Vom Himmel hoch, o Engel, kommt
Nr. 542 • EG-Regionalteil Bayern-Thüringen
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Ein Wiegenlied, ein Kinderlied, ein Weihnachtslied? Dieser schlichte, volkstümliche Gesang geriet fast 200 Jahre in Vergessenheit. Infolge der Jugendbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt, fand er Eingang in Gesangbücher. Es verbindet die Vorstellung himmlischer Engelsmusik mit dem Bild eines Wiegenliedes für das neugeborene Christuskind.
Text:
Melodie:
Paderborn 1616, Köln 1623

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Wissenswertes zu "Vom Himmel hoch, o Engel, kommt"
Das Lied erschien mit den Anfangsworten „Vom Himmel kompt, o Engel, kompt“ in einer katholischen Liedersammlung, die 1622 in Würzburg gedruckt wurde. Der Text steht dort anonym, wird heute jedoch Friedrich Spee zugeschrieben. Im (verschollenen) Gesangbuch Ausserlesene, catholische, geistliche Kirchengesäng, das 1623 in Köln von Peter von Brachel verlegt wurde, findet es sich nachgedruckt. Die Melodie wurde von derjenigen Fassung des lateinischen Weihnachtsliedes Puer natus in Bethlehem übernommen, die 1616 im Paderborner Gesangbuch erschienen war.
Nach der Mitte des 17. Jahrhunderts geriet das Lied für rund 200 Jahre in Vergessenheit. 1864 wurde es wiederentdeckt (Friderich Hommel: Geistliche Volkslieder aus alter und neuer Zeit). Danach erschien es 1894 im weit verbreiteten Deutschen Liederhort von Ludwig Erk und Franz Magnus Böhme. 1909 wurde es mit geänderter erster Zeile „Vom Himmel hoch, o Englein, kommt!“ in den Zupfgeigenhansl aufgenommen und hielt in der Folge Einzug in das Liedgut der Jugendbewegung sowie bis heute in aktuelle Liedsammlungen. Im aktuellen Gotteslob leitet sich von dem Lied der Halleluja-Ruf Nr. 244 ab.
- Liedrecherche von Christian Finke -
Himmlische Musik für das himmlische Kind: ein Wiegenlied zum Schlaf des Neugeborenen. Eine Bitte an die Engel des Himmels, auf die Erde zu kommen, zeitlos zu singen und mit allen Instrumenten zu klingen; sie mögen allen Menschen „Frieden“ zusingen. Gelobt sei Gott!
Das Lied entstammt dem alten Brauch des Kindelwiegens. Das Wort susani stammt vom mhd. sûse ninne ab. Ninne ist die „Wiege“. Sûsen steht sowohl für „rauschen, summen“ als auch für „sich sausend bewegen“. „Sause, liebe Ninne“ bedeutet demnach „Beweg dich, liebe Wiege“. Auch in Martin Luthers „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ wird in der 14. Strophe auf „das rechte Susaninne“ Bezug genommen.
Das Strophenlied besteht aus acht Strophen zu – je nach Betrachtung – vier oder sechs Zeilen. Die Zeilen sind – den Kehrvers berücksichtigend – aus 8.[4.9.]8.[8.8.] Silben gebildet. Die beiden strophischen Zeilen außerhalb des Zwischenrufs „Eia, eia, susani, susani, susani“ und des Kehrverses reimen sich.
Die Gestaltung der Melodie in der Dur- Tonalität entspricht dem Inhalt des Textes. Zum Aspekt des Wiegens passt der ruhig zu singende Dreiertakt. Der Umfang der Melodiezeilen übersteigt nie die Sexte (5–3–6–5–6–5); der Gesamtambitus beträgt eine Septime. Das ist einfach und auch kindgerecht.
Verbindend und bezeichnend sind die an zwei Stellen eingeschobenen Refrains: a) „Eia, eia, susani, susani, susani“ und b) „Halleluja! Halleluja! Von Jesus singt und Maria!“. Sie gehen durch ihre volkstümliche Art und Weise schnell ins Ohr und haben einen hohen Wiedererkennungseffekt.
Das Lied gehört in die Weihnachtszeit, kann aber auch zu anderen Anlässen verwendet werden, die thematisch mit der (Kirchen-)Musik zu tun haben. Es ist ökumenisch verbreitet und eignet sich für konfessionsübergreifende Gottesdienste und Veranstaltungen.
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