Lobt Gott, ihr Christen alle gleich
Nr. 27 •
Evangelisches Gesangbuch
Nr. 60 • Neues Evangelisches Gesangbuch (Erprobung)
- Gotteslob
- 0 Besucher lieben dieses Lied
- 0 Besucher hören dieses Lied gerne
- 0 Besucher singen dieses Lied gerne
- 0 Besucher kannten dieses Lied noch nicht
Es ist einer der strahlenden und fröhlichen Weihnachtsgesänge der evangelischen Liedtradition. Schon die ersten Töne öffnen einen Raum voller Freude und Festlichkeit, und die Melodie geht sofort ins Ohr. Wer in dieses Lied einstimmt, lässt das Weihnachtslob kraftvoll erklingen.
Text:
Melodie:

Landkarte der Liedschöpfer:innen
Spannende Hintergründe zu den beteiligten Personen und ihren Lebenswegen entdecken.
Passende Stichworte zum Weiterstöbern
Wissenswertes zu "Lobt Gott, ihr Christen alle gleich"
Eine Frühfassung von Text und Melodie ist um 1550 in einer Liedflugschrift Drey geistliche Weyhnachtlieder, vom newgebornen Kindlein Jesu für die Kinder im Joachimstal nachweisbar. Die Melodie wurde 1554 mit dem Text Kommt her, ihr lieben Schwesterlein veröffentlicht. Der achtstrophige, vollständige Text erschien zusammen mit der Melodie 1560 in Wittenberg.
Seit Beginn des 17. Jahrhunderts wird die erste Zeile auch in der Variante Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich gesungen. Orgelbearbeitungen aus dieser Zeit verwenden meist diese Fassung in ihrer Überschrift. Im Evangelischen Gesangbuch findet sich eine sechsstrophige Fassung (Strophen 1, 2, 3, 6, 7 und 8), ebenso im Evangelisch-Lutherischen Kirchengesangbuch der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche und im Mennonitischen Gesangbuch. Das Gotteslob (alte Ausgabe und Ausgabe 2013) verwendet vier Strophen (1, 2, 3 und 8).
Die Bezeichnung „Himmelreich“ ist im Matthäusevangelium fest verankert. Johannes der Täufer verkündigt, das Himmelreich sei nahe herbeigekommen; bei der Taufe Jesu öffnet sich der Himmel (Mt 3). Jesus selbst greift die Botschaft des Johannes auf (Mt 4,17). Die Seligpreisungen (Mt 5,3) verheißen das Himmelreich den geistlich Armen. Dadurch entsteht eine inhaltliche Klammer von der ersten bis zur letzten Strophe, die auf die Vertreibung aus dem Paradies anspielt (1. Mose 3,24): Das „Himmelreich“ entspricht dem verlorenen Paradies. Durch Jesu Kommen in die Welt wird die Entfernung zu Gott aufgehoben – das ist der Grund des christlichen Gotteslobs.
Die positiv gestimmte Dur-Melodie kommt mit nur sechs Tönen aus. Schon der erste Aufwärtssprung eröffnet beinahe den gesamten Tonraum, der später nur noch durch einen einzigen Tonschritt übertroffen wird – Hochstimmung liegt in der Luft. Bei den Worten „höchsten Thron“ erreicht die Melodie ihren Gipfel. Danach wird das „Himmelreich“ mit einer abwärts geführten Melodielinie gleichsam „zur Erde geholt“. Das Geschenk des vom Himmel kommenden Sohnes spiegelt sich im Abstieg zum Grundton wider, mit dem der Melodiebogen begonnen hat.
Aus dem vierzeiligen Text mit einem 8-6-8-6-Silbenmaß wird eine fünfzeilige Melodie. Die Wiederholung der letzten Textzeile – melodisch leicht variiert – betont die Kernaussage: „und schenkt uns seinen Sohn“ – „Gott sei Lob, Ehr und Preis!“
Das Weihnachtslied ist mit seinem geringen, hochliegenden Tonumfang und seinen knappen Formulierungen gut für Kinder geeignet. Mit ihnen sollte man es bereits vor Weihnachten einüben. Sein textlicher Tiefgang hat es jedoch zu Recht auch zu einem Lied für Erwachsene gemacht. Es ist der Christvesper zugeordnet, kann aber während der gesamten Weihnachtszeit gesungen werden – zumal die Melodie ebenfalls das Epiphaniaslied „Auf, Seele, auf und säume nicht“ trägt.
Die Hochstimmung gehört zum Inhalt und zum Wesen des Liedes. Daher sollte es, besonders wenn Kinder mitsingen, nicht zu tief angestimmt werden.
Noch mehr entdecken!
Notenansicht
Lobt Gott, ihr Christen alle gleich | Evangelisches Gesangbuch Nr. 27, Strophe 1

Spielen
Teste dein Wissen zu den Liedern des Evangelischen Gesangbuchs im Emoji-Quiz.