Lied entdecken

Reicht euch die Hand

Nr. 174 • Kommt atmet auf
Nr. 12 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)

Ein schlichtes und leises Abendlied, das den Gedanken der Versöhnung am Ende eines Tages in den Mittelpunkt rückt. Mit ruhiger Sprache und einer leicht nachvollziehbaren, meditativen Melodie lädt es dazu ein, zur Ruhe zu kommen, einander die Hand zu reichen und den Tag im Frieden zu beschließen.

Text:

Helga Poppe (*1942), 1982

Melodie:

Helga Poppe (*1942), 1982

Landkarte der Liedschöpfer:innen

Spannende Hintergründe zu den beteiligten Personen und ihren Lebenswegen entdecken.

zur Landkarte

Passende Stichworte zum Weiterstöbern

Wissenswertes zu "Reicht euch die Hand"

Das Lied umfasst vier Strophen: Die erste begrüßt den Abend und nimmt Müdigkeit sowie das Ende des Tages in den Blick. In der zweiten Strophe steht der Aufruf zur Versöhnung und gegenseitigen Vergebung im Mittelpunkt. Die dritte lädt zur Stille ein, um Gottes Gegenwart wahrzunehmen, während die vierte den Horizont auf die Ewigkeit öffnet.

Die Sprache ist bewusst einfach und klar gehalten, ohne komplizierte theologische Begriffe. Direkte Anrede („Reicht euch die Hand“) und Imperative ermutigen zum aktiven Handeln. Zugleich arbeitet der Text mit anschaulichen Bildern – Handreichen, Nacht, Ruhen, Engel – die abstrakte Themen wie Versöhnung und Segen greifbar machen. Wiederholungen wie „Reicht euch die Hand …“ verstärken das zentrale Motiv und wirken wie ein wiederkehrender Segensruf.

Die Harmonik bewegt sich überwiegend in einfachen Dreiklängen (von Tonika, Subdominante und Dominante). Gelegentlich sorgen kleine Sekund- oder Sextdurchgänge für sanfte Spannung. So entsteht eine stabile, geborgene Klangwelt, die das Thema von Versöhnung und Ruhe musikalisch trägt. Auch die Melodie von „Reicht euch die Hand“ wirkt ruhig, einladend und leicht singbar: Schrittweise Bewegungen und ein kleiner Tonumfang der Melodie (Ambitus) machen sie für die Gemeinde gut zugänglich. Ihr bogenförmiger Verlauf lässt sich als musikalisches Bild des Segens- und Versöhnungsmotivs hören. Ein ruhiger Takt und regelmäßige Phrasen unterstützen zudem die meditative Wirkung. Musik und Text bilden dabei eine enge Einheit: Die Gemeinde hört und spürt die Botschaft von Versöhnung, Frieden und Gottes Schutz nicht nur im Wort, sondern auch im Klang.

Am Ende eines Gottesdienstes, wenn eine Phase der Ruhe und des Segens beginnt, kann dieses Lied besonders gut zur Geltung kommen. Ebenso eignet es sich für Versöhnungsfeiern oder für Gottesdienste, in denen Gemeinschaft und Zusammenhalt im Mittelpunkt stehen. Auch in einem Abendgebet oder einer Nachtandacht fügt es sich stimmig ein, da das Bild der Nacht („Gute Nacht“, „Schutz für die Nacht“) im Text präsent ist. Wenn eine gemeinsame Vergebungsaktion geplant ist – etwa in der Gemeinde oder in Gruppen –, kann das Lied einen passenden Abschluss bilden.