Sei Lob und Ehr den höchsten Gut
Nr. 326 • Evangelisches Gesangbuch
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Es gibt viele Gelegenheiten, dieses Dank- und Loblied zu singen. Trotz seiner „alten“ Sprache vermittelt es intime und tröstliche Facetten der Herzensfrömmigkeit des Frühpietismus. Diese setzt auf persönlichen Trost und eine individuelle Gottesbeziehung. Auch heute suchen Menschen nach Trost, Orientierung und einer tragenden Beziehung zu Gott – und finden in diesem Lied eine zeitlose Ausdrucksform dafür.
Text:
Melodie:
nach «Nun saget Dank und lobt den Herren» Guillaume Franc 1543, Loys Bourgeois 1551

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Wissenswertes zu "Sei Lob und Ehr den höchsten Gut"
1675 verfasste Schütz die Erbauungsschrift Christliches Gedenkbüchlein zur Beförderung eines anfangenden neuen Lebens. Der Anhang enthielt fünf Lieder, darunter „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte“. Dieses Lied war über die Jahrhunderte hinweg sehr populär. Ursprünglich wurde es auf die Melodie von „Es ist das Heil uns kommen her“ gesungen, dessen 8. Strophe ebenfalls mit „Sei Lob und Ehr“ beginnt. Das Evangelische Kirchengesangbuch von 1953 sowie das Evangelische Gesangbuch von 1993 verwenden die heute übliche Melodie von Crüger.
- Liedrecherche von Markus Leidenberger und Martina Hergt -
Die in jeder Strophe wiederkehrende Schlusszeile „Gebt unserem Gott die Ehre!“ ist ein Zitat aus dem Lied des Mose (5. Mose 32,3). In neun Strophen wird aus zahlreichen Bibelstellen geschöpft, die alle in die Aufforderung münden: „Gebt unserem Gott die Ehre!“ Der Liedtext entfaltet einen umfassenden Lobpreis Gottes als des „höchsten Guts“, der für seine Güte, seine Wundertaten und seinen Trost gepriesen wird. Himmel und Erde stimmen in dieses Lob ein: Engel wie alle Geschöpfe erkennen Gottes Größe und Schöpfungsmacht an. Dabei wird Gott nicht nur als Schöpfer, sondern auch als derjenige beschrieben, der seine Schöpfung weiterhin erhält und in Güte regiert. Hymnisch und rhetorisch reich entfaltet der pietistische Dichter dieses „Soli Deo Gloria“
Es ist anzunehmen, dass die Strophenzahl neun nicht zufällig gewählt ist, sondern als drei mal drei für das vollumfassende Lob des dreieinigen Gottes steht. In den Strophen 2, 3 und 6 wird Gott ausdrücklich als Schöpfer angesprochen. Zugleich kommt eine persönliche Dimension des Glaubens zur Sprache: In Not und Bedrängnis wendet sich der Mensch vertrauensvoll an Gott, erfährt Hilfe und Trost und antwortet darauf mit Dank. Gottes Treue erweist sich als beständig – er behütet und leitet die Gläubigen fürsorglich, auch dort, wo menschlicher Trost an seine Grenzen stößt. Strophe 8 deutet die alttestamentlichen Bezüge, die vor allem aus den Psalmen stammen, christologisch. Der Bezug zum ersten Gebot (2. Mose 20; 5. Mose 5) verleiht dem Loblied zugleich den Charakter eines Bekenntnisliedes und schließt die Absage an falsche Götzen ein. Strophe 9 greift Motive aus Psalm 100 auf, führt zurück zur ersten Strophe sowie zur Schöpfungsaussage (1. Mose 1,31) und mündet in die Einladung an alle, mit Freude vor Gott zu treten und ihn gemeinsam zu loben: zu Gott, dem Vater, von dem alles Gute kommt.
Die siebenzeiligen Strophen sind in eine fünfgliedrige Melodie gefasst: ABAB CDB’. Die erste Zeile ist von markanten Sprüngen geprägt. Die zweite Zeile wirkt beruhigend und ist durch einen von oben kommenden Dreiklang gekennzeichnet. Darauf folgt die Wiederholung der ersten beiden Zeilen mit neuem Text. Die fünfte Zeile führt in zwei Anläufen nach oben, wobei der vorletzte Ton leittönig erhöht ist. Beim Übergang zur sechsten Zeile fällt die Melodie vom höchsten zum tiefsten Ton, um sich anschließend wieder nach oben zu bewegen. Die letzte Zeile beginnt auf dem Hochton und führt – in Abwandlung der zweiten und vierten Zeile, unter Verzicht auf den Dreiklang – stufenweise zurück zum Grundton. Die Melodie bewegt sich überwiegend oberhalb des Grundtons und ist freudig-hell gestimmt. Damit unterstreicht sie den Aufforderungs-, Lob- und Bekenntnischarakter des Liedes.
Das Lied ist vielfältig einsetzbar, vor allem bei freudigen, festlichen Lob- und Dankanlässen. Zugleich entfaltet es auch intime und tröstliche Facetten. Die mittleren Strophen (4–6) richten den Blick stärker auf persönlichen Trost und die individuelle Gottesbeziehung. Auch wenn in Strophe 5 von „seinem Volk“ die Rede ist, bringen die „Mutterhände“ (Strophe 5) wie die „Vateraugen“ (Strophe 6) eine besondere Nähe zwischen Gott und Mensch zum Ausdruck. Die Lobstrophen (7–9) führen vom Ich über das Ihr hin zum Uns. Wird das umfangreiche Lied nicht vollständig gesungen, sondern in Auswahl, ist auf die jeweilige Aussageabsicht sowie die inneren Zusammenhänge der Strophen zu achten.
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Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut | Evangelisches Gesangbuch Nr. 326, Strophe 1

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