Meine Zeit steht in deinen Händen
Nr. 111 • Singt von Hoffnung
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Sorgen, Zeitnot und die Frage nach dem Morgen – dieses Lied bringt zur Sprache, was viele Menschen bewegt. Seine ruhige Melodie führt aus der Unruhe zum Vertrauen: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ Das tröstliche Gebet entstand in einer persönlichen Krisensituation seines Autors, ist heute weit verbreitet und lässt sich leicht mitsingen.
Text:
Melodie:

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Wissenswertes zu „Meine Zeit steht in deinen Händen“
Am Silvesterabend 1980 nahm Peter Strauch am Jahresschlussgottesdienst seiner Gemeinde teil. Ein voller Terminkalender, ungelöste Probleme und eine tiefe Erschöpfung belasteten ihn. Bei der in der Gemeinde üblichen Verteilung von Bibelworten zog er ein Kärtchen mit Psalm 31,16: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ Nach seiner eigenen Erinnerung traf ihn dieser Satz unmittelbar: Er verstand ihn als Zuspruch, die eigene Zeit und die bevorstehenden Aufgaben Gott anzuvertrauen. Dieses Ereignis war der Auslöser für die Entstehung des Liedes.
Die Ausarbeitung des Liedes erfolgte im Januar 1981. Das Lied ist in vielen Lieder- und Gesangbüchern im freikirchlichen, evangelischen und katholischen Raum fest verankert.
Das Lied gliedert sich in einen Kehrvers und drei Strophen. Der Kehrvers umfasst 9–11–12–11 Silben und folgt dem Kreuzreim abab. Die Silbenzahl der Strophenzeilen variiert zwischen sieben und zehn Silben.
Die erste Strophe folgt dem Reimschema abab. Die zweite Strophe verzichtet auf ein festes Reimschema – passend zu der Bitte „Komm und mach mich frei!“. Die dritte Strophe wird durch die aufeinander bezogenen Reimwörter „Sinn“, „verrinnt“, „hin“ und „sind“ zusammengehalten.
Ausgangspunkt ist Psalm 31,16, der zu Beginn des Kehrverses wörtlich zitiert wird: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ Im Mittelpunkt steht die Geborgenheit in Gott. Das Bild des festen Herzens begegnet auch in Hebräer 13,9 und Jesaja 26,3: „Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden.“ Die Strophen greifen bedrängende Erfahrungen des gegenwärtigen Lebens auf: Sorgen, Zukunftsangst, Hast, Zeitnot und die Frage nach dem Sinn. In der ersten Strophe leuchtet Zuversicht auf: „Du liebst mich“ und „Du wirst bei mir sein.“ Im Wesentlichen ist das Lied jedoch ein Bittlied: „Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.“
Die unregelmäßige Textdichtung ist in regelmäßige Taktgruppen eingebettet. Kehrvers und Strophen umfassen jeweils 16 Takte. Das Motiv der ersten beiden Takte enthält bereits die prägenden Elemente des gesamten Liedes: Tonwiederholung und Abwärtsbewegung. Takt 3 greift die Tonwiederholung des Beginns in höherer Lage auf, Takt 4 wiederholt Takt 2. Zu den Worten „Nun kann ich ruhig sein“ erklingt eine kurze melodische Aufwärtsbewegung, die schließlich zum tiefsten Ton der Melodie unterhalb des Grundtons hinabführt. Die Takte 9 bis 16 variieren die Takte 1 bis 8 so, dass am Ende der Grundton erreicht wird. Die Abwärtsbewegungen der Dur-Melodie zeichnen beides nach: die gedrückte Stimmung und die Geborgenheit in Gott.
Die Strophenmelodie kreist zunächst um den Ton e, mit dem auch der Kehrvers beginnt. In der zweiten Hälfte wird sie zu den Worten „Du lässt mich nicht los. Vater“ zum oberen Grundton geführt. Hier erreicht das Lied seinen melodischen Höhepunkt. Die letzten abwärtsführenden Takte leiten zum Kehrvers zurück.
Das im 4/4-Takt notierte Lied ist in ruhigen halben Noten zu singen. Es ist ursprünglich wohl mit Gitarren- oder Tastenbegleitung gedacht. Dadurch können die Tonwiederholungen getragen und die Pausen am Ende der Strophenhälften gefüllt werden. Das Lied lässt sich jedoch auch unbegleitet singen. Dabei sollten die Pausen eingehalten werden: Sie gehören ebenso zum Gleichmaß der Zeilenlängen wie zum nachdenklichen Text und lassen Zeit zum Sinnieren und Atmen.
Am melodischen Höhepunkt der ersten Strophe steht die Anrede „Vater“. Sie erinnert an das „Abba, Vater“ im Gebet Jesu in Gethsemane (Markus 14,36) sowie in Galater 4,6 und Römer 8,15. Dadurch wird der Charakter des Liedes als Bitt- und Gebetslied deutlich. Mehrere Gesangbücher ordnen es der Rubrik „Angst und Vertrauen“ zu.
Das Liederbuch Durch Hohes und Tiefes bietet für die Strophen einen vierstimmigen Satz an.
Liedrecherche: Markus Leidenberger
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