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Singet fröhlich im Advent

Nr. 1 • Singt von Hoffnung
Nr. 38 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)

  • Durch Hohes und Tiefes /
  • EG-Regionalteil Hessen-Nassau

Dieses vergleichsweise junge Adventslied sollte im Reigen der überlieferten und liebgewonnenen Lieder nicht übersehen werden, weil es in zeitgemäßer Sprache die biblische Adventsbotschaft eindrücklich entfaltet und das aktive Singen selbst zum Ausdruck der Vorbereitung auf Christus macht. Seine klare Struktur, die anschaulichen Bilder sowie die eingängige, freudige Melodie erschließen den Inhalt unmittelbar. Gerade deshalb eignet es sich in besonderer Weise auch für das Singen mit Kindern, die Zugang zu Text und Aussage schnell finden.

Text:

Gottfried Neubert (*1926–†1983), 1977

Melodie:

Gottfried Neubert (*1926–†1983), 1977

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Wissenswertes zu "Singet fröhlich im Advent"

Das Lied entstand 1977 und wurde im selben Jahr im Strube Verlag erstmals veröffentlicht. Später fand es Aufnahme in den Regionalteil Hessen-Nassau/Kurhessen-Waldeck des Evangelisches Gesangbuch (EG 536) sowie in die Liedsammlung Singt von Hoffnung Neue Lieder für die Gemeinde, herausgegeben vom Evangelisch-Lutherisches Landeskirchenamt Sachsens (2008).

 

 

- Liedrecherche von Markus Leidenberger -  

Die Sprache des Liedtextes ist zeitgemäß, direkt und gut verständlich. Die einzelnen Strophen bergen vielfältige biblische Assoziationen. Die Bildwelt greift das adventliche Brauchtum auf, die Dunkelheit durch Kerzen zu erhellen, und entfaltet daraus die Deutungsräume Hoffnung, Frieden und Liebe. Sie münden in die Schlussaussage der 5. Strophe: „Lasst uns fröhlich ihm den Weg bereiten!“ (vgl. Bibel, Jes 40,3). Die Strophen 2 bis 4 führen diese Perspektive weiter und deuten die alttestamentliche Verheißung christologisch auf Christus hin (vgl. Bibel, Lk 3,4).

 

Die Textdichtung besteht aus acht Zeilen mit dem Silbenschema 7–6 / 7–6 / 7–6 / 7–6. Das Reimschema ist ein Kreuzreim (abab cdad), wobei der Abschnitt c reimlos bleibt. Die 7. Zeile wiederholt jeweils wortgleich die 1. Zeile. Eine Ausnahme bildet die 5. Strophe: Die Formulierung „Lasst uns“ statt „Singet“ steigert am Schluss den appellativen Charakter des Liedes.

Die frohgestimmte Durmelodie unterstreicht den positiven Charakter des Liedes und prägt sich schnell ein. Die unterschiedliche Silbenzahl der Zeilen wird durch die halben Noten am jeweiligen Zeilenende ausgeglichen, sodass sich eine gleichmäßige Zweiertaktstruktur ergibt. Nach einem aufsteigenden Dreiklang mit dem Ziel „fröhlich im Advent“ fällt die Melodie bei „Trauern“ in die Unterquart und veranschaulicht so den Wortsinn musikalisch. Die siebte Zeile übernimmt bei identischem Text die gleiche Melodie wie die erste Zeile, bevor der bewusst gesetzte höchste Ton die letzte Zeile eröffnet. Er liegt auf dem Wort „Singet“, in der 2. Strophe auf „Christus“ und in der letzten auf „ihm“. Damit wird deutlich: Das Lied ist in Text und Melodie auf „ihn“, also Christus, ausgerichtet.

Das Lied scheint in der ersten Strophe auf den 1. Advent bezogen zu sein („Das erste Licht schon brennt“), kann jedoch während der gesamten Adventszeit verwendet werden. Es weist inhaltliche Parallelen zum Lied „Wir sagen euch an den lieben Advent“ auf. Im Unterschied dazu werden hier jedoch nicht weitere Stationen des Kerzenanzündens entfaltet; vielmehr liegt die inhaltliche Betonung auf dem Singen, durch das Christus der Weg bereitet wird. „Singen statt sagen“ kann somit als leitendes Motiv des Liedes gelten. Dennoch lohnt es sich, den Text im Detail zu betrachten. Gerade die einfache und verständliche Sprache sowie die anschaulichen Bilder und die eingängige Melodie geben Anlass, dieses Lied auch mit Kindern zu singen und gemeinsam zu bedenken.