Nun danket alle Gott | Now thanks we all our God - Béni soit le Seigneur
Nr. 321 •
Evangelisches Gesangbuch
Nr. 185 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
- freiTöne /
- Gotteslob /
- Kinderkirchenlieder "Immer und überall" (ELKB)
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Ursprünglich als alltägliches Dankgebet konzipiert, hat das Lied eine steile Karriere zum Festhymnus gemacht. Bei Staatsakten oder in Momenten emotionaler Ergriffenheit, in Dankgottesdiensten oder etwa bei Trauungen und Ehejubiläen wird es häufig gesungen. Das Lied entstand in einer Zeit großer Not während des Dreißigjährigen Krieges. Sein Dichter Martin Rinckart wirkte unter schwierigsten Bedingungen als Pfarrer und schuf mit diesem Lied ein bis heute weltweit gesungenes Zeugnis des Glaubens und der Zuversicht. Es gehört zu den bedeutendsten Kirchenliedern der lutherischen Tradition.
Text:
Melodie:

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Wissenswertes zu "Nun danket alle Gott | Now thanks we all our God - Béni soit le Seigneur"
Wie bei vielen populären Liedern gibt es auch hier Entstehungslegenden. Rinckart soll den Text seiner Familie am 100. Jahrestag der Confessio Augustana (24. Juni 1630) als Tischgebet überreicht haben. Belegt ist die Publikation von 1636 als „Tisch-Gebetlein“ in Rinckarts Jesu Hertz-Büchlein – ohne Melodie und ohne Strophengliederung. Als dreistrophiges Lied mit Melodie und Basso continuo erscheint es erstmals 1647 in Crügers Gesangbuch Praxis pietatis melica unter den „Lob- und Dankliedern“, 1649 dann in dessen Geistlichen Kirchen-Melodien im schlichten vierstimmigen Satz (ohne instrumentale Oberstimmen).
In rhythmisch geglätteten Melodieversionen verbreitete sich das Lied im 18. Jahrhundert stark und wurde zu einer Art Hymne, die als protestantisches „Te Deum“ galt. Es wurde fester Bestandteil von Staatsakten sowie obrigkeitlich angeordneten Sieges- und Friedensfeiern. Auch international ist das Lied in zahlreichen Übersetzungen weit verbreitet.
- Liedrecherche von Konrad Klek -
Der Text ist eine nahe am Bibelwort formulierte, gereimte Paraphrase von Jesus Sirach 50,22–24, erweitert um ein trinitarisches „Gloria“. Als „Tisch-Gebetlein“ hatte er ursprünglich die Funktion des gemeinsam gesprochenen „Gratias“ nach dem Essen: ein umfassender Dank für das durch Gott gewährte, bewahrte und reich beschenkte Leben, verbunden mit der Bitte um weitere Bewahrung in einem fröhlichen und friedlichen Leben bis hin zur Erlösung „hier und dort“, also zum ewigen Leben. Am Ende steht ein trinitarisches „Gloria Patri“. Die ö-Fassung hat am Ende der 1. Strophe sowie mehrfach in der 3. Strophe den ursprünglichen Wortlaut zugunsten besserer Verständlichkeit abgeändert.
Die nach neuerer Forschung sicher von Johann Crüger (nicht vom Textautor) stammende Melodie ist in Anlehnung an die Diktion der Genfer Psalmlieder schlicht gehalten. Beim Vokalsatz (1649) sah Crüger – anders als bei vielen anderen Gesängen – keine instrumentalen Oberstimmen vor; ein Indiz für die auch von ihm intendierte Verwendung eher im häuslichen bzw. schulischen Rahmen als „Gratias“ nach dem Essen.
Eine erstmals 1681 nachweisbare, seit dem 18. Jahrhundert dann (in Varianten) weit verbreitete, rhythmisch geglättete Melodieform (hier: „spätere Form“) ermöglicht einen pathetisch aufgeladenen Massengesang, wie er bald üblich wurde (vgl. Luthers „Ein feste Burg“).
Das Lied „Nun danket alle Gott“ hat im Kirchenjahr und im Gottesdienst einen festen und vielfältigen Platz. Es eignet sich besonders für Anlässe des Dankes und der Rückschau, etwa zum Erntedankfest, zum Jahresabschluss (Altjahrsabend) oder bei Jubiläen und besonderen Gemeindefeiern. Im Gottesdienst wird es häufig als Eingangslied oder auch Schlusslied gesungen. Darüber hinaus ist das Lied auch in Kasualgottesdiensten anschlussfähig, etwa bei Trauungen oder Trauerfeiern, wenn der Aspekt des Dankes für das Leben und die erfahrene Begleitung Gottes im Vordergrund steht.
Ursprünglich als alltägliches Dankgebet konzipiert, hat das Lied eine steile Karriere zum Festhymnus gemacht. Es wurde und wird bei besonderen Festgottesdiensten und nationalen Anlässen gesungen und gespielt (z. B. am berüchtigten „Tag von Potsdam“ 1933 sowie beim Zapfenstreich zur Verabschiedung von Bundeskanzler Helmut Kohl 1998).
Aufnahmen von "Nun danket alle Gott | Now thanks we all our God - Béni soit le Seigneur"
Nun danket alle Gott
mit Vokalensemble und Orgel
Vocal Concert Dresden, Leitung: Peter Kopp, Sebastian Knebel (Orgel)
aus: CD "Lob, Ehr und Preis sei Gott" ℗ Edel Germany GmbH
Nun danket alle Gott
mit Kinderchor und Instrumentalbegleitung
Kinderchor und Ensemble des Projektes "Kinder singen GottesLieder" der EKHN-Stiftung
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Notenansicht
Nun danket alle Gott | Evangelisches Gesangbuch Nr. 321, Strophe 1

aus der Reihe des WDR 3
Was macht ein Lied so stark, dass es Generationen berührt, auf Trauerfeiern ebenso gesungen wird wie bei Fußballendspielen? Diese bewegende Liedandacht nimmt uns mit in die Geschichte des Chorals „Bleib bei mir, Herr“ – von persönlichen Erfahrungen eines jungen Vikars bis hin zum britischen Volkstrauertag. Ein geistlicher Impuls über die Kraft der Musik, die über Sprachgrenzen hinwegtröstet, Glauben stärkt und sogar den Tod nicht mehr als das letzte Wort erscheinen lässt.
Quelle: www.kirche-im-wdr.de
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