Sing, sing, sing a new song (Kanon)
Nr. 108 •
Himmel, Erde, Luft und Meer
Nr. 205 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
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Ein vierstimmiger Kanon mit Gospel- oder Jazzfeeling gefällig? Wer ihn einmal anstimmt, merkt schnell: Mit wenig Aufwand entsteht ein mitreißender, gemeinsamer Sound. Die eingängige Melodie und das lebendige Wechselspiel machen Lust, immer wieder neu einzusetzen und miteinander zu experimentieren.
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Wissenswertes zu "Sing, sing, sing a new song (Kanon)"
Der Kanon erschient erstmals in der Chorausgabe get the gospel. Gospelsätze für Solisten und Chöre 2003 im Strube-Verlag.
- Liedrecherche von Heike Kieckhöfel und Martina Hergt -
Die Aufforderung „Singet dem Herrn!“ kommt in zahlreichen biblischen Textpassagen, insbesondere in den Psalmen, vor. Hier nur einige Beispiele:
- Ps 33,3 Singet ihm ein neues Lied; spielt schön auf den Saiten mit fröhlichem Schall!
- Ps 68,33 Ihr Königreiche auf Erden, singet Gott, lobsinget dem Herrn!
- Ps 81,2 Singet fröhlich Gott, der unsere Stärke ist, jauchzet dem Gott Jakobs!
- Ps 96,1 Singet dem HERRN ein neues Lied; singet dem HERRN, alle Welt!
- Ps 96,2 Singet dem HERRN und lobet seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag sein Heil!
- Ps 98,1 Ein Psalm. Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.
- Ps 98,4 Jauchzet dem HERRN, alle Welt, singet, rühmet und lobet!
- Ps 105,2 Singet ihm und spielet ihm, redet von allen seinen Wundern!
- Ps 149,1 Halleluja! Singet dem HERRN ein neues Lied; die Gemeinde der Heiligen soll ihn loben.
Der englische Text wie auch die deutsche Übertragung beziehen sich auf diese biblische Aufforderung, insbesondere auf Palm 96. In ihrer Kürze und Konzentration auf das Wesentliche wird diese im Kanontext durch Wortwiederholungen und im Imperativ aufgegriffen und ist gerade in ihrer schlichten und direkten Form besonders einprägsam.
In einem vierstimmigen Klang mit Gospel- oder Jazzfeeling entfaltet sich diese Melodieidee. Die sehr kurzen, aufeinander aufbauenden Teile bewegen sich überwiegend schrittweise (mit wenigen großen Sprüngen) und erreichen in der Mitte des Kanons ihren dramaturgischen Höhepunkt sowie zugleich ihre höchste Lage. Mit einem Tonumfang von einer Oktave bleibt der Kanon insgesamt gut singbar. Der besondere Effekt liegt in der Rhythmisierung der Melodie durch die Pausen: Zu Beginn jedes Kanonabschnitts unterbrechen diese bereits die ersten Töne einer Passage und heben kraftvoll die Aufforderung „Sing“ hervor. Unmittelbar nach den ersten beiden Kanonabschnitten wechseln die Pausen von den Zählzeiten 2 und 4 auf die Zählzeiten 1 und 3. Ist diese Stolperfalle erfolgreich bewältigt, entsteht im mehrstimmigen Gesang ein reizvolles Wechselspiel des „Sing“-Rufs zwischen den Kanongruppen.
Den etwas atemlos oder aufgeregt wirkenden Pausentakten folgen in allen Abschnitten jedoch sehr dicht gesetzte Melodieelemente, die mit Halbtonfärbungen spielen und die Harmonik eines einfachen c-Moll spielerisch entfalten.
Dieser didaktisch klug gebaute Kanon macht einfach Spaß und ist durch seine Jazz-/Gospelharmonik sehr reizvoll. Er kann immer und überall dort gesungen werden, wo das gesungene Gotteslob im Mittelpunkt steht.
Sollte eine Singgruppe mit den Pausenzeiten im zweiten und dritten Kanonteil Schwierigkeiten haben, kann eine kleine rhythmische Verortung mit dem eigenen Körper hilfreich sein, z. B. durch ein Tippen mit den Fingerspitzen auf die Kirchenbank oder den Oberschenkel.
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