Kumbayah (Kum ba yah, my Lord)
Nr. 335 • Durch Hohes und Tiefes
- Kommt atmet auf /
- EG-Regionalteil Nordelbien /
- Kinderkirchenlieder "Immer und überall" (ELKB)
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Dieses Spiritual entstammt der afroamerikanischen Glaubenstradition und ist eng mit der mündlich überlieferten Liedkultur verbunden, in der christlicher Glaube, Alltagserfahrung und gemeinschaftliches Singen untrennbar zusammengehören. Als einfach gestalteter Ruf nach Gottes Nähe wurde das Lied über Generationen hinweg weitergegeben und gehört heute zu den bekanntesten Spirituals weltweit.
Text:
Spiritual | deutsche Textfassung von Ernst Saxer 1980
Melodie:
aus Afrika

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Wissenswertes zu "Kumbayah (Kum ba yah, my Lord)"
In Nordamerika waren auf dem Höhepunkt der Sklaverei im 18. und 19. Jahrhundert rund ein Viertel der Bevölkerung versklavt. Unter dem Druck der weißen Mehrheitsgesellschaft nahmen viele der Versklavten den christlichen Glauben an. Nachdem sie in den Kirchen englische protestantische Kirchenlieder kennengelernt hatten, entwickelten sie eine eigene Liedtradition, indem sie die „weißen“ Hymnen an ihre eigene Singweise anpassten. So bildeten sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den schwarzen Kirchen die Spirituals heraus.
Neben der Praxis in den Kirchen verbreitete sich der Spiritualgesang auch durch Tourneen, etwa der Fisk Jubilee Singers, eines afroamerikanischen Studentenchores, sowie des Golden Gate Quartetts. Mit der Zeit erkannten viele Afroamerikaner:innen in den Bibeltexten Parallelen zwischen ihrer eigenen Situation und der des Volkes Israel. In der Folge gewannen die Spirituals große Bedeutung für die Bürgerrechtsbewegung in den USA in den 1960er Jahren.
Heute sind Spirituals auch in nichtreligiösen Kontexten verbreitet; so existieren beispielsweise populäre Bearbeitungen, etwa in der Unterhaltungsmusik.
- Liedrecherche von Ute Springer -
Die Worte „Kum ba yah“ sind kreolischen Ursprungs und bedeuten in Gullah, einer Sprache der Afroamerikaner:innen in den Küstenregionen im Südosten der USA, „Come by here“ („Komm hierher!“). An anderen Orten wird direkt „Come by here“ gesungen; die Bedeutung bleibt jedoch dieselbe: „Gott, komm! Komm zu mir!“ Das Lied ist ursprünglich ein einfacher Appell an Gott, zu kommen und zu helfen.
In den folgenden Strophen wird jeweils eine kurze Aussage mehrfach wiederholt und anschließend erneut Gott angerufen. Der Text ist sehr schlicht und allgemein verständlich. Dies hat dazu geführt, dass er von vielen Gruppen bearbeitet und für unterschiedliche Zwecke angepasst wurde. Auch im Deutschen existieren zahlreiche Mundartvarianten.
Wie der Text ist auch die Melodie sehr einfach und beruht auf dem Schema AA’AB. Der Tonumfang der Melodie beträgt nur eine Sexte. Der A-Teil beginnt jeweils mit einem auftaktigen, aufsteigenden Dur-Dreiklang und öffnet sich in der Mitte deutlich zur Dominante hin. Auch der Rhythmus bleibt im A-Teil konstant. Der B-Teil schließt die Melodie mit einer abschließenden Phrase, die zur Tonika zurückführt.
Mit Blick auf die Taktart haben sich sowohl Fassungen im 3/4- als auch im 4/4-Takt herausgebildet, die nahezu gleichberechtigt nebeneinander bestehen. Da diese Melodie – wie auch Spirituals im Allgemeinen – ursprünglich ausschließlich mündlich tradiert wurde, existiert keine einheitlich festgelegte Urfassung. Entsprechend können verschiedene schriftliche Notierungen voneinander abweichen und unterschiedliche Varianten derselben Melodie wiedergeben.
Das Lied hat seit etwa 30 Jahren Eingang in evangelische Liederbücher gefunden. Im Bereich der Gospelchöre gehört es zum festen Repertoire und ist kaum mehr wegzudenken. Aufgrund seiner einfachen Singbarkeit existieren zahlreiche Bearbeitungen und Coverversionen; zugleich wird es zunehmend auch in traditionellen Gemeinden wahrgenommen und gern gesungen – oft generationenübergreifend. Mit seinem schlichten Inhalt und der eingängigen Melodie eignet es sich für viele Gelegenheiten im Verlauf des Kirchenjahres.
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