Nun jauchzt dem Herren, alle Welt!
Nr. 288 •
Evangelisches Gesangbuch
Nr. 122 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
- Gotteslob
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Ob mit Posaunenchor, Flöten oder den kräftigen Mixturen einer Orgel – dieses tänzerische Lob-, Dank- und Freudenlied nach Psalm 100 ist aus dem Repertoire vieler Gottesdienste kaum wegzudenken. Seine gute Singbarkeit sowie die fröhliche, mitreißende Ausstrahlung machen es zu einem Wunschlied für Taufen, Konfirmationen, Ordinationen und Amtseinführungen ebenso wie für Eheschließungen oder Gemeinde- und (Ernte-)Dankfeste – Festlichkeit garantiert!
Text:
Melodie:
um 1358; Uelzen 1587; Hannover 1646

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Wissenswertes zu "Nun jauchzt dem Herren, alle Welt!"
Die Zuweisung des Liedes an David Denicke als Verfasser geht auf den Loccumer Abt Gerhard Wolter Molanus (1633–1722) zurück, der in einem Gesangbuch von 1672 bei diesem Lied Denickes Namen vermerkte. Erstmals gedruckt ist das Lied im „New ordentlich Gesang-Buch …“ (Hannover 1646) in einer Fassung mit sechs Strophen bezeugt (noch ohne die spätere Doxologie der siebten Strophe). Bereits 1652 erschien die vierte Auflage dieses Gesangbuchs unter dem Titel „Das Hannoversche newe ordentliche Gesangbuch“, dessen Gebrauch nunmehr verbindlich gemacht wurde. 1657 wurde das Lied erneut abgedruckt im „Hannoverschen ordentlichen Gesangbuch / darin 300 auserlesene Psalmen, Lobgesänge und geistliche Lieder …“ (Lüneburg 1657), ebenso in den folgenden Ausgaben. Seither ist es in den evangelischen Gesangbüchern präsent geblieben.
Das Lied ist eine Neudichtung von Psalm 100. Dieser gehört seiner Gattung nach zu den Hymnen und wird aufgrund der einleitenden Aufforderungen den „imperativischen Hymnen“ zugerechnet. Der festliche Charakter ist bereits dem biblischen Original eigen: Neben dem Aufruf zum Lob Jahwes steht die Besinnung auf die eigene Geschöpflichkeit und die daraus erwachsende Dankbarkeit gegenüber dem treuen und beständigen Gott.
Denickes Bearbeitung setzt diejenige des Leipziger Theologieprofessors Cornelius Becker (1561–1604) voraus, der auf der Grundlage des Lobwasserschen Psalters einen lutherischen Psalter schaffen wollte. Beckers vierstrophige Fassung wird von Denicke poetisch weitergeführt und übertroffen; die Aussage des Psalms ist eindrucksvoll verdichtet, und die prägnante Schlusszeile der fünften Strophe „Gott loben, das ist unser Amt“ bringt das Thema auf den Punkt.
Schon der Psalm selbst richtet sich an die ganze Welt: eine Einladung zu Freude und Gotteslob. Gott soll in festlicher Stimmung und mit Musik begegnet werden. Die Erkenntnis Gottes als Schöpfer und Erhalter, als guter Hirte, weckt Dankbarkeit – und diese findet ihren Ausdruck im Gesang. Umso heller klingt das Lob, weil Gott den Menschen in Gnade und Wahrheit begegnet, gestern, heute und allezeit.
Die Melodie ist erstmals in einem 1360 vollendeten prachtvollen Cantionale bzw. Graduale aus dem Kanonikerstift St. Kastulus in Moosburg überliefert. In veränderter Gestalt erscheint sie im „Liedbüchlein“ des Daniel Rump (Uelzen 1587) sowie 1646 im Hannoverschen Gesangbuch und in dessen Folgeausgaben. Der Dreiertakt des tempus perfectum verleiht ihr einen festlichen, beinahe tänzerischen Grundgestus, der den jubelnden Charakter von Psalm 100 unmittelbar hörbar macht und hervorragend zum Liedtext passt.
Die Melodie erhebt sich schrittweise bis zu ihrem höchsten Punkt am Ende des zweiten und zu Beginn des dritten Melodiebogens, überwiegend in kleinen Intervallschritten und innerhalb eines überschaubaren Tonraums von acht Tönen (Oktave). Sie wirkt weder virtuos noch kunstfern, sondern schlicht und gut zugänglich, sodass ein volltönender Gemeindegesang auch ohne Vorkenntnisse gelingen kann. Die auftaktige Bewegung verbindet sich vorzüglich mit der Sprachgestalt: Bereits „jauchzt“ erhält eine markante Betonung, ebenso die sinntragenden Silben der weiteren Strophen. Die musikalische Qualität der Melodie, verbunden mit ihrer guten Singbarkeit, lädt die Ausführenden unmittelbar ein – ganz im Sinne von Psalm 100 und seiner Liedfassung: So schön kann und soll Gottes Lob erklingen.
Das Lied war nie als Wochenlied vorgesehen und ist es auch gegenwärtig nicht. Gerade das spricht für seine vielfältige Verwendbarkeit an allen Tagen und in unterschiedlichen Situationen, überall dort, wo Freude ihren Ausdruck finden soll. Es eignet sich für Taufen, Konfirmationen, Ordinationen und Amtseinführungen („Gott loben, das ist unser Amt“) ebenso wie für Eheschließungen oder Gemeinde- und (Ernte-)Dankfeste. Aufgrund seiner guten Singbarkeit lässt es sich problemlos a cappella ausführen; eine instrumentale Begleitung – wie sie möglicherweise schon für die ursprüngliche Psalmpraxis anzunehmen ist – etwa durch Posaunenchor oder anderes Ensemble, verleiht dem Gesang zusätzliche Festlichkeit. Auch eine kräftige Orgelbegleitung ist angemessen und darf Zungenstimmen und Mixturen einbeziehen.
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