

Dieses Lied bringt in einfachen, gereimten Sätzen grundlegende Glaubensaussagen zum Ausdruck: Gott schafft und erhält das Leben, schenkt Geborgenheit und bleibt den Menschen im Leben und im Tod verbunden. So wird Arno Pötzschs Kinderlied zu einem Glaubensbekenntnis, das bis heute Menschen jeden Alters anspricht und neben rhythmisch lebhafteren Liedern seinen Platz hat. Besonders im Gespräch mit Kindern über Leben und Tod eröffnen seine klaren Worte einen behutsamen Zugang und vermitteln Trost und Vertrauen.

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Die Entstehungszeit des Liedes wird im Evangelischen Gesangbuch zwischen 1934 und 1949 datiert. Die Entstehungsumstände des Textes von Arno Pötzsch sind jedoch nicht eindeutig geklärt: Die Liederkunde zum Evangelischen Gesangbuch verortet ihn abweichend in seiner Zeit als Marinepfarrer in den Niederlanden. Nachgewiesen ist ein Einblattdruck von 1948 unter dem Titel Ein Kinderlied, bereits mit der im selben Jahr entstandenen Melodie Christian Lahusens.
1949 erschien das Lied in der Sammlung Das junge Lied. Über weitere Veröffentlichungen fand es Eingang in einige Regionalteile des Evangelischen Kirchengesangbuchs (EKG). Mit dem Evangelischen Gesangbuch (EG) der 1990er-Jahre wurde es in den gemeinsamen Stammteil aufgenommen.
Einfache, schlichte Sätze – und doch grundlegende Glaubensaussagen: So präsentiert sich dieser Liedtext. Arno Pötzsch fasst in die Form eines gereimten Kinderliedes, was christliches Vertrauen trägt: Gott ist Schöpfer und Herr über Raum und Zeit; er hält seine Geschöpfe in seiner Hand, sorgt für sie und bleibt ihnen im Leben und im Tod verbunden. So gewinnt das Lied den Charakter eines Glaubensbekenntnisses.
Vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Herrschaft lässt sich dieses Bekenntnis auch als Widerspruch gegen den totalitären Anspruch des Regimes verstehen. Der Text nimmt klar Bezug auf die zweite Barmer These, die die Synode der Bekennenden Kirche im gleichen Jahr verfasst hat: „Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären.“
Pötzsch kannte Kriegserfahrungen und persönliche Glaubens- und Lebenskrisen. Sein Lied spricht angesichts menschlicher Unsicherheit von Geborgenheit und bleibender Zugehörigkeit zu Gott. Darin liegt seine stärkende Wirkung: Es eröffnet eine Perspektive des Vertrauens, die über menschliche Möglichkeiten hinausreicht.
Schlicht und klar wie der Text ist auch die Melodie. Sie besteht aus vier kurzen Phrasen, die jeweils einer Textzeile entsprechen. Die ersten drei Phrasen umfassen jeweils sechs Viertelnoten und eine abschließende halbe Note. Die Schlussphrase hebt sich durch eine punktierte Viertelnote mit anschließender Achtelnote rhythmisch ab. Die Dur-Melodie bewegt sich überwiegend schrittweise und umfasst insgesamt eine Sexte. Ihr Beginn ist pentatonisch geprägt; einzelne Terz- und Quartsprünge gliedern den Verlauf.
Christian Lahusen gestaltet die Melodie im schlichten Kinderliedton. Die übersichtliche Form und die ruhige Rhythmik unterstützen die Verständlichkeit des Textes. Dabei wirkt die Melodie kindgerecht und leicht zugänglich, ohne banal zu sein: Erst am Ende jeder Strophe erreicht sie den Grundton und vermittelt so musikalisch Ruhe und Geborgenheit.
Das Lied ist ein Kinderlied, das mit einfachen Worten grundlegende Glaubensaussagen zum Ausdruck bringt. So wurde „Meinem Gott gehört die Welt“ in vielen Regionen als Credolied im Kindergottesdienst gesungen.
Mit seiner schlichten Gestalt steht das Lied heute neben rhythmisch lebhafteren Liedern der Kinderkirche. Seine Aussagen und seine musikalische Gestalt sprechen jedoch bis heute Menschen jeden Alters an. Besonders im Gespräch mit Kindern über Leben und Tod bieten Arno Pötzschs klare Worte einen behutsamen Zugang und vermitteln Trost und Geborgenheit.
Liedrecherche: Ute Springer
Was trägt ein Gottvertrauen, das Zweifel, Leid und Tod kennt? Die Andacht zum Kinderlied „Meinem Gott gehört die Welt“ erschließt Arno Pötzschs Worte als mutiges Bekenntnis gegen den Machtanspruch der Nationalsozialisten und als Vertrauen, das durch persönliche Krisen gereift ist. Bis heute kann das Lied gerade angesichts von Abschied und Trauer trösten: Wir bleiben in Gottes Hand – im Leben und im Tod. Weiterlesen oder anhören?
Quelle: Impulse aus der Reihe KIRCHE IM SWR | www.kirche-im-swr.de
Wie in einem Bilderbuch führen die Bildkarten Schritt für Schritt durch das Lied. Beim gemeinsamen Singen können Eltern und Kinder so Strophe für Strophe entdecken und das Lied gleichsam „singend durchblättern“. Die Zeichnung ist bewusst schlicht und kindgerecht gehalten. Ihre offene Gestaltung lädt dazu ein, eigene Assoziationen einzubringen, die Motive weiterzudenken und die Bilder vielleicht sogar selbst kreativ zu ergänzen oder eigene Bilder zu gestalten.
Die Vorlagen lassen sich ausdrucken und bunt gestalten: So entstehen kleine Leporellos oder sogar Lied-Memorys. Wer mit den Bildern und den entsprechenden Liedstrophen spielen möchte, kann auf mitsingen.de Lieder erraten oder seine Textsicherheit bei einem Bildermemory testen.
Viel Spaß beim Blättern!










Quelle: Ein Projekt der Arbeitsstelle Kirchenmusik in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens (EVLKS), Fachbeauftragte für Chor- und Singarbeit Martina Hergt www.kirchenmusik-sachsen.de
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