Lobet, lobet, lobet den Herrn | Halaluhu
Nr. 102 • Singt Jubilate
- Durch Hohes und Tiefes
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Die alten Worte des 150. Psalms begegnen uns in einer deutschen Übertragung auf einer schwungvollen Melodie aus Israel. Ihr besonderer Klang und ihr tänzerischer Rhythmus laden uns ein, gemeinsam und mit Freude zu singen: „Alles, was lebt, lobe den Herrn!“
Text:
Melodie:
aus Israel
Bibelstellen:

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Wissenswertes zu „Lobet, lobet, lobet den Herrn | Halaluhu“
Der Liedtext beruht auf Psalm 150,5–6. Das mehrfache „Lobet“ im Lied greift die im Psalm wiederkehrende Aufforderung zum Gotteslob auf. Die Formulierungen „mit frohem Schellenspiel“ und „Alles, was lebt“ weichen vom Wortlaut der Lutherbibel 2017 ab, die von „klingenden Zimbeln“ und „Alles, was Odem hat“ spricht. Eine unmittelbare Abhängigkeit der deutschen Liedfassung von der Lutherübersetzung ist damit jedoch nicht nachgewiesen.
Der reimlose deutsche Text lässt sich in Zeilen mit dem Silbenschema 8–6–8–6 und 8–8–8–4 gliedern. In der Notenausgabe sind die hebräische Fassung in lateinischer Umschrift, die deutsche Fassung von Dieter Trautwein und eine englische Übersetzung von Jeffrey T. Myers veröffentlicht. Die deutsche Fassung folgt dem Aufbau der hebräischen Textunterlegung mit ihren Wiederholungen.
Psalm 150,5: הַלְלוּהוּ בְצִלְצְלֵי־שָׁמַע הַלְלוּהוּ בְּצִלְצְלֵי תְרוּעָה | Haleluhu ve-tsiltsele schama; haleluhu be-tsiltsele terua.
Psalm 150,6: כֹּל הַנְּשָׁמָה תְּהַלֵּל יָהּ הַלְלוּ־יָהּ | Kol ha-neschama tehallel Jah; hallelu-Jah.
Die Melodie gliedert sich in vier Abschnittspaare: a–b, a′–b′, c–d und c–d′. Abschnitt a beginnt auf der fünften Tonleiterstufe mit einer Brechung des g-Moll-Dreiklangs. Tonwiederholungen festigen anschließend den Grundton g′. Abschnitt b umspielt zweimal einen Ton mit seiner oberen Wechselnote und endet auf dem Leitton fis′. Abschnitt a′ variiert den Beginn, indem der zweite Sprung zum höchsten Ton der Melodie, d″, führt. Abschnitt b′ wiederholt die melodische Gestalt von b eine Terz höher. Abschnitt c setzt auf dem Hochton d″ ein und führt unter Einbeziehung von Tonwiederholungen abwärts zum a′. Abschnitt d ist durch die Tonfolge mit es′ und fis′ geprägt, zwischen denen eine übermäßige Sekunde liegt. Das anschließende Dreiklangsmelisma – das einzige Melisma des Liedes – leitet zur Wiederholung von Abschnitt c über.Der Schlussabschnitt d′ greift die erste Hälfte von d auf und führt die Melodie zum Grundton g′ zurück.
Die Melodie lässt sich als lebhaft und eindringlich beschreiben. Dreiklangssprünge und Tonwiederholungen verleihen dem wiederholten „Lobet“ einen rufartigen Charakter. Die Wiederkehr ähnlicher Melodieabschnitte macht den Verlauf einprägsam; der Aufstieg zum d″ steigert den musikalischen Nachdruck. Die übermäßige Sekunde zwischen es′ und fis′ setzt einen markanten klanglichen Akzent. Die Melodie steht in g-Moll und wirkt durch die übermäßige Sekunde zwischen es′ und fis′ stellenweise orientalisch gefärbt. Am Schluss vermittelt die Rückkehr zum Grundton g′ Geschlossenheit und Ruhe.
Am Sonntag Jubilate, dem dritten Sonntag nach Ostern, sind Psalm 150,1a.6 als Teil des Hallelujarufs vorgesehen. Das Lied könnte diesen Lobpreis musikalisch aufnehmen – als gesungene Alternative oder an anderer Stelle des Gottesdienstes. Auch an Trinitatis bietet sich eine Verbindung zum Hallelujavers aus Psalm 150,2 an. Besonders eng ist der Bezug zum Gedenktag der Heiligen am 1. November, für den der gesamte Psalm 150 vorgesehen ist.
Darüber hinaus eignet sich das Lied für Lob- und Dankgottesdienste sowie für Gottesdienste und Veranstaltungen der internationalen Ökumene. Seine hebräische Textgrundlage und die Herkunftsangabe der Melodie „aus Israel“ bieten Anknüpfungspunkte für Gottesdienste mit Israelbezug.
Der Dreiertakt lässt sich durch gemeinsames Wiegen oder einfache Tanzschritte körperlich aufnehmen. Die Aufforderung „Alles, was lebt“ weitet den Lobpreis über die versammelte Gemeinde hinaus auf die ganze belebte Schöpfung.
Liedrecherche: Markus Leidenberger
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