Lied entdecken

Machet die Tore weit

Text:

Psalm 24,7 (Luther)

Melodie:

Andreas Hammerschmidt (*1611 oder 1612–†1675), 11670/71

Der Leitvers zu Psalm 24 ist als kurzer Ausschnitt dem Beginn der gleichnamigen Psalm-Motette entnommen.

Landkarte der Liedschöpfer:innen

Spannende Hintergründe zu den beteiligten Personen und ihren Lebenswegen entdecken.

zur Landkarte

Passende Stichworte zum Weiterstöbern

Wissenswertes zu "Machet die Tore weit"

Der mögliche Leitvers zu Psalm 24 ist als kurzer Ausschnitt dem Beginn der gleichnamigen Psalm-Motette von Andreas Hammerschmidt entnommen. Hammerschmidts Werke waren zu seinen Lebzeiten sehr bekannt und beliebt. Oft für den gottesdienstlichen Gebrauch in Zittau entstanden, orientieren sie sich musikalisch bewusst an den Möglichkeiten einer städtischen Kantorei. Das trug sicherlich zu ihrer Popularität und Verbreitung bei. Hammerschmidt konnte einen Großteil seiner Kompositionen im Druck veröffentlichen, was damals nicht selbstverständlich war. Gelegenheitswerke entstanden auch für Kirchen in anderen Städten, etwa in Coburg oder Breslau. Eines seiner bekanntesten Werke ist die Chormotette zu Psalm 24: „Machet die Tore weit“. Erstmals veröffentlicht wurde sie in Hammerschmidts VI-stimmigen Fest- und Zeit-Andachten für das Chor von 1670/71. In neuerer Zeit fand sie in einer gekürzten Fassung Verbreitung, wie sie erstmals in einem Chorbuch von 1923 erschien. 2021 wurde die Motette von Uwe Wolf bei Carus neu herausgegeben. Auch in Arrangements für Bläser erfreut sich die Motette großer Beliebtheit.

 

- Liedrecherche von Christian Kollmar -

Der Text stammt aus Psalm 24,7 nach der Lutherübersetzung. Der Psalm als Ganzes besteht aus drei Teilen: Lobpreis der Größe Gottes („Die Erde ist des Herrn …“), Selbstprüfung („Wer darf auf des Herrn Berg gehen …“) und Wegbereitung für Gott („Machet die Tore weit …“). Der Leitvers (Psalm 24,7) stellt den Psalm in das Licht der Wegbereitung und der Proklamation von Gottes Herrlichkeit.

Die wenigen Takte des Leitverses sind musikalisch prägnant, zugleich tänzerisch und fanfarenartig. Der Schwung, der der Musik eigen ist, stellt sich beim Singen am besten ein, wenn der Text schlicht nach den natürlichen Wortakzenten gestaltet wird. Die Betonung des Wortes „Welt“ sorgt dann wie von selbst für den reizvollen hemiolischen* Rhythmus innerhalb des Dreivierteltaktes.

 

 

*Ein hemiolischer Rhythmus entsteht, wenn sich das Gefühl des Taktes kurz verschiebt. Normalerweise zählt man im 3/4-Takt: 1 – 2 – 3. Bei einer Hemiolie fühlt es sich plötzlich an wie: 1 – 2 | 1 – 2. Also: aus drei Schlägen werden kurz zwei Gruppen: Die Musik wirkt dadurch spannender

Der mögliche Leitvers rahmt den Psalm 24, der liturgisch für den 1. Advent („Vollständige Reihe“ der gottesdienstlichen Psalmen) bzw. für die gesamte Adventszeit („Allgemeine Reihe“ der gottesdienstlichen Psalmen) vorgesehen ist. Der Psalm eignet sich aber auch gut für Situationen, in denen es um die Bewahrung der Schöpfung geht: „Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist“.

 

Der Leitvers wird am besten von einer einzelnen Person (Kantor) oder einer kleinen Gruppe (Schola) einmal vorgesungen, bevor alle einstimmen. Er kann zu Beginn und am Ende gesungen oder mehrfach innerhalb des gesprochenen Psalms wiederholt werden. In diesem Fall ist es besonders wichtig, dass Kantor oder Schola den jeweiligen Impuls klar geben.

Habt ihr neue Informationen zu diesem Lied?

Dann schreibt uns