausrichtung auf Gottes Reich – in Spangenbergs ursprünglicher Formulierung als Neu-Bauen der Welt „wie zu Beginn“.
Die unverbrauchte Melodie von Heinrich Schütz (SWV 137 zu Psalm 40) aus dem Becker-Psalter steht auf D und lässt durch einige der verwendeten Intervalle zwischen Moll und Dur tonale Gefährdungen hörbar werden. Sie folgt in der Tradition des Genfer Psalters (16. Jahrhundert): überwiegend kleine Tonschritte, syllabische Textunterlegung (ein Ton pro Silbe) und eine gleichmäßige Rhythmisierung (vor allem Halbe und Viertelnoten, wobei die Halben die Zeilenabschnitte abschließen). Die drei halben Noten am Ende des Stollens (erster, wiederholter Teil) und am Ende des Liedes geben dem, wofür gebetet wird, sowie Gottes helfendem Handeln und seinem Ziel ein festes Fundament.
In Gottesdiensten und Andachten, in denen es um Menschenrechte, Frieden und eine bedrohte Umwelt geht, vertritt das Lied die Position der Schwachen. Es stärkt sie im Vertrauen auf Gottes Unterstützung und ermutigt zugleich diejenigen, die ihnen zur Seite stehen können, zum Handeln. So entfaltet es eine vielschichtige Bestärkung – nicht zuletzt im Blick auf Gottes neue Welt.
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